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Bringen wir die Schäfchen ins Trockene

© Jenzig71

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Gestern entließ der 1. FC Köln seinen Trainer Zvonimir Soldo. Der Vereinsvorstand sah keine Möglichkeit zu einer weiteren Zusammenarbeit: “Die Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen. Es ist ihm [Soldo, d. Verf.] aber nicht gelungen, den Abwärtstrend zu stoppen. Die Mannschaft hat in Hannover so wenig gezeigt, dass es uns besser erschien, so zu handeln.“

Mit diesen Worten begründete Wolfgang Overath – von der Süddeutschen Zeitung zwar despektierlich, aber leider nicht ganz abwegig als „Präsidenten-Darsteller“ charakterisiert – die zweite Trainerentlassung in der laufenden Bundesligasaison. Wer möchte ihm da widersprechen? Er hätte auch einfach stumm die aktuelle Bundesligatabelle hochhalten können, um jeden Zweifel im Keim zu ersticken.

Die Stadionwürste wären allerdings nicht die Stadionwürste, wenn sie nicht spontan eine abseitige Verschwörung witterten. Scheiterte Soldo wirklich nur an der sportlichen Talfahrt des Teams? Gerieten die Herren Vereinsvorstände nur wegen der roten Laterne ins Schwitzen? Steckte nicht womöglich viel mehr dahinter? Oder anders gefragt: Sol(l) do(s) schon alles gewesen sein?

Und damit stechen wir direkt ins Wespennest: Des Trainers Name ist schuld an allem Übel. Denn wie soll man – bitteschön – mit einem onomatopoetischen Knäckebrot wie „Zvonimir Soldo“ eines der allseits beliebten Wortspiele zelebrieren?

Schon lange waren die Herren Meier und Overath neidisch auf die Mitkonkurrenten: In Hamburg trainiert die „Zauber-Veh“, in Dortmund sind längst alle „bekloppot“, in Frankfurt umschifft der „Skibber“ alle spitzen Felsen, die Bayern spielen in der Championsleague „Van Gaal-aktisch“, und in der Pfalz hauen sie den Gegner „Kurz“ und klein! Doch ganz besonders argwöhnisch beobachtet man seit langem das Treiben am Neckar. Erst war alles „Gross-artig“, und jetzt steckt man im „Keller“ fest. Was für ein Name – wie gemalt für die Kölner Trainerbank.
Am Sonntag riss dann endgültig der Geduldsfaden, man hatte einfach keine Lust mehr auf die immer gleiche dämliche Frage: „Sol(l) do(s) schon alles gewesen sein?“ Schluss damit! Frank Schaefer heißt ab jetzt der neue Trainer!

Jetzt wird die Spielerherde von einem neuen „Schaefer“ betreut. Ja, das klingt schon ganz anders. Man stelle sich vor, Köln gewinnt am Dienstag nach zögerlichem Beginn und 0:2-Rückstand mit 5:3 gegen 1860 München: Der „Schaefer“ im Wolfspelz schlägt zu! Oder der BILD-Zeitung gelingt ein Schnappschuss von einem sitzenden Trainer, der seinen Spielern beim schweißtreibenden Training zuschaut: Faule “Schaefer” haben gute Hunde!

Ja, da kommen „dolle“ Zeiten auf uns zu…hups!

Stadion-Wurst - Das Fußball-Blog

3 Portionen Senf

najanaja  on October 28th, 2010

– wenigstens nich schon wieder Meiergeheule. ich hab ja jetzt schon genug davon ^^

Hennes  on October 29th, 2010

Was meinst Du denn mit “Meiergeheule”? Die verbale Prügel, die Manager Meier in diesen Tagen einstecken muss?

Stimmt, die sucht man hier vergebens…das heißt aber nicht, dass ich dem guten Herrn Meier in den nächsten Tagen nicht noch eine mündliche Kopfnuss verpasse.

Er macht einfach keinen guten Job, das ist ja auch längst bei den Fans angekommen.

Sehr schön hat das übrigens Philipp Selldorf in der SZ in Worte gefasst: “Bis auf das Fußballspiel war es ein angenehmer Abend in Köln-Müngersdorf. Die Luft war frisch, der Lärm hielt sich in Grenzen, schließlich war das Stadion nur halb gefüllt. Zumindest die beiden Fankurven waren voll, zum Nachteil des Kölner Managers Michael Meier. In loser Folge vertrieben sich die FC-Fans die Zeit damit, auch seine Entfernung aus dem Amt zu fordern.”

Also, Du siehst, ich habe noch nicht genug vom “Meiergeheule”! ;-)

Angela Probst  on March 13th, 2011

Echt spitze die ganze Seite hier, kann eigentlich nur meinen ehrlich gemeinten Lob aussprechen!

Gib Deinen Senf dazu!