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Knackwurst (1) – Ruud van Nistelrooy an der Elbe!

Die Stadionwürste präsentieren den ersten Teil einer neuen Serie auf Stadion-Wurst.com: In unregelmäßigen Abständen wird die „Knackwurst“ im Mittelpunkt stehen – ein kontroverses Thema, das bei uns wilde Diskussionen, lautstarke Auseinandersetzungen bis hin zu handgreiflichen Raufereien auslöst. Da die Wurst bekanntlich zwei Enden hat, werden wir die Knackwurst aus beiden Richtungen anknabbern und uns um den saftigen Mittelteil streiten.
Denn Jünter weiß schließlich immer alles besser und Hennes erst recht – oder war’s umgekehrt?

Den Auftakt macht der Wechsel von Ruud van Nistelrooy zum HSV!


© pdesign

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Ich versteh einfach nicht, was da oben an der Elbe los ist. Der HSV hat diese Saison ein tolles, junges Team auf die Beine gestellt, die Verletzungsmisere neigt sich dem Ende entgegen, in der Tabelle ist noch nichts entschieden und nun das: Ruud van Nistelrooy wird verpflichtet – ein alternder, verletzungsanfälliger Stürmer ohne Spielpraxis.

Ja ist die Bundesliga denn der Gnadenhof für ehemalige Weltstars? Ich darf an dieser Stelle mal an die Verpflichtung Davor Sukers durch 1860 München erinnern. Großer Medienrummel, viel Getöse und nach 1 1/2 Jahren standen mickrige 25 Spiele und noch mickrigere 5 Tore auf dem Konto des kroatischen Volkshelden – na, das hatte sich aber mal gelohnt.

Ich würde mich nicht wundern wenn das bei Herrn van Nistelrooy ähnlich ausgehen sollte – und wenn nicht, was geschieht mit einem hoch talentierten Marcus Berg oder mit Tunay Torun? Die bekommen einen ehemaligen Weltstar vor die Nase gesetzt und dürfen sich dann wohl oder übel ihre Spielpraxis in der Amateurmannschaft holen.

Oder ist das alles nur ein toller PR-Schachzug um die Marke HSV weltweit bekannter zu machen? Wie gut so was funktioniert, haben wir ja alle schon beim HSV bestaunen dürfen, als der Wunderstürmer Takahara verpflichtet wurde, um den japanischen Markt mit HSV-Fanartikeln zu überfluten. 13 Tore in drei Jahren sprechen wohl für sich.

Und ja – es kann ja sein, dass van Nistelrooy wie eine Granate einschlägt, in der Rückrunde 150 Tore macht und den HSV zur Meisterschaft schießt – nur allein der Glaube fehlt mir…

Euer Jünter


© pdesign

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Der Glaube fehlte mir zuerst auch, als ich die Nachricht vernahm, Superstar Ruud van Nistelrooy wechsele in die Bundesliga zum HSV. Etwa der Van Nistelrooy, der 3x Top-Torschütze der Championsleague war? Jener Stürmer, der sich schon in England, Spanien und in Holland an die Spitze der Torjägerliste geschossen hatte? Das war ein Knaller!

Für den HSV könnte sich dieser Transfer als der goldene Deal herausstellen, und ich bin mir fast sicher, dass sich die Norddeutschen in nur kurzer Zeit die Hände reiben werden.

Zum einen gibt es rein sportliche Gründe für eine Verpflichtung des 33-jährigen: Er besitzt einen unnachahmlichen Torinstinkt, der altersbedingte Einbußen bei Spritzigkeit, Fitness und Antritt locker wettmachen wird. Zudem wirkt die anstehende WM als zusätzliche Motivationsspritze in der Rückrunde, da er sich noch berechtigte Hoffnungen auf eine Berufung in die „Elftal“ macht.

„Van the Man“ verfügt über sehr, sehr viel Erfahrung und verleiht dem jungen HSV-Team zusätzliche Stabilität. Von dieser Erfahrung werden seine jungen Sturmkollegen Marcus Berg und Tunay Torun im Training profitieren. Natürlich werden sie nicht mehr so häufig spielen, aber das wird die Mannschaft nicht belasten – durch ihre Jugend stellen sie keine Ansprüche und reihen sich hinter dem Holländer ein. Dieser wiederum kann 70 Minuten aufs Gas drücken, um dann Platz für einen Joker zu machen.

Doch selbst wenn Van Nistelrooy mal auf die Bank muss, werden wir kein Drama à la Ribéry erleben: Der Holländer gilt als ausgezeichneter Charakter, ist nett, bescheiden, höflich. Für eine schnelle Integration ins Team ist gesorgt: Er spricht – wie beinahe jeder unserer Landesnachbarn – deutsch und mit Mathijsen, Castelen und Elia stehen noch drei weitere Landsmänner von ihm im Kader.

Auch wirtschaftlich macht der Transfer Sinn: Zwar kassiert der Stürmer mit kolportierten 6 Millionen ein nahezu exorbitantes Jahresgehalt, wechselte aber ablösefrei von Real Madrid. Der Trikotabsatz wird mit Sicherheit große Teile der Personalkosten wieder einspielen, gilt Van Nistelrooy doch als erster richtiger Star an der Elbe seit Raffael van der Vaart. Viel wichtiger aber ist die Signalwirkung, die von dem Transfer ausgeht. Der HSV etabliert seinen Namen auf dem Spitzenniveau in Europa. Nach außen wird der Verein damit attraktiv für weitere namhafte Neuzugänge, nach innen erleichtert der Transfer die interne Kaderplanung. Schon jetzt haben die heiß umworbenen Spieler Boateng und Petric angedeutet, ihre Verträge verlängern zu wollen.

Ich glaube zwar auch nicht, dass Van Nistelrooy in der Rückrunde 150 Tore und damit den HSV zur Meisterschaft schießen wird – aber für zwölf Tore und die Championsleague-Qualifikation wird es reichen!

Euer Hennes

Stadion-Wurst - Das Fußball-Blog

Eine Portion Senf

Sensemann  on February 5th, 2010

Also ich freu mich :o )!

Gib Deinen Senf dazu!