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Ein Dorf namens USA

Vor sechs Wochen der Kaiser, jetzt der Bomber – irgendwann haben wir alle mal Geburtstag. Gerd Müller sogar schon zum 65. Mal – ein Grund für die Stadionwürste, leise zu gratulieren.

Denn anders als Franz “Die Lichtgestalt” Beckenbauer galt Gerd Müller zeitlebens als Mann der vielen Tore und der wenigen Worte. Er war selbst als erfolgreicher Spieler mit einer galaktischen Torquote angenehm unprätentiös, unglamourös, immer mehr Fußballer als Medienstar. Mitunter überraschte er mit einer kindlich-unschuldigen Naivität, die einem die Sprache verschlägt:



Dachte Gerd Müller wirklich, man müsse nur einmal den großen Teich überqueren und schon laufe man Dean Martin oder Charles Bronson über den Weg? Oder war er schon immer mit einem feinen Sinn für Humor gesegnet und hielt auch hier Reporter und Zuschauer zum Narren?
Für seinen Humor würde auch der folgende Werbespot sprechen, in dem er frech auf seinen Beinamen “kleines, dickes Müller” anspielt. Aber die Worte wurden ihm ja wahrscheinlich von einem schlauen Werbestrategen in den Mund gelegt.

Wo ist eigentlich die Kuh im aktuellen Müllermilch-Werbespot mit Gerd und Thomas Müller?

Um sich dem stillen Müller, dem Torjäger Müller, dem Mitspieler Müller und dem Menschen Gerd Müller behutsam und vor allem in gebotener Ehrerbietung zu nähern, sind folgende Erzeugnisse neumedialer Produktionsprozesse wohl am besten geeignet. Sie sind mit ca. 12 Minuten pro Teil nicht kurz – darauf sei an dieser Stelle hingewiesen. Aber die Zeit ist gut investiert!
Gerd, alles Gute, das ist für Dich:

Teil 1

Teil 2

Stadion-Wurst - Das Fußball-Blog

7 Portionen Senf

Hennes  on November 4th, 2010

Also ich bekomme jedes Mal eine Gänsehaut, wenn man Ausschnitte aus dem Jahrhundertspiel Deutschland vs Italien sieht. Mit dem englischen Erzähler wirkt alles noch viel epischer…

heinzkamke  on November 5th, 2010

Dieses Nicken von Michael Palme, das drückt schon Fassungslosigkeit aus, oder?

Hennes  on November 5th, 2010

@ heinzkamke: Absolut! Ich selbst bin auch nach dem 812. Durchlauf des Videos immer noch perplex, mit welcher Ernsthaftigkeit und – wie erwähnt – kindlichen Naivität Gerd Müller seine Antwort vorträgt.

Als hätte er mit dem Erhalt des Visums die letzte Hürde genommen, und nun stünde dem Treffen mit Bronson und Martin rein gar nichts mehr im Wege!

Ich wurde schon darauf hingewiesen, unbedingt mal zu recherchieren, ob er seine Idole auch tatsächlich getroffen hat. Vielleicht lässt mir das Wochenende Zeit, ein wenig nachzuforschen…

heinzkamke  on November 5th, 2010

Zumindest scheint das Thema “noch nicht durch gewesen zu sein: S. 9, unten.

heinzkamke  on November 5th, 2010

Noch ein Versuch:
S. 9, unten

Hennes  on November 6th, 2010

Vielen Dank für den Hinweis, heinzkamke!!!

Ich habe das Interview mit Genuss gelesen und bin – nach intensiver Sichtung der Seite 9, unten – fasziniert von dem Gedanken, dass der Name “Dean Martin” in den 70ern unter Fußballern sozusagen als Synonym für “Reporterverarsche” benutzt wurde. Man stelle sich nur mal vor, die Spieler von Bayern München hätten schon vor Gerd Müllers Wechsel untereinander immer rumgeblödelt, wie es Sepp Maier so anschaulich erzählt. Das würde nämlich dann in der Tat bedeuten, dass Gerd Müller dem fragenden Michael Palme mit seiner Antwort einen wunderbaren Bären aufgebunden hätte – und zwar mit einem gespielten Ernst, der einem Pokerface alle Ehre machen würde. Großartig!

Warst Du nicht auch im Frühjahr bei der T-Home-Präsentation in der Allianz Arena, bei der Gerd Müller kurz vorbeischaute? Sollte sich solch eine Gelegenheit auch im nächsten Jahr wieder bieten, dann muss unbedingt jemand Gerd Müller nach seinen wahren Beweggründen fragen. Super Geschichte…

heinzkamke  on November 14th, 2010

Wie Du sagst: großertiger Gedanke, dass Müller Palme derart cool hochgenommen haben könnte.

Allianz Arena: guter Ansatz!

Gib Deinen Senf dazu!