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Knackwurst (4) – Bremen verhindert das bajuwarische Triple

© jarlhelm_Wikipedia

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Was macht der Rekordsieger im DFB-Pokalwettbewerb am Samstagabend? Was treibt der Verein mit den zweitmeisten DFB-Pokalsiegen am Samstagabend? Na, was wohl…mal wieder ein Pokalendspiel bestreiten. Nach einer kräftezehrenden, spannenden, vom Ergebnis her aber wenig überraschenden Saison treffen am Wochenende Bayern München und Werder Bremen im Berliner Olympiastadion aufeinander, um – man ist versucht, zu sagen: wie gewöhnlich – den diesjährigen Pokalsieger auszuspielen.

Beide Teams blicken auf eine erfolgreiche Spielzeit zurück: Während sich der Rekordmeister am Ende ein weiteres Mal als deutscher Meister feiern lassen konnte, gelang den Bremern nach einer veritablen Krise in der Vorrunde eine beachtliche Aufholjagd und konnte sich zum Schluss doch noch die Teilnahme an der Qualifikation zur Championsleague sichern. Beide Mannschaften spielten vor allem gegen Ende der Saison beeindruckenden Fußball, so dass man sich als neutraler Zuschauer auf ein packendes Finale freuen kann.

Was machen also die Stadionwürste am Samstagabend? Bier trinken, Würstchen essen, Fußball gucken…


© pdesign

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Werder Bremen wird DFB-Pokalsieger!

Wenn man im Pokalfinale gegen Bayern München setzt, dann bedient man sich gerne aus dem Floskelbaukasten, um die eigene kühne Prophezeiung zu untermauern. Dann ist schnell die Rede von David gegen Goliath und man klopft überzeugt auf das BGB des Pokalwettbewerbs und ruft: “Der Pokal hat seine eigenen Gesetze!”

Wenn aber der Gegner Werder Bremen heißt, ist das alles nicht nötig. Die Norddeutschen haben mit acht Endspielteilnahmen seit 1989 und fünf Titeltriumphen unlängst bewiesen, dass sie immer eine schlagkräftige Turniermannschaft auf die Beine stellen können. Im Laufe einer Saison schwankt die Leistung der Bremer zwar immer wie eine kleine Holzschlauppe inmitten eines wütenden Taifuns, aber genau jenes Laster wird in einem KO-Wettbewerb wie dem Pokal schnell zur Tugend. Denn kaum ein anderes Team ist in der Lage, punktuell derart brillante Leistungen abzurufen wie die Bremer.

Der Kader von Werder Bremen ist erstklassig besetzt. Doch sein herausragendes Merkmal – und hier wird wieder die Handschrift des exzellenten Duos Schaaf/Allofs deutlich erkennbar – ist seine harmonische Zusammensetzung und Ausgewogenheit. Erfahrungs meets jugendliche Frische, Sachlichkeit trifft Dribbelkunst! Auf einer Achse aufbauend, die mit Tim Wiese im Tor, Mertesacker und Naldo im Abwehrzentrum, Frings im Mittelfeld und Pizarro im Sturm weitreichende internationale Erfahrung aufweist, zieht sich eine homogen gewachsene Hierarchie durch den Kader. Um diese Achse herum tänzeln junge, kreative und hoffnungsvolle Talente, die dem Bremer Spiel Esprit und Dynamik verleihen: Marko Marin, Aaron Hunt, Philip Bargfrede, Mesut Özil, Hugo Almeida.

Das größte Manko im Vergleich mit Bayern München ist die mangelnde Kadertiefe, also die Schwäche des so genannten “zweiten Anzugs”, der bei Verletzung wichtiger Akteure übergestreift werden muss. Dann gerät der kleine Nordstadtverein gegenüber seinem bajuwarischen Konkurrenten ins Hintertreffen. Doch am Samstag ist das egal. Denn der “erste Anzug” kommt frisch aus der Reinigung und glänzt, als sei er eben erst neu gekauft.

Freilich ist die erste Elf der Bayern individuell noch stärker besetzt. Das ist schon – um im Bild zu bleiben – kein erster Anzug mehr, sondern ein schmucker Smoking. Doch während für die Münchener das Endspiel in Berlin nur ein Zwischenstopp auf dem Weg zu Europas Gipfel ist, haben die Bremer am Samstag die einzige Chance, in dieser Saison noch einen Titel zu erringen. Dadurch werden die Norddeutschen spielen, als gäbe es kein Morgen. Sie werden kämpfen, grätschen, köpfen und foulen, als gäbe es kein Morgen. Die Süddeutschen hingegen werden unterbewusst stets darauf bedacht sein, sich bloß nicht zu verletzen. Denn für sie gibt es ein Morgen, und zwar nur eine Woche später in Madrid. Dann werde ich ihnen auch wieder die Daumen drücken – am Samstag sind die beiden schon für Werder Bremen beschäftigt.

Euer Hennes


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Bayern München wird Pokalsieger!

Ich fände es auch ganz gut, wenn Werder Bremen den DFB-Pokal holen würde – nur kann ich nicht so recht daran glauben. Der FC Bayern, so schwer es mir auch fällt dies zu sagen, spielt seit Monaten einfach zu gut. Ich habe selten eine so geschlossen agierende Mannschaft gesehen, die tatsächlich keine nennenswerten Schwachstellen besitzt.

Über die individuellen Qualitäten der einzelnen Spieler ist in der einschlägigen Sportpresse in der letzten Zeit ja zur Genüge berichtet worden. Dem kann ich mich anschließen, möchte aber, um wiederholtes Lobhudeln zu vermeiden, keinen weiteren Beitrag dazu leisten. Ich denke auch nicht, dass die individuelle Stärke den Ausschlag für den Erfolg der Mannschaft gibt, sonst wären ja schließlich Barcelona und Real Madrid im Finale der Championsleague. Die Bayern sind unter van Gaal zu einem eingeschworenen Haufen mutiert, in dem jeder für den Anderen und den Erfolg rennt und kämpft. Anders sind die Ergebnisse beispielsweise gegen Manchester United nicht zu erklären.

Und genau dieser Erfolgshunger wird die Münchener zum Pokalsieg führen. Die Mannschaft hat die Chance, Historisches zu schaffen und wird sich diese Gelegenheit nicht durch die Lappen gehen lassen – ich bin übrigens auch davon überzeugt, dass die Bayern die Championsleague gewinnen (sic!).

Hier könnte ich jetzt einfach mal copy pasten…

Der Kader von Werder Bremen ist erstklassig besetzt. Doch sein herausragendes Merkmal – und hier wird wieder die Handschrift des exzellenten Duos Schaaf/Allofs deutlich erkennbar – ist seine harmonische Zusammensetzung und Ausgewogenheit. Erfahrungs meets jugendliche Frische, Sachlichkeit trifft Dribbelkunst! Auf einer Achse aufbauend, die mit Tim Wiese im Tor, Mertesacker und Naldo im Abwehrzentrum, Frings im Mittelfeld und Pizarro im Sturm weitreichende internationale Erfahrung aufweist, zieht sich eine homogen gewachsene Hierarchie durch den Kader. Um diese Achse herum tänzeln junge, kreative und hoffnungsvolle Talente, die dem Bremer Spiel Esprit und Dynamik verleihen: Marko Marin, Aaron Hunt, Philip Bargfrede, Mesut Özil, Hugo Almeida.

Man ersetze die Namen durch Nerlinger/van Gaal, Schweinsteiger, van Bommel, Robben, Ribery, Müller, Badstuber, Contento usw. So nicht, mein lieber Hennes! Deine Argumentation ist 1:1 auf den FCB zu übertragen – wobei einzig die Qualität der Bayern höher ist!

Ach ja…
…noch ein kleiner Zusatz – ich finde es ja schon mehr als abenteuerlich, dass meine werte Mit-Wurst Hennes Hugo Almeida als hoffnungsvolles Sturmtalent bezeichnet!

Euer Jünter

Stadion-Wurst - Das Fußball-Blog

2 Portionen Senf

Hennes  on May 14th, 2010

Gut, ich gebe zu, die Bezeichnung “Talent” ist für einen 26-jährigen durchaus schmeichelhaft. In diesem Alter ist man höchstens noch das “ewige Talent”, aber mehr auch nicht.

Meine Kategorisierung Hugo Almeidas war dann auch eher dem Umstand geschuldet, dass er nach wie vor auf seinen Durchbruch wartet. Dennoch hat er genug Potential, um Spiele zu entscheiden. Ihm fehlt noch die Konstanz und die letzten 5 %, um ganz oben mitzukicken.

Trotzdem wird er das Finale mit einem Tor entscheiden ;-)

Juenter  on May 16th, 2010

und wer hat jetzt recht gehabt? :)

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