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Los, eins, zwei…

In Düsseldorf steht es noch 0:0, die 68.Minute läuft, der MSV Duisburg ist zu Gast, und das Spiel ist leidlich interessant. Typische Zweitligabegegnung am Montagabend, die nur spannend findet, wer entweder Rudi Bommer heißt und als Co-Kommentator zum Zuschauen gezwungen ist oder nichts anderes zu tun hat – wie ich.

Eigentlich hätte das Spiel noch nicht einmal eine Randnotiz verdient, wäre da nicht der Kommenator, der, wann immer ein Spieler sich ein wenig schneller als der Rest auf einem der beiden Flügel entlang der Seitenlinie vorwärtsbewegt, davon spricht, dass eben jener flinke Flügeflitzer “marschiere”. “Schuster marschiert”, “Grilic marschiert”, ja sogar die Hertha aus Berlin marschiert und zwar an der Spitze der Zweitligatabelle.

Was soll das? Warum geht man mir mit dem inflationären Gebrauch eines ungeeigneten Verbs derart auf die Nerven? Ich sage ja nicht, dass “marschieren” als Beschreibung des munteren Hetzens mit Ball völlig falsch wäre. Aber selbst jene unter uns, die, wie ich, glücklicherweise noch keinen Krieg miterleben mussten und die den Charme eines Altenheims, eines Rettungswagens oder eines Kulturcafés der gemeinschaftlichen Bundeswehr-Atmosphäre vorgezogen haben, assoziieren unter Umständen mit dem Verb “marschieren” genau jene Bedeutung, die das Verb auch ausdrücken möchte: eine im Gleichschritt voranschreitende Formation aus Menschen, die wahlweise behelmt und uniformiert, vielleicht aber auch nur übermütig und auf dem Schulhof rumblödelnd sich durch die Gegend walzt.

Ich will hier ja nicht wieder das Fass “Der Fußball und die Kriegsrhetorik” aufmachen, aber ein Einzelner Mensch, der im Fußballtrikot an der Seitenlinie “marschiert”, ist entweder ein eitler Geck, ein betrunkener Wettverlierer oder ein eingeschmuggelter Nordkoreaner. Alles andere macht wenig Sinn.

So wenig Sinn wie dieses Spiel: 85. Minute, inzwischen steht es sogar 1:0 für Düsseldorf – durch ein Eigentor der Duisburger.

Stadion-Wurst - Das Fußball-Blog

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Los, eins, zwei  on December 17th, 2010

[...] Los, eins, zwei [...]…

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