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Ticket to Paradise

Die Weltmeisterschaft 2010 steht vor der Tür. Jetzt wird es für die Fußballer in Deutschland höchste Zeit, mit guten Leistungen zu überzeugen, um von Jogi Löw noch eine begehrte Fahrkarte nach Südafrika zu erhalten.

Der Traum eines jeden Fußballprofis. Wer vom Nationaltrainer eine Einladung erhält, hat es geschafft! Den Adler auf der Brust tragen, Weltmeisterschaften und Europameisterschaften spielen und womöglich gewinnen, ein Wechsel zu einem Top-Klub im Ausland, Werbeverträge, Ehre und Ruhm.

Aber Moment mal  – so einfach ist das dann doch nicht, wie einige Beispiele aus der deutschen Fußballgeschichte zeigen.

Was haben Zoltan Sebescen, Martin Max, Paul Steiner und René Schneider gemeinsam? Richtig! Alle hatten das große Glück, zur deutschen Nationalmannschaft eingeladen zu werden – aber alle durften leider nur ein einziges Mal auf dem Platz stehen.

Und doch gibt es Unterschiede zwischen den Debütanten. Zoltan Sebescen war von vorneherein Lückenbüßer. In einer Zeit, als die deutsche Nationalmannschaft am Boden lag, genügten einige ordentliche Spiele in der Bundesliga, um eine Berufung zu erhalten. Besonders auf den Außenbahnen waren gute Spieler spärlich gesät, und so erhielt Sebescen seine Chance.

Bei seinem Nationalmannschaftsdebüt erlebte Zoltan Sebescen ein Desaster. Seine Leistung gegen die Niederlande war wirklich nicht gut, aber was ihm im Anschluss in Presse und TV blühte, ist schwer nachzuvollziehen. Schon während des Spiels wurde er von der Kommentatoren-Ikone Gerd Rubenbauer harsch kritisiert, und im Anschluss wurde die 2:1 Niederlage der DFB-Auswahl vor allem an seiner Leistung fest gemacht. Überraschender noch als die schlechte Leistung Sebescens, war jedoch seine Einberufung zur Nationalmannschaft – nach nur einer handvoll Einsätzen in der Bundesliga. Der glücklose Nationaltrainer Erich Ribbeck berief ihn nie wieder ins Nationalteam.

Bei Martin Max verhielt es sich genau anders herum – der zweimalige Bundesliga Torschützenkönig wurde trotz guter Leistung in der Bundesliga vom amtierenden Nationaltrainer Rudi Völler nur für ein einziges Spiel nominiert. Er spielte genau 8 Minuten, dann war seine DFB-Karriere beendet.

Paul Steiner und René Schneider bestritten auch jeweils nur ein Spiel im Nationaldress. Beide wurde jedoch in der Nationalmannschaft große Ehre zuteil. Paul Steiner wurde 1990 Fußball-Weltmeister und René Schneider holte mit der deutschen Mannschaft 1996 den Europameistertitel – beide ohne eine einzige Minute Spielzeit bei den jeweiligen Turnieren. René Schneider gelang es sogar, mit Borussia Dortmund Champions League-Sieger und Weltpokalsieger zu werden, obwohl er in seinen 3 Jahren beim BVB nur 11 Spiele absolvierte.

Der Spieler mit der kürzesten Einsatzzeit (bei auch nur einem Einsatz) im DFB-Team ist nach wie vor Bernd Martin – er durfte 1980 gegen Wales genau 2 Minuten auf dem Platz stehen!

Stadion-Wurst - Das Fußball-Blog

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