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Die Tormaschine der Jahrtausendwende

(c) Kevin Airs

(c) Kevin Airs

Er war einer der besten Stürmer, die je in Europa gespielt haben. Eine Tormaschine auf dem Platz – aber labil und anfällig für die Verlockungen die der Erfolg mit sich bringt.

267 Pflichtspieltore in 7 aufeinander folgenden Spielzeiten, 2-facher Gewinner des Goldenen Schuhs der UEFA mit der höchsten jemals erreichten Punktzahl von 72 – nein, das ist kein Auszug aus der Erfolgsstatistik von Gerd Müller, sondern der Arbeitsnachweis Mario Jardel’s von 1996-2003. Defensivarbeit und lange-Wege-gehen waren nie seine Stärken, aber vor dem Tor war er so gut wie kaum ein anderer.

Nach einer erfolgreichen Saison 1995/1996 bei Gremio Porto Alegre, in der Jardel mit 31 Toren entscheidend zum Gewinn der Copa Libertadores beigetragen hatte, wechselte der damals 22 jährige Brasilianer zum portugiesischen Spitzenclub FC Porto. Ohne Eingewöhnungsschwierigkeiten schießt der junge Stürmer ein Tor nach dem anderen und holt mit Porto drei Meisterschaften und Pokalsiege am Stück.

2000 wechselt er für $16 Millionen zum türkischen UEFA-CUP Gewinner Galatasaray Istanbul. Zu seinem Einstand schießt Jardel 2 Tore, darunter das entscheidende Golden Goal, im Finale des UEFA Super-Cups gegen Champions League Gewinner Real Madrid. In Istanbul war jedoch nach nur einer Saison Schluss und Jardel kehrte nach Portugal zurück.

Nachdem Vertragsverhandlungen mit Benfica und Porto scheiterten, unterschreib er im Sommer 2001 bei Sporting Lissabon. Die erfolgreichste Saison seiner Karriere, mit 42 Ligatoren (30 Spiele), 7 Pokaltoren (6 Spiele) und 6 UEFA-Cup-Toren (6 Spiele), folgte. Die nächste Saison sollte jedoch der Beginn seines sportlichen, wie privaten Niedergangs werden. Trotz seiner 55 Tore in der voraus gegangenen Saison wurde er nicht in den Kader der brasilianischen Nationalmannschaft für die WM 2002 berufen. Ein angebotener Vertrag mit Real Madrid kam ebenfalls nicht zustande, da Jardel den Termin versäumte. Zu dieser Zeit litt Mario Jardel bereits an Depressionen und nahm regelmäßig Kokain.

In der Saison 2002/2003, seiner Letzten bei Sporting, erziehlte Mario Jardel nur mehr 11 Tore. Im Anschluss spielte er, bis heute, bei 11 weiteren Vereinen und schoss insgesamt nur noch 12 Tore in 64 Ligaspielen. Drogen, Depressionen und Spielsucht verhindern weitere Erfolge. 2007, mittlerweile in Australien spielend, verkündete Jardel stolz :

“Ich habe seit zwei Monaten kein Kokain mehr genommen.”

Na Bravo, kann man dazu wohl nur sagen.

Zur Zeit tritt Jardel für den brasilianischen 4. Ligisten Esporte Clube Flamengo gegen den Ball.

Wer sich nicht mehr an die spektakulären Tore von Mario Jardel erinnern kann, sollte sich mal dieses kleine Video anschauen!

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