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Clowns sind komisch…Sportjournalisten auch!

Rhinogradentia!

Na, herzlich gelacht? Prustend in der Ecke gelegen? Sogar einige Tränen vergossen bei der wilden Zwerchfellhüpferei? Dann darf man wohl zum Diplom in Biologie gratulieren. Oder in Medizin. Allen anderen sei verraten, dass Rhinogradentia für eine imaginäre Säugetierordnung steht und gemeinhin als DER Running Gag in der Zoologie, in der Biologie, in der Medizin, ja in der gesamten wissenschaftlichen Welt gilt.

Saukomisch.

Den „Nasenschreitlingen“, so der deutsche Name, der nun wahrhaftig etwas lustig klingt, wurden mit dem Buch „Bau und Leben der Rhinogradentia“ ein humoristisches Denkmal gesetzt. Der Verfasser, Professor Gerolf Steiner, machte sich einen Spaß daraus, unter Einbehaltung sämtlicher wissenschaftlicher Standards, der Welt die Existenz des „Nasenschreitlings“ vorzugaukeln. Ganz schön gewieft, der Herr Professor.

Er ist mit dieser etwas absonderlichen Art des Humors jedoch nicht allein, nein, nein, weit gefehlt: Fast jedes Fachgebiet, jede Profession, jede berufliche Organisation kennt ihre Insiderwitze und ihre so genannten “wissenschaftlichen Witze”, die nur versteht, wer sich mit der behandelten Materie bestens auskennt. Bei „Epsilon kleiner null“ kugeln sich alle Mathematiker, beim Stichwort „Pasta Theobromae“  bekommen Apotheker hysterische Kicheranfälle, und mit der Warnung vor Dihydrogen-Monoxid ist man auf jeder Chemiker-Party der absolute Knaller, da bleibt kein Auge trocken.

© markes

© markes

Da wir uns hier aber in einem Fußball-Blog befinden, frage ich mal neugierig in die Runde, wer denn den tollsten Fußballnerd-Insider-Witz kennt. Niemand meldet sich? Dann suchen wir ihn doch.

Wer wüsste da nicht besser Bescheid als die Herren und Damen Sportjournalisten und ganz besonders jene, die Mitglieder des Verbandes Deutscher Sportjournalisten (VDS) sind. Dazu muss man wissen, dass die Mitglieder des VDS den “Fußballer des Jahres” in Deutschland wählen. Das ist vor ein paar Tagen geschehen, und wenig überraschend hat Arjen Robben bei der Wahl mit großem Abstand Platz 1 belegt. Das sei ihm gegönnt.

Den 445 Journalisten, die dem holländischen Stürmer ihre Stimme gaben, kann man zu ihrer Fachkompetenz beglückwünschen; man kann sie aber auch humorlos, vielleicht sogar feige nennen, denn sie haben sich dem internen Wettbewerb der Sportjournalisten verweigert, der unter dem Motto „Die schrägste Stimme“ Jahr für Jahr im Geheimen stattfindet. Wer den kuriosesten Kandidaten wählt, wird zwar vom Chef getadelt, von den Lesern verspottet und vom Büronachbarn vom Politik-Teil wüst beschimpft. Im Kreise seiner Fachkollegen aber gilt er fortan als unerschrockener Draufgänger, der für einen guten Witz selbst die eigene Stadionakkreditierung verkaufen würde.

Doch die Geheimniskrämerei ist jetzt vorbei. Denn wir haben Euch und Euren Humor durchschaut. Wir sind Euch auf die Schliche gekommen. Und was haben wir dabei gelacht, uns auf die Schenkel geklopft, geprustet, bis das Bier aus der Nase kam.

Wer wissen will, wovon ich spreche, der schaue sich die Ergebnisliste der Wahl zum Fußballer des Jahres im Kicker an. Aber nicht die eigentliche Liste interessiert, denn sie führt bloß die Kandidaten, die mindestens zwei Stimmen erhielten. So kann man sich zwar darüber streiten, ob Marco Reus wirklich schon so gut und Heinz Müller wirklich noch so gut sein sollen, dass ihre Saisonleistungen preisverdächtig, ja im höchsten Maße ehrwürdig waren. Aber das ist nicht witzig… Vielmehr freuen wir uns über die Namen jener Spieler, die bei der Auszählung nur einziges Mal aufgerufen wurden.

So scheint uns doch tatsächlich jemand weißmachen zu wollen, Franck Ribéry habe in der letzten Saison nicht nur gefühlte 22 Verletzungen auskuriert, nicht nur eine delikate Affäre mit einer minderjährigen Prostituierten genossen, nicht nur im tumultartigen WM-Auftritt der französische Nationalmannschaft mitgemischt, sondern auch bei seinen 19 (!) Einsätzen derart fantastisch brilliert, dass er als bester Spieler der Bundesliga geehrt werden müsse. Nicht schlecht, aber für den Titel „Die schrägste Stimme“ reicht das noch nicht.

Das Votum für Andreas Beck kommt dem Titel da schon näher: Man stelle sich vor, der Spieler, der als letzter Streichkandidat im Kader die WM verpasst hat, lässt alle anderen Fußallkollegen, auch die furiosen WM-Halbfinalisten, hinter sich. Ja, nicht schlecht, das hat schon was.

Die Wahl Heiko Butchers ist dagegen so durchschnittlich wie dessen Spielweise; da muss man beim Namen „Raphael Schäfer“ und der Bilanz von 58 Gegentoren schon mehr schmunzeln. Maik Franz wäre in der „Gomez-Amanatidis-gleich-gibt’s-Saures-Saison“ witzig gewesen, jetzt aber schon nicht mehr. Aber da kommt ja noch ein Juwel, ein Kandidat für die schrägste Stimme: Mike Hanke.

Der war gut, der war wirklich gut! Hut ab!

Das ist eindeutig der erste Platz – in der Kategorie „Spieler“ wohlgemerkt, denn bei der Wahl zum “Trainer des Jahres” kommt es noch dicker. Wir begegnen dort Karsten Baumann (Osnabrück) und Dieter Fener (Saarbrücken), deren Namen aber mehr unbekannt denn witzig klingen. Das lockt uns nicht mehr hinter dem Ofen hervor.

Das ist bei Friedhelm Funkel schon ganz anders – wer es in 27 Spieltagen nicht geschafft hat, einen Verein wie Hertha BSC vor dem Abstieg zu retten, der hat wirklich Großes vollbracht und gehört geehrt. Witzig, keine Frage, und dennoch nur Vorgeplänkel für den Knaller, der jetzt kommt: Bei der Wahl zum Trainer des Jahres, die von der Wahl zum FUSSBALLER des Jahres und zur FUSSBALLERIN des Jahres flankiert wird, die der Kicker ins Leben rief und seitdem veranstaltet, die bislang ausschließlich von FUSSBALLERN gewonnen wurde und bei der nur FUSSBALLER gewählt werden, hat in diesem Jahr jemand für UWE KRUPP votiert!!!

Uwe Krupp ist Nationaltrainer der Eishockeynationalmannschaft!

Für die nächste Party lade ich mir einen Sportjournalisten ein!!!

Stadion-Wurst - Das Fußball-Blog

2 Portionen Senf

Heiko  on August 15th, 2010

gnahahaha! Danke für den Hinweis! Mike Hanke hingegen.. nunja.. ich hol mir ne wurst…

Hennes  on August 16th, 2010

Der Name “Mike Hanke” mag an sich ja keinen großen Lacher verursachen, aber die Verbindung Mike Hanke UND Fußballer des Jahres…also bitte, wer muss denn dabei nicht lachen?!

Er hat in der letzten Saison in der Bundesliga 666 Minuten gespielt.

EVIL!

Nee, ok, ich habe die Nachspielminuten nie dazu gezählt, aber das bedeutet, er hat insgesamt 18 Spiele bestritten, nur VIER über 90 Minuten. Davon wurden zwei vom Kicker mit der Note 5,0 bewertet. Das ergibt bei zwei Toren, erzielt an den letzten beiden Spieltagen, für mich einen veritablen Brüller!

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