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Stell Dir vor, es ist WM…

…und keiner spielt mit. Was bis vor ein paar Tagen nur für die deutsche Mannschaft zu gelten schien, greift jetzt auch auf andere Teams über: Das Verletzungspech geht um. Müssen die Ausfälle von Adler, Westermann, Rolfes und Träsch noch als zwar ungewöhnlich geballter, aber dennoch zu verschmerzender Aderlass im deutschen Kader eingeordnet werden, so darf die Verletzung von Michael Ballack, Kapitän und unumstrittener Star der deutschen Auswahl, unbedenklich als mittlere Katastrophe deklariert werden.

Von der nationalen Trauer um den Ausfalls Ballacks wurde die Verletzung eines weiteren Hochkaräters fast verschluckt: Michael Essien, der Leader der “Black Stars” aus Ghana, muss ebenfalls verletzt passen. Heute Mittag dann die neuen Hiobsbotschaften: Die WM ist nicht um einen, nicht um zwei, auch nicht um drei, sondern gleich um vier Stars ärmer.

Rio Ferdinand, Kapitän der englischen “Three Lions”, hat sich am Knie verletzt. Didier Drogba, Galionsfigur der ivorischen Elefanten, hat sich den Ellbogen gebrochen. Der WM gehen langsam, aber sicher, die Stars aus.

Was bleibt? Häme, weil es anderen Teams nicht besser ergeht als uns? Stille Freude, weil sich das Niveau vermeintlicher Turniergegner durch die Ausfälle kaum verbessern wird? Nein – vielmehr Bestürzung und Mitgefühl. Schließlich sind die Ausfälle von Ballack, Essien, Ferdinand und Drogba nicht nur schmerzhaft für die betroffenen Nationen, sondern auch schlecht für die Qualität und Würze des ganzen Turniers.
Denn bei einer Weltmeisterschaft will der Fußballfan die Trümpfe im internationalen Fußballquartett auf dem Spielfeld sehen und nicht eingegipst auf der Tribüne. Man will sich daran erfreuen, wie die besten Spieler des Erdballs um den Ball ringen, das runde Leder zum Tanz bitten und die Tornetze zum wackeln bringen. Man will sehen, wie sich Vereinskameraden im Ländervergleich gegenüberstehen, sich freundschaftlich begrüßen, dann 90 Minuten lang erbittert bekämpfen, um sich nach dem Abpfiff kollegial zu umarmen. Man will beobachten, wie die Leitwölfe eine Nationalteams aufheulen, und wer seine Schäfchen am besten dirigiert. Aber Will-Kinder kommen ja bekanntlich in die Suppe…

Seit gestern Abend wissen wir wenigstens, dass die deutsche Mannschaft auch ohne ihren Star funktionieren kann. In Ghana ist man sich angesichts der 1:4-Pleite gegen Holland da noch nicht so sicher. In England und der Elfenbeinküste weiß man noch gar nichts – der Schock sitzt noch zu tief. Bei mir übrigens auch…

Update 16. Juni 2010

Aus gegebenen Anlass führen wir hier ab jetzt eine Verletztenliste der Stars:

Ausfälle:

Michael Ballack (Deutschland)
Michael Essien (Ghana)
Rio Ferdinand (England)
John Obi Mikel (Nigeria)
Nani (Portugal)

Potentielle Ausfälle:

Arjen Robben (Niederlande)
Andrea Pirlo (Italien)
Didier Drogba (Elfenbeinküste)
Alexander Frei (Schweiz)
Gianluigi Buffon (Italien)

Stadion-Wurst - Das Fußball-Blog

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