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Willkommen in der Schießbude der Liga!

Menschen reagieren auf Herausforderungen ganz unterschiedlich. Während der eine angesichts eines Berges von Arbeit oder einer kniffligen Aufgabe wie paralysiert wirkt und sich von der kaum zu meisternden Herausforderung lähmen lässt, gibt sich der andere geradezu euphorisch und geht mit Mut und Optimismus ans schwierige Werk. Zu welcher Sorte Mensch Assani Lukimya gezählt werden darf, lässt sich hier leider nicht beantworten. Sicher ist hingegen, dass ihn bei seinem neuen Arbeitgeber nicht nur ein riesiger Berg Arbeit erwartet, sondern zusätzlich noch einige knifflige Aufgaben gelöst werden wollen.

Assani Lukimya spielt derzeit beim Tabellendritten der zweiten Fußballbundesliga Fortuna Düsseldorf und wechselt im Sommer überraschend nach Köln. Überraschend deswegen, weil ihn laut hartnäckiger Gerüchte und wiederholter Presseberichte mindestens die halbe Bundesliga jagte. Denn Lukimya spielt bislang eine herausragende Saison im Abwehrzentrum des Aufstiegskandidaten. Er überzeugt durch starke Zweikampfwerte, zeigt sich sicher im Kopfballspiel und kann mit präzisen Pässen ein Spiel strategisch glänzend eröffnen. Sein Kickernotendurchschnitt bewegt sich beständig auf hohem Niveau (2,87) und zeichnet ihn derzeit als zweitbesten Feldspieler in Liga Zwei aus.

Warum er ausgerechnet zum Krisenclub in die Domstadt wechselt, gibt zwar Grund zur Freude, aber dennoch Rätsel auf. Man vermutet, Lukimya wolle gerne in geographischer Nähe zu Düsseldorf bleiben. Damit hätte er aber auch bei Meister Dortmund landen können, doch wahrscheinlich nur als Backup für die gesetzte Innenverteidigung Subotic/Hummels. Beim FC Köln winkt ihm hingegen ein Stammplatz in der ersten Elf.

Doch auch Gladbach schien hartnäckiges Interesse zu zeigen, vor allem, seit sich die Zeichen für einen Dante-Wechsel verdichten. Vermutlich hätte er angesichts der dank Marco Reus prall gefüllten Kassen am Niederrhein mehr verdienen können als in Köln. Zudem hätten Auftritte in der Champions League gewunken. Möglicherweise ist aber der nicht zustande gekommene Wechsel einfach ein deutliches Zeichen dafür, dass Dante doch in Gladbach bleibt. Alles nur Spekulation.

Vielleicht reizt Assani Lukimya aber auch einfach die Schwierigkeit der Aufgabe, die in Köln auf ihn wartet. Wie herausfordernd die Abwehrarbeit bei den Geißböcken mitunter sein kann, zeigte die Mannschaft am Sonntag wieder einmal eindrucksvoll. Borussia Dortmund lief nach einem Rückstand zu Hochform auf und erzielte sechs, teilweise berauschende Treffer. Natürlich kann man vom Hochgeschwindigkeitsfußball des Deutschen Meisters überrollt werden; das Schicksal ereilte den FC nicht exklusiv und teilt er sich mit anderen Teams. Trotzdem geht in Köln angesichts des auf einen Punkt geschmolzenen Abstands zur Abstiegszone die Angst um. Ein weiterer Abstieg droht, mit erheblichen finanziellen Einbußen, mit Zuschauerschwund, mit einer Zweitligasaison ohne Podolski – dafür mit Assani Lukimya.

Auch ihm dürfte beim Anblick der kölschen Krise das Herz in die Hose rutschen, droht doch das Schreckensszenario, dass in der nächsten Saison die alten Kollegen bei der Fortuna Erstligafußball spielen, während Lukimya mit dem FC an der Mission „Direkter Wiederaufstieg“ feilt. Doch vielleicht ist er ja einer jener Menschen, für die zukünftige Herausforderungen nicht knifflig und schwierig genug sein können. Dann ist er beim 1.FC Köln genau richtig. Herzlich willkommen!

Stadion-Wurst - Das Fußball-Blog

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