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	<title>StadionWurst - Das Fussball Blog &#187; Chorizo, Mortadella, Krakauer &amp; Co</title>
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	<description>Das Fussball Blog - Ein etwas anderer Blick auf Bundesliga, internationalen Fußball und die Geschichten rund um den Rasensport.</description>
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<title>StadionWurst - Das Fussball Blog</title>
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		<title>Nach der Saison ist vor der Saison – Die Internationalen (4)</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Jul 2011 12:23:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hennes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Chorizo, Mortadella, Krakauer & Co]]></category>
		<category><![CDATA[Europa League]]></category>
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		<category><![CDATA[Mirko Slomka]]></category>
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Europa League &#8211; Heute: Hannover 96
Der FC Bayern München steht in meiner persönlichen Popularitätsskala nicht wirklich weit oben. Dabei bin ich &#8211; was selten genug vorkommt &#8211; weder Freund noch Feind dieses Clubs, der so gerne polarisiert. Mir ist in der Regel ziemlich egal, was sich an der Säbener Straße abspielt. Im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong></p>
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<div id="attachment_1900" class="wp-caption alignleft" style="width: 190px"><a href="http://www.flickr.com"><img class="size-full wp-image-1900" title="Europa_League_Cup1" src="http://stadion-wurst.bplaced.net/wp-content/uploads/2011/07/Europa_League_Cup1_lanan_flickr_180.jpg" alt="© lanan_flickr" width="180" height="240" /></a><p class="wp-caption-text">© lanan_flickr</p></div>
<p></strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Europa League &#8211; Heute: Hannover 96</strong></p>
<p>Der FC Bayern München steht in meiner persönlichen Popularitätsskala nicht wirklich weit oben. Dabei bin ich &#8211; was selten genug vorkommt &#8211; weder Freund noch Feind dieses Clubs, der so gerne polarisiert. Mir ist in der Regel ziemlich egal, was sich an der Säbener Straße abspielt. Im Ligabetrieb halte ich, dank des David-gegen-Goliath-Prinzips, immer gegen die Münchener, in den europäischen Ligawettbewerben drücke ich ihnen dagegen regelmäßig die Daumen.</p>
<p>Dennoch muss schon viel passieren, damit ich mich auch an normalen Bundesligaspieltagen für einen Sieg des Rekordmeisters begeistern kann. In der letzten Saison jedoch mutierte ich zeitweise gar zum Bayernfan. Denn am Ende der Saison 2010/2011 drohte Hannover 96 auf Platz 3 und damit in der Qualifikationsrunde für die Champions League zu landen. Noch am 31. Spieltag lagen die Niedersachsen vor den Münchenern und schnupperten an Europas höchster Spielklasse, bis ihnen zum Schluss dann doch die Puste ausging. Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich in jenen letzten Wochen dem FC Bayern fester denn je die Daumen drückte. Ich konnte mich einfach nicht mit dem Gedanken anfreunden, im Herbst 2011 Hannover als deutschen Vertreter in der Champions League anfeuern zu müssen. So wenig Sympathie die Bayern auch verströmen, so wenig Klasse, Esprit und Glanz versprüht im Vergleich der graue Durchschnittsverein aus Hannover.</p>
<p>Schließlich ging der Kelch jedoch an mir vorüber und Hannover landete auf Platz vier und damit in der Europa League. Ein grauer Wettbewerb für einen grauen Verein- jeder Club bekommt das, was er verdient. Die spannende Phase der Europa League wird Hannover 96 nicht erreichen; ebenso wenig wie die zähe und überflüssige Gruppenphase. Zwar lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht definitiv sagen, ob der deutsche Verein ein Setzkandidat für die Playoff-Spiele sein wird und auf welche Teams er treffen kann, doch klingen die Namen potentielle Gegner wie Tottenham Hotspur, Spartak Moskau, Paris St. Germain, Lazio Rom oder PSV Eindhoven nach großem Fußball – im Gegensatz zu Hannover 96.</p>
<p>Dennoch sollte man sich nicht täuschen: Der Kader der Niedersachsen ist nicht schlecht und hat manch Gourmethäppchen zu bieten.<br />
<span id="more-1892"></span><br />
Im Tor steht ein junger Mann, der als überaus talentiert einzustufen ist und der sich im internen Konkurrenzkampf gegen Florian Fromlowitz, ebenfalls kein schlechter Torhüter, durchzusetzen wusste. Ron-Robert Zieler, 22 Jahre jung, kann zwar mit Manchester United auf einen prominenten Club-Namen in seinem Lebenslauf verweisen, kam dort jedoch ausschließlich im Reserveteam zum Einsatz. Daher beschränkt sich die Erfahrung des reaktionsschnellen Torwarts mit guter Strafraumbeherrschung auf hohem Profiniveau gerade mal auf 15 Bundesligaspiele im Trikot von Hannover 96. Ein Manko, das möglicherweise erst in der besonderen Drucksituation einer knappen Playoff-Partie in der Europa League zum Tragen kommen wird. Auch Ersatztorhüter Markus Miller verfügt über keine internationale Erfahrung, darf aber dennoch verlässlicher und überzeugender Backupkeeper gelten.</p>
<p>Die Abwehr ist ein solides Bollwerk. In der Innenverteidigung bilden Pogatetz und Haggui ein gutes Innenverteidigerpaar, das jedoch nicht durch Ausfälle gesprengt werden darf. Mit Mario Eggimann sitzt bloß ein weiterer Innenverteidiger mit hohem Niveau auf der Bank, zumal jener dieses Niveau in Hannover bislang viel zu selten gezeigt hat. Die Außenverteidigerpositionen sind mit Cherundolo und Schulz ebenfalls gut besetz. Doch für die große Bedeutung, die die Außenverteidiger inzwischen im modernen Fußball haben, sind die zur Verfügung stehenden Spieler zu bieder und durchschnittlich. Die Bank ist mit Chahed und vor allem mit Neuzugang und Ex-Nationalspieler Christian Pander nicht so dünn besetzt wie im Innenbereich. Fraglich bleibt, ob Letztgenannter mehr durch Glanzpunkte auf dem Platz oder Auftritte im Rehazentrum von sich reden machen wird.</p>
<p>Das Mittelfeld von Hannover 96 ist ähnlich wie die Abwehr solide besetzt, wird aber europäischen Ansprüchen nicht genügen. Kronjuwel Konstantin Rausch wird sich im Vergleich zur formidablen Vorsaison noch einmal steigern und bald dem Lockruf eines größeren Clubs erliegen. Zusammen mit dem absoluten Chef im Mittelfeld, Sergio Pinto, wird er auch in der Europa League versuchen, das Spiel der Hannoveraner aufzuziehen. Dennoch hat er darunter zu leiden, dass seine Mitspieler mehr das Format des biedern Arbeiters besitzen. Stindl, Lala, Andreasen, Stoppelkamp, Hauger oder Schmiedebach können auf europäischer Ebene die Gegner nicht in Angst und Schrecken versetzen.</p>
<div id="attachment_1901" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://www.flickr.com"><img class="size-full wp-image-1901" title="Europa_League_Hannover" src="http://stadion-wurst.bplaced.net/wp-content/uploads/2011/07/Europa_League_Hannover_andimoe_flickr_500.jpg" alt="©andimoe_flickr" width="500" height="375" /></a><p class="wp-caption-text">©andimoe_flickr</p></div>
<p>Hannovers Sturm ist auf den ersten Blick das Sahnestück in Hannovers Kader. Der Ivorer Didier Ya Konan wusste in der vergangenen Saison restlos zu überzeugen und erzielte in 28 Spielen 14 Tore. Er ist sehr schnell, technisch versiert und agiert abgeklärt vor dem Tor. Dass seine Leistung keine Eintagsfliege ist, deutete er bereits in der Saison 90/10 an, als ihm in 25 Spielen neuen Tore gelangen. Ya Konan kann mit seinen Fähigkeiten jeden Verteidiger von europäischem Format vor große Probleme stellen.</p>
<p>Sein Nebenmann Mohammed Abdellaoue feierte in der letzten Saison seinen Durchbruch mit 10 Toren in 26 Spielen. Er wird allerdings erst noch den Nachweis erbringen müssen, dass er diese Leistung auch zu bestätigen vermag. Jan Schlaudraff, der nach Jahren als unerfülltes Versprechen plötzlich wie Phönix aus der Asche stieg und ebenfalls eine Saison voller Höhepunkte erlebte, steht ebenfalls in der Pflicht, Konstanz und Kontinuität in seinen Leistungen zu zeigen. Ergänzt wird die stürmende Troika von Neuzugang Artur Sobiech, der als ungemein talentiert gilt, indes mindestens noch eine Saison brauchen wird, um sich an Tempo, Härte und Niveau der Bundesliga gewöhnen zu können – von der Europa League ganz zu schweigen.</p>
<p>So ist die Hannoveranische Angiffsreihe für Europa gut gerüstet. Zumal sie unter Trainer Mirko Slomka in ein Spielsystem eingepasst wird, das auf die schnellen Stürmer zugeschnitten ist. Hannover hat wie kaum eine andere deutsche Mannschaft das schnelle Umschalten von Abwehr auf Angriff perfektioniert. Bei gegnerischem Ballbesitz pressen die Spitzen gegen den Ball, ziehen sich aber wie das gesamte Team zurück. Wann immer möglich wird der ballführende Gegenspieler gedoppelt, um bei Balleroberung das Spielgerät mit zwei, drei Kontakten vertikal in die Spitze zu befördern, wo Ya Konan und Abdellaoue an der Grenze zum Abseits auf Steilpässe warten. Doch auch der kontrollierte Spielaufbau ist für Hannover inzwischen kein Fremdwort mehr. Von Pinto ausgehend wird der Ball nach vorne getragen, von der hängenden Spitze Schlaudraff kreativ verarbeitet oder über die linke Seite von Konstantin Rausch mit Tempo Richtung Strafraum gebracht.</p>
<p><strong>Fazit:</strong></p>
<p>Mirko Slomka ist es gelungen, ein Team ohne Stars aufzubauen, ein schnelles, nur auf den Kader zugeschnittenes Spielsystem zu etablieren und die Mannschaft zu überraschender Konstanz anzutreiben. Doch wie hat schon Boris Beckers Mentor Ion Tiriac gesagt:</p>
<blockquote><p>Es ist schwierig, an die Spitze zu kommen, aber zehnmal schwieriger, sich oben zu behaupten! (Ion Tiriac, <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13516543.html" target="_blank">Spiegel</a> 31/1985)</p></blockquote>
<p>In der anstehenden Saison muss Hannover 96 beweisen, dass der Erfolg eine solide Basis hat. Mit der zusätzlichen Belastung aus der Europa League müssen die Spieler erst einmal zurecht kommen, zumal der Kader in der Breite alles andere als stark besetzt ist. Ausfälle von Schlüsselspielern wie Pogatez, Pinto, Rausch oder Ya Konan können die Hannoveraner noch nicht kompensieren.</p>
<p>Ich hege jedoch den starken Verdacht, dass der Großteil des Teams in der letzten Saison am optimalen Limit spielte. Die Mannschaft wird einen ähnlichen Husarenstreich nicht wiederholen können. Auf europäischer Ebene wird das junge Team Lehrgeld bezahlen, vor allem, da der Kader ohne große internationale Erfahrung in den Wettbewerb gehen wird. Laut <a style="color: #7eba09; text-decoration: none;" href="http://www.transfermarkt.de/" target="_blank">transfermarkt.de</a> hat der aktuelle Kader von Hannover 96 184 internationale Spiele bestritten (inkl. Qualifikationsspiele auf internationaler Ebene, ohne Länderspiele, pro Spieler kumulativ addiert; Quelle: www.transfermarkt.de), ein im Vergleich mit den bislang analysierten Mannschaften von Bayern München (710), Borussia Dortmund (229) und Bayer Leverkusen (436) sehr niedriger Wert.</p>
<p>Daher lehne ich mich wohl kaum weit aus dem Fenster, wenn ich prognostiziere, dass Hannover 96 nicht nur in den Playoffs zur Europa League-Gruppenphase die Segel wird streichen müssen, sondern dass auch in der anstehenden Bundesligasaison keine Notwendigkeit mehr bestehen dürfte, Bayern München die Daumen zu drücken &#8211; Platz 3 wird für Hannover so schnell nicht mehr in Reichweite kommen.</p>
<p><strong>Stadion-Wurst-Prognose: Aus nach der Playoff-Runde</strong></p>
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		<title>Nach der Saison ist vor der Saison – Die Internationalen (3)</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Jul 2011 19:16:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hennes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Chorizo, Mortadella, Krakauer & Co]]></category>
		<category><![CDATA[Arjen Robben]]></category>
		<category><![CDATA[Championsleague]]></category>
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		<description><![CDATA[Champions League-Qualifikation – Heute: Bayern München
Große Siege werden häufig schon im Moment der bitteren Niederlage geboren. Dirk Nowitzki ließ vor wenigen Wochen nach seinem Triumph mit den Dallas Mavericks gegen Miami Heat verlauten, in den entscheidenden Momenten der Serie hätte er seine größte Motivation aus den Gedanken an die Finalniederlage gegen denselben Gegner fünf Jahre [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Champions League-Qualifikation – Heute: Bayern München</strong></p>
<p>Große Siege werden häufig schon im Moment der bitteren Niederlage geboren. Dirk Nowitzki ließ vor wenigen Wochen nach seinem Triumph mit den Dallas Mavericks gegen Miami Heat verlauten, in den entscheidenden Momenten der Serie hätte er seine größte Motivation aus den Gedanken an die Finalniederlage gegen denselben Gegner fünf Jahre zuvor gezogen. Seinem Teampartner Jason Terry ging es nicht anders.</p>
<div id="attachment_1873" class="wp-caption alignleft" style="width: 250px"><a href="http://www.flickr.com/photos/andreas1980/2409652529/"><img class="size-full wp-image-1873" title="Bayern_Muenchen_II" src="http://stadion-wurst.bplaced.net/wp-content/uploads/2011/07/Bayern_Muenchen_II.jpg" alt="Bayern_Muenchen_II" width="240" height="180" /></a><p class="wp-caption-text">© Färdder</p></div>
<p>Auch der FC Bayern München hat in seiner Vereinshistorie schon mit der kausalen Niederlage-Sieg-Kette Bekanntschaft gemacht. Der historischen Schlappe gegen Manchester United im Champions League-Finale 99/00 folgte der Sieg zwei Jahre später gegen den FC Valencia im Elfmeterschießen. Noch heute sind sich alle Beteiligten einig, dass der Gipfelsturm 2000/01 erst nach dem Tal der Tränen folgen konnte.</p>
<p>Bittere Niederlagen können ein Team also nachhaltig verbessern. Sie können einzelne Protagonisten an ihr Leistungslimit führen wie Nowitzki und Terry, sie können den Zusammenhalt und den Geist einer Mannschaft festigen wie bei den Bayern um die Jahrtausendwende…manchmal bleibt aber auch einfach alles, wie es ist.</p>
<p>Bestes Beispiel gaben die Bayern selbst, und zwar vor gar nicht allzu langer Zeit: Unter dem inzwischen entlassenen Louis van Gaal spielten die Münchener eine famose Saison 2009/2010, wurden souverän Deutscher Meister, gewannen den DFB-Pokal, und in der Champions League scheitert man erst im Finale. Dort war Inter Mailand die ausgebufftere Elf und obsiegte in einer Partie mit gefühlten 20 % Ballbesitz schließlich mit 2:0. Doch wer jetzt dachte, im Team des deutschen Rekordmeisters begänne im Moment der Niederlage eine Metamorphose, finde eine Art innerer Schwur statt, sich dann eben im folgenden Jahr die Krone Europas aufzusetzen, der sah sich spätestens in der Folgesaison getäuscht. Im Achtelfinale kam es zur Neuauflage des Finales. Im Hinspiel gewann Bayern mit 1:0 in Mailand und ließ im Rückspiel in München eine erste Halbzeit folgen, in der die Italiener förmlich an die Wand gespielt wurden. Leider vergaß man, die nötigen Tore zu erzielen, und so schied man plötzlich und fast unbemerkt nach einer kuriosen zweiten Hälfte und einer 2:3-Niederlage aus. Nichts hatte man gesehen von einer „Jetzt erst recht“-Einstellung, von einer rachsüchtigen Motivation, von einem Teamgeist, der wie ein Ruck die Mannschaft durchzuckt hätte.<br />
<span id="more-1869"></span><br />
Nun hat der Blick in die Vergangenheit nur bedingt Aussagekraft, wenn man eine Prognose für die Zukunft wagen möchte. Dennoch leitet sich aus der Bewertung dessen, was war, meine Einschätzung dessen ab, was sein wird.</p>
<p>Bayern München wird die Playoffs  zur Champions League ungefährdet überstehen. Zwar warten als potentielle Gegner keine qualitativen Leichtgewichte, aber als selbsternannter europäischer Spitzenverein muss der FC Bayern einfach den Anspruch haben, Vereine wie Benfica Lissabon, Standard Lüttich, Twente Enschede, Rubin Kasan, FC Zürich oder Udinese Calcio nach Hin- und Rückspiel klar zu besiegen. Das wird die Mannschaft um Jupp Heynckes auch problemlos schaffen, ebenso wie die Qualifikation fürs Achtelfinale. Denn der Klub-Koeffizient, der die Einteilung in die Lostöpfe für die Zusammenstellung der Champions League-Gruppen regelt, ist dank Bayerns stetiger Präsenz in Europas exklusiver Spielklasse hoch genug, um den ganz großen Konkurrenten vom Kaliber eines FC Barcelona in der Gruppenphase aus dem Weg zu gehen.</p>
<p>Doch nicht nur die externen Faktoren stehen günstig, sondern auch die inhärente Qualität des Münchener Kaders verspricht eine erfolgreiche Saison. Mit Manuel Neuer ließ sich der vielleicht beste Torhüter der Welt verpflichten. Er wird nicht nur der in der letzten Saison schwächelnden Abwehr neue Sicherheit verleihen, sondern das gesamte Team stabilisieren. Fraglich bleibt, ob er auch in Sachen Einstellung und Siegeswillen das Erbe eines Oliver Kahn anzutreten vermag.</p>
<p>Die Abwehr des Rekordmeisters gibt zum aktuellen Zeitpunkt noch Rätsel auf. Während die Außenpositionen mit Lahm und Rafinha fest vergeben sein dürften, ist noch unbekannt, wer in der Mitte verteidigen wird. Boateng und Badstuber? Van Buyten und Breno? Das größte Manko der noch im Aufbau befindlichen Abwehr wird denn auch ihre fehlende Eingespieltheit sein.</p>
<p>Die Außenverteidiger erfüllen in der Vorwärtsbewegung mit Sicherheit höchste internationale Ansprüche, doch in der Defensivarbeit zeigen sie mitunter Schwächen. Vor allem Philipp Lahm hat eine für seine Verhältnisse schwache Saison hinter sich. Man darf gespannt sein, wie er den Seitenwechsel von rechts nach links meistern wird.</p>
<p>Im  zentralen defensiven Mittelfeld ist der Rekordmeister mit Bastian Schweinsteiger und Luis Gustavo herausragend besetzt. Dennoch muss Schweinsteiger, der 2010 scheinbar den letzten Schritt auf dem Weg zum Weltklassespieler gegangen zu sein schien, unter Beweis stellen, dass er die Chefrolle übernehmen kann. Zu deutlich war der Qualitätsverlust im Spiel der Münchener nach dem Abgang von Mark van Bommel. Fraglich bleibt zudem, ob die Bank potentielle Ausfälle abfedern kann – bislang eine traditionelle Stärke des Bayern-Kaders. Tymoshchuk wird mit steigendem Alter nicht schneller und Pranjic und Kroos fühlen sich im vorderen Mittelfeld deutlich wohler als in der Defensivzentrale. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit nicht gerade gering, dass sie weiter vorne ihre Kollegen Ribéry und Robben vertreten müssen.</p>
<div id="attachment_1872" class="wp-caption alignleft" style="width: 650px"><img class="size-full wp-image-1872" title="Champions_League_II" src="http://stadion-wurst.bplaced.net/wp-content/uploads/2011/07/Champions_League_II1.JPG" alt="© cc-by-2.0 " width="640" height="313" /><p class="wp-caption-text">© cc-by-2.0 </p></div>
<p>Die Offensivabteilung, bestehend aus Müller, Robben, Ribéry und Gomez, ist in der Lage, jede Defensive durcheinander zu wirbeln. Wenn, ja…</p>
<ul>
<li>wenn die verletzungsanfälligen Beine von Robben und Ribéry gesund bleiben</li>
</ul>
<ul>
<li>wenn Gomez auch nur annähernd an seine überragende letzte Saison anknüpfen kann</li>
</ul>
<ul>
<li>wenn Thomas Müller in seinem Spiel mehr Konstanz zeigt</li>
</ul>
<p>Man sieht, die Planeten müssten in einer schier unwahrscheinlich optimalen Konstellation zueinander stehen, damit sich die Offensivkraft in ihrer ganzen Stärke entfalten kann. Leider wird das auch in der kommenden Saison nur zu selten der Fall sein. Sollte sich Mario Gomez verletzen, wird man darüber hinaus rasch registrieren, dass selbst ein Ivica Olic ein ganzes Jahr Verletzungspause nicht einfach wegsteckt und der Schritt von Liga Zwei in die Champions League nicht nur für Nils Petersen mindestens genauso groß ist, wie er sich anhört.</p>
<p>Der Trainer Jupp Heynckes besticht durch seine langjährige Erfahrung, auch auf höchstem Vereinsniveau. Als Coach von Real Madrid gelang ihm bereits ein Triumph in der Champions League. Schien es noch vor ein paar Jahren, als sich seine Engagements auf Schalke und in Mönchengladbach eher zum Fiasko entwickelten, als könne er guten Gewissens aufs Abstellgleis für verdiente, aber längst überflüssige Trainer geschoben werden, bewies er erst bei seinem Kurz-Intermezzo in München und dann vor allem in Leverkusen, dass er sich auch im fortgeschrittenen Alter noch einmal neu erfinden kann.</p>
<p>Die junge Leverkusener Mannschaft bestach durch einen wohlgeordneten, temporeichen Kombinationsfußball, dessen Erfolg nur deshalb nicht so hell erstrahlte, weil er von furiosen Dortmunder Überfliegern in den Schatten gestellt wurde. Heynckes wies jedenfalls nicht nur seine taktischen und fußball-pädagogischen Qualitäten nach, sondern wusste auch durch seinen Umgang mit den Spielern zu überzeugen. Er ließ sich von der Ballack-Comeback-Diskussion nicht aus der Ruhe bringen, widerstand dem externen Druck, ließ den Star lange schmoren und integrierte ihn danach geräuschlos ins Team. Ebenso gelang es ihm, junge Spieler zu fordern, zu fördern und behutsam aufzubauen.</p>
<p>Das Team der Münchener steht in Sachen Erfahrung seinem Trainer in nichts nach. Laut <a href="http://www.transfermarkt.de" target="_blank">transfermarkt.de</a> hat der aktuelle Kader von Bayern München 710 internationale Spiele bestritten (inkl. Qualifikationsspiele auf internationaler Ebene, ohne Länderspiele, pro Spieler kumulativ addiert; Quelle: www.transfermarkt.de), ein im Vergleich mit den bislang analysierten Mannschaften von Borussia Dortmund (229) und Bayer Leverkusen (436) sehr hoher Wert.</p>
<p><strong>Fazit: </strong></p>
<p>Viele Faktoren sprechen für eine erfolgreiche Champions League-Saison des FC Bayern München. Das Spielermaterial hat die Qualität der Extraklasse, das Team ist erfahren und der Trainer ist der vielzitierte „alte Fuchs“. Dennoch gibt es einige gewichtige Faktoren, die der Erfolgsprognose widersprechen: Von der noch gesuchten Abwehrformation lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, ob sie mehr einem Betonriegel oder einem Hühnerhaufen ähneln wird. Die zarten Beinchen der Stars Robben und Ribéry werden wahrscheinlich auch nächste Saison nicht verletzungsfrei bleiben. Und schließlich – und da finden die beiden losen Enden des Kreises zueinander – fehlt dem FC Bayern zu Beginn des 2010er Jahrzehnts jener besondere Mannschaftsgeist, jener unzerbrechliche Kitt, jener Teamspirit, von dem die Leute auch in Zukunft noch sprechen werden. Das Ausscheiden in der Champions League gegen Inter Mailand in der vergangenen Saison hat gezeigt, dass dem Team die metaphysische Ebene fehlt. Alle spielen guten Fußball, im Optimalfall auch erfolgreich, aber alles ist profan, irdisch, ohne das „gewisse Extra“. Doch um in der Champions League zu triumphieren, muss ein Team heller erstrahlen als die Sonne. Der FC Bayern wird hingegen nicht über das Funzeln einer 40-Watt-Glühbirne hinauskommen.</p>
<p><strong>Stadion-Wurst-Prognose: Achtelfinale</strong></p>
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		<title>Nach der Saison ist vor der Saison &#8211; Die Internationalen (2)</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Jun 2011 12:37:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hennes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Chorizo, Mortadella, Krakauer & Co]]></category>
		<category><![CDATA[Bayer Leverkusen]]></category>
		<category><![CDATA[Championsleague]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Ballack]]></category>
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		<description><![CDATA[Champions League &#8211; Heute: Bayer Leverkusen
Raúl González Blanco hat es vorgemacht – sechs Jahre in Folge scheiterte er mit seinem Heimatverein Real Madrid im Achtelfinale der Champions League. Dann wechselte er zu Schalke 04, augenscheinlich ein sportlicher Rückschritt, und zog auf Anhieb und völlig überraschend mit den Knappen ins Halbfinale des höchsten europäischen Teamwettbewerbs ein.
Kann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Champions League &#8211; Heute: Bayer Leverkusen</strong></p>
<p>Raúl González Blanco hat es vorgemacht – sechs Jahre in Folge scheiterte er mit seinem Heimatverein Real Madrid im Achtelfinale der Champions League. Dann wechselte er zu Schalke 04, augenscheinlich ein sportlicher Rückschritt, und zog auf Anhieb und völlig überraschend mit den Knappen ins Halbfinale des höchsten europäischen Teamwettbewerbs ein.</p>
<div id="attachment_1819" class="wp-caption alignleft" style="width: 344px"><img class="size-full wp-image-1819" title="Champions_League" src="http://stadion-wurst.bplaced.net/wp-content/uploads/2011/06/Champions_League_dannymx_flickr.jpg" alt="© dannymx/flickr" width="334" height="500" /><p class="wp-caption-text">© dannymx/flickr</p></div>
<p>Kann sich Michael Ballack daran ein Beispiel nehmen? Bislang haftet seiner sehr erfolgreichen Karriere der Makel an, weder mit der Nationalmannschaft noch mit einem Vereinsteam einen bedeutenden internationalen Titel gewonnen zu haben. Dabei spielte er bei Bayern München und FC Chelsea, stand im Finale der Champions League, kickte in mit Stars gespickten Teams und blieb dennoch bislang ungekrönt.</p>
<p>Was folgte, war der Wechsel zu Bayer 04 Leverkusen, einem im Vergleich zu den Vorgängerstationen kleinen Verein – augenscheinlich ein sportlicher Rückschritt. Doch nach der direkten Qualifikation für die Champions League in der Saison 2010/11 könnte im nächsten Jahr der phänomenale Höhepunkt einer märchenhaften Dramaturgie folgen: der Gewinn der Champions League mit Bayer Leverkusen.</p>
<p>Klingt abenteuerlich? Ist es auch. Zwar verfügt Leverkusen über einen fußballerisch hervorragenden Kader, der durchaus das Potential besäße, in der europäischen Spitze mitzuspielen. Doch seit Jahren stehen die Werkself-Kicker in dem Ruf, in entscheidenden Momenten mit beängstigender Regelmäßigkeit zu versagen &#8211; Vizekusen lässt grüßen. Da das kollektive Gedächtnis von Fußballmannschaften erschreckend gut funktioniert, wie man bei jedem Elfemeterschießen mit Beteiligung der englischen Nationalmannschaft wunderbar beobachten kann, erscheint ein Erfolg ausgerechnet in der Champions League, also in jenem Wettbewerb, der beinahe nur aus entscheidenden Momenten besteht, fast ausgeschlossen.</p>
<p>Doch um das Fazit vorwegzunehmen: Ich traue Bayer Leverkusen den ganz großen Wurf zu. Natürlich müsste alles hundertprozentig optimal laufen, das Glück müsste sich hold zeigen, die Schiedsrichter wohlgesonnen und die Beine der Spieler robust und verletzungsfrei. Doch würde jene Ansammlung positiver Einflüsse real, dann hätten Ballack und Co gute Erfolgsaussichten.<br />
<span id="more-1817"></span></p>
<p>Der bereits angesprochene Kader von Leverkusen besticht einerseits durch herausragende Qualität in der Spitze, andererseits aber auch durch eine qualitativ hochwertige Breite. Im Tor steht mit René Adler ein herausragender Torhüter, den Viele auf dem Leistungsniveau von Manuel Neuer wähnen. Er besitzt die für einen Torwart so wichtige Qualität, auch mal so genannten unhaltbare Bälle abwehren und ein Spiel alleine entscheiden zu können. Im Mittelfeld ist Bayer ebenfalls herausragend besetzt. Mit Rolfes und Ballack strotz die Doppelsechs vor internationaler Erfahrung und ist gleichzeitig spielstark und torgefährlich. Renato Augusto, Tranquillo Barnetta und Arturo Vidal sind zweikampfstark, technisch beschlagen, immer zum schnellen vertikalen Pass in die Schnittstelle der gegnerischen Viererkette fähig. Ergänzt wird das Überangebot starker Mittelfeldspieler vom hochbegabten Lars Bender und dem grundsoliden und erfahrenen Hanno Balitsch.</p>
<p>Sidney Sam gibt den Wanderer zwischen den Welten Mittelfeld und Sturm und kann mit seinen Tempodribblings Abwehrreihen im Alleingang auseinanderreißen. Gleiches gilt für Neuzugang André Schürrle, der mit Sam eine ungemein gefährliche Flügelzange bilden könnte. Im Sturmzentrum stehen Stefan Kießling und Eren Derdiyok für Schnelligkeit, gute Technik, gepaart mit solider Kopfballstärke und Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. Karim Bellarabi, der von Braunschweig wechselt, dürfte als zweiter Sidney Sam schon bald für Furore sorgen.</p>
<p>Was fehlt und absichtlich ausgespart wurde, ist die Abwehr. Sie könnte die Achillesferse der Mannschaft sein. Der Abgang von Samy Hypiää lässt sich verschmerzen. Ihm gelang es zuletzt immer seltener, die dem Alter geschuldete körperliche Verlangsamung durch kluges Stellungsspiel und frühe Antizipation des Balles zu kompensieren. Im direkten Dribbling Mann gegen Mann hätte beispielsweise Eto’o von Inter Mailand mit dem hühnenhaften Finnen Katz und Maus gespielt.</p>
<p>Mit Ömer Toprak vom SC Freiburg wechselt ein technisch beschlagener Innenverteidiger nach Leverkusen, der den zielgenauen öffnenden Pass beherrscht, bislang jedoch noch die Konstanz in seiner Leistung vermissen ließ. Da Manuel Friedrich in meinen Augen nicht über die für die Champions League nötige Klasse verfügt, könnte Toprak mit Steffen Reinartz das Innenverteidigerduo bilden. Allerdings bliebe in diesem Fall das Manko der Unerfahrenheit. Reinartz hat auf Clubebene zehn, Toprak kein einziges internationales Spiel bestritten. Auch wenn sie mit der Schnelligkeit eines Eto’o mithalten könnten, seiner Raffinesse lässt sich nur mit ausreichend Erfahrung begegnen.</p>
<p>Auf den Außenpositionen ist Bayer hingegen stark besetzt. Gonzalo Castro verfügt trotz seines geringen Alters über die angemahnte Erfahrung und auch Kadlec hat bereits 32 internationale Spiele auf Vereinsebene bestritten. Als Backup säßen mit Schwaab und Vida zwei talentierte Spieler auf der Bank.</p>
<p>Der Kader verfügt demnach über die Stärke, mit den besten Teams Europas mitzuhalten. Ein guter Trainer kann dieses Spielermaterial zu einem ästhetisch wertvollen und sportlich erfolgreichen Gesamtbild formen. Und genau an dieser Stelle kommt Robin Dutt ins Spiel. Ein Trainer, der als Angehöriger der neuen Generation um Tuchel, Klopp und Slomka als hochqualifiziert gilt, als innovativ, aufgeschlossen, modern und erfolgreich. Dutt setzt auf die Kraft des Kollektivs, auf ruhige, sachliche Ansprachen, auf einen modernen, abwechslungsreichen Trainingsalltag und gilt als führungsstark und kommunikativ.</p>
<p>Zwar stehen seine beiden Trainerstationen bei den Stuttgarter Kickers und beim SC Freiburg nicht für den mondänen Weltfußball, doch gelang es ihm bislang in eindrucksvoller Weise, jeweils das Optimum aus den gegebenen Möglichkeiten zu machen. Kann er diese Serie bestätigen und auch bei Bayer Leverkusen die Möglichkeiten voll ausreizen, dann steht am Ende dieses Weges der Champions League-Titel.</p>
<p>Die fehlende Erfahrung des Trainers gilt gemeinhin als Manko im internationalen Wettbewerb. Doch an dieser Stelle entfaltet sich die Bedeutung der Personalie Ballack in ihrer vollen Blüte. Als verlängerter Arm des Trainers, als ordnende Führungsfigur auf dem Platz, wird er mit seiner langjährigen Erfahrung das Team leiten und zu Höchstleistungen pushen.</p>
<p>In entscheidenden Momenten in einem Spiel oder innerhalb eines Wettbewerbs löst sich der Widerspruch von flacher Hierarchie und Führungspersönlichkeit, von Kollektivismus und Leitwolf auf. Dann wird ein Leader akzeptiert, der über die Dauer einer ganzen Saison seinerseits akzeptiert, dass er sich zum Wohl des Gemeinwesens unterordnen muss. Diese Qualität hat Ballack längst verinnerlicht. In der kommenden Saison wird ihn zudem das Gefühl antreiben, dass sich möglicherweise die letzte Chance auf den Gewinn eines großen Titels in seiner Karriere bietet.</p>
<p>Seinen Stellenwert kann man an konkreten Zahlen ablesen: Während Ballack insgesamt 92 internationale Spiele auf Vereinsebene bestritt, kommt der gesamte Rest des Kaders auf 344 Spiele. Er bildet damit die Spitze einer gesunden Hierarchie, deren Achse Adler, Castro, Ballack, Rolfes, Barnetta, Kießling stabilisierend auf die zahlreichen jungen Talente wirkt.</p>
<p><strong>Fazit:</strong><br />
Die Prognose, Bayer 04 Leverkusen gewinnt die Champions League, ist für Viele hanebüchen, für Manche ein illusorischer Traum, für die Meisten mindestens grotesk und unseriös. Ich treffe sie trotzdem. Seit Jahren beeindruckt mich die kontinuierliche Weiterentwicklung des sportlichen Kaders, die einem klaren Konzept folgt: die Verpflichtung von jungen, talentierten Spielern, technisch gut ausgebildet, schnell, auf dem Sprung zum Star ergänzt durch den Einkauf von einigen wenigen erfahrenen Spielern, erfolgsverwöhnt, robust, mit Führungspotential, auf dem Sprung zum Altstar. Mit Robin Dutt wird dieser hochwertig besetzte Kader ein passendes Spielkonzept erhalten. Flaches, schnelles Passspiel, laufintensives Pressing, mit einer schnellen Flügelzange Sam/Schürrle, einem wohlgeordneten, vertikalen Spielaufbau aus der Abwehr heraus und einem Michael Ballack, der auf seine alten Tage wieder zu alter Torgefährlichkeit bei Standardsituationen findet.</p>
<p>In der Champions League wird Bayer wahrscheinlich in Lostopf 3 auftauchen. Mindestens zwei starke Gegner warten also in der Gruppenphase. Doch da man sich vor Teams vom Kaliber „FC Valencia“ oder „Olympique Lyon“ nicht verstecken muss, wird man sich über Platz zwei fürs Achtelfinale qualifizieren. Was danach kommt, ist der Rausch, das Glück und die Einsicht des Fußballgottes, Michael Ballack am Ende doch noch für seine langjährige Sisyphosarbeit zu belohnen…und die Realisierung einer grotesk waghalsigen Prognose.</p>
<p><strong>Stadion-Wurst-Prognose: Titelgewinn!</strong></p>
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		<title>Nach der Saison ist vor der Saison &#8211; Die Internationalen (1)</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Jun 2011 12:19:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hennes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Chorizo, Mortadella, Krakauer & Co]]></category>
		<category><![CDATA[Borussia Dortmund]]></category>
		<category><![CDATA[Championsleague]]></category>
		<category><![CDATA[FC Bayern]]></category>
		<category><![CDATA[Jürgen Klopp]]></category>
		<category><![CDATA[Saison 2011/12]]></category>
		<category><![CDATA[Schalke 04]]></category>
		<category><![CDATA[UEFA-5-Jahreswertung]]></category>

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		<description><![CDATA[Leider fiel bei mir das Ende der Saison 2010/11 mit einer Phase beruflicher Intensität zusammen, die mir nachhaltig und immer wieder die Zeit raubte. Was hätte man nicht alles rückblickend unter die Lupe nehmen können? Die Trainerfluktuation, die neue Torhütergeneration, der beispiellose Absturz der Frankfurter Eintracht, die zwei Gesichter des FC Schalke 04, das neue, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Leider fiel bei mir das Ende der Saison 2010/11 mit einer Phase beruflicher Intensität zusammen, die mir nachhaltig und immer wieder die Zeit raubte. Was hätte man nicht alles rückblickend unter die Lupe nehmen können? Die Trainerfluktuation, die neue Torhütergeneration, der beispiellose Absturz der Frankfurter Eintracht, die zwei Gesichter des FC Schalke 04, das neue, alte Vizekusen, die Verwandlung des Mario Gomez, die neue Gewalt der Ultras, die Hamburger Chaostage, die Kölner Chaostage, das Chaosjahr der TSG Hoffenheim&#8230;</p>
<p>Die Finger wären wund und dick, der Blog um geschätzte 2.088 Posts erweitert und das Gefühl, dieser außergewöhnlichen Saison als schreibender Beobachter einigermaßen gerecht geworden zu sein, hätte sich längst wohlig warm über mein schlechtes Gewissen ausgebreitet.</p>
<div id="attachment_1814" class="wp-caption alignleft" style="width: 235px"><a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Champions_League_trophy.jpg&amp;filetimestamp=20060922100932"><img class="size-full wp-image-1814" title="Champions_League" src="http://stadion-wurst.bplaced.net/wp-content/uploads/2011/06/Champions_League.JPG" alt="© cc-by-2.0 " width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">© cc-by-2.0 </p></div>
<p>So aber bleibt mir nichts anderes übrig, als die Vergangenheit, so jung sie auch sein mag, ruhen zu lassen. Wer hätte zu diesem Zeitpunkt noch Lust auf eine Retrospektive? Richten wir also den Blick in die Zukunft und wagen einen Ausblick auf die Chancen der deutschen Vereine im internationalen Geschäft.</p>
<p><strong>Die Ausgangslage:</strong></p>
<p>In der UEFA-5-Jahreswertung liegt Deutschland inzwischen wieder auf Rang drei, hinter Spitzenreiter England, hinter Spanien, vor Italien, Frankreich und Portugal. Die vergangene Spielzeit brachte beachtliche 15,666 Punkte aufs Konto der Bundesliga. Damit ließ sich zwar der Vorsprung auf die Serie A ausbauen, doch leider blieben die Premier League und die Primera Division mit über 18 Punkten das Maß aller Dinge. Nichtsdestotrotz können sich die deutschen Vereine in der nächsten Saison auf einen zusätzlichen Championleague-Startplatz freuen.</p>
<p>Bei aller Freude über die guten Ergebnisse in der Breite, wartet die Bundesliga seit nun zehn Jahren auf einen internationalen Titel. Finden wir heraus, ob sich das in der nächsten Saison ändern könnte.<br />
<span id="more-1803"></span><br />
<strong>Champions League &#8211; Heute: Borussia Dortmund</strong></p>
<p>Der deutsche Meister Borussia Dortmund ist die Wundertüte in der kommenden Champions League-Saison. Noch kennt niemand eine Antwort auf die spannende Frage, ob der beeindruckende Tempo-Fußball, mit dem der BVB die Bundesliga dominierte, auch auf international höchster Ebene funktioniert.</p>
<p>Einen ersten Anhaltspunkt liefern die internationalen Auftritte der Borussia in der vergangenen Europa League-Saison.  In einer starken Gruppe mit dem FC Sevilla, Paris St. Germain und Karpaty Lwiw scheiterte man knapp mit neun Punkte und belegte nur Rang drei in der Abschlusstabelle. Zwar lieferte man qualitativ gute Spiele gegen die erfahrenen Spitzenteams aus Sevilla und Paris ab, doch gelang bei drei Unentschieden und einer unglücklichen Niederlag kein einziger Sieg. Das einhellige Urteil lautete damals, Dortmund sei zu unerfahren, zu naiv, noch nicht an die internationale Wettkampfhärte gewöhnt.</p>
<p>Die Unerfahrenheit des jungen Teams gilt gerade für die Champions League als belastendes Menetekel. Während Vereine wie Real Madrid, FC Barcelona, FC Chelasea, Manchester United oder AC Mailand Jahr für Jahr in Europas höchster Spielklasse antreten,  ist Dortmund erstmals seit 2003 wieder spielberechtigt. Die internationale Erfahrung der Spieler beschränkt sich zum Großteil auf die Europaleagueauftritte in der vergangenen Saison. Insgesamt kommen sämtliche Spieler des aktuellen Dortmunder Kaders (inkl. bereits bekannter Transfers) auf zusammen 229 internationale Spiele (inkl. Qualifikationsspiele auf internationaler Ebene, ohne Länderspiele, pro Spieler kumulativ addiert; Quelle: www.transfermarkt.de). Zum Vergleich: Der aktuelle Kader von Bayern München hat insgesamt 710 internationale Spiele bestritten (Berechnungsgrundlage: siehe oben).</p>
<p>Bezeichnend, dass mit Sebastian Kehl (25 int. Vereinsspiele) ein Akteur über die größte Erfahrung verfügt, der nur noch eine untergeordnete Rolle im Mannschaftsgefüge spielt.</p>
<div id="attachment_1815" class="wp-caption alignleft" style="width: 330px"><a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Championship_celebration_Borussia_Dortmund_2011.jpg&amp;filetimestamp=20110515174513"><img class="size-full wp-image-1815" title="BVB" src="http://stadion-wurst.bplaced.net/wp-content/uploads/2011/06/BVB.JPG" alt="© Pro2" width="320" height="213" /></a><p class="wp-caption-text">© Pro2</p></div>
<p>Die mangelnde internationale Erfahrung wird sich vor allem in den KO-Spielen der Champions League bemerkbar machen, wenn Drucksituationen außergwöhnlich, die weltweite Aufmerksamkeit groß und die persönliche Nervosität überbordend sein werden. Hinzu kommt, dass auch Jürgen Klopp als Trainer über ebensowenig Erfahrungswerte auf internationaler Ebene verfügt wie seine Spieler. Wie reagiert er, wenn ein Mourinho seine Mätzchen veranstaltet, wenn Ferguson den Schiedsrichter beschimpft, wenn Guardiola über mangelndes Fair-Play wettert? Lässt sich der Coach aus der Ruhe bringen? Kann er seinen Spieler die nötige Gelassenheit vermitteln?</p>
<p>Der mangelnden Erfahrung des Dortmunder Kollektivs stehen der jugendliche Spielwitz, das enorme Tempo, die Unbekümmertheit und die mannschaftliche Geschlossenheit gegenüber. Nicht selten geht mit  großer internationaler Erfahrung auch ein hohes Alter der handelnden Akteure einher. Man stelle sich vor, die alten Herren von Inter Mailand treffen auf den BVB, Javier Zanetti trifft auf Mario Götze. Schon in der abgelaufenen Saison konnte Schalke 04 zeigen, wie man erfahrenen Teams mit aggressivem Pressing und wildem Offensivdrang den Zahn ziehen kann. Das gilt erst recht für Borussia Dortmund.</p>
<p>Die Begeisterungsfähigkeit spricht ebenfalls für den BVB. Während es etablierten Teams häufig schwerfällt, sich gegen scheinbar &#8220;kleinere&#8221; Gegner wie beispielsweise Hapoel Tel Aviv zu motivieren, werden die jungen Kicker aus Dortmund mit zittrigen Beinen und stolzgeschwellter Brust die Bühne der Champions League betreten, vor Feuereifer brennend. Das birgt jedoch gleichzeitig die Gefahr, die taktische Disziplin, die ja gerade den spielerischen Enthusiasmus in geregelte Bahnen lenken soll, zu verlieren und  dem Hühnerhaufenprinzip zu folgen.</p>
<p><strong>Fazit:</strong></p>
<p>Der BVB wird in der kommenden Saison auch in der Champions League für Furore sorgen. Die Mannschaft wird die Gruppenphase erfolgreich meistern und danach mindestens einem Schwergewicht Marke &#8220;Real Madrid&#8221; oder &#8220;Manchester United&#8221; ein Bein stellen. Jürgen Klopp bewegt sich als Trainer trotz mangelnder internationaler Erfahrung taktisch auf höchstem Niveau, die Mannschaft ist spielerisch und vor allem läuferisch in der Lage, für eine Überraschung zu sorgen.</p>
<p>Das Aus im Viertelfinale wird sich dennoch nicht verhindern lassen. Für die finalen Schritte fehlt in der ersten Champions League-Saison dann doch die Abgezocktheit, die taktische Ruhe, die psychologische Standfestigkeit. Doch keine Sorge: Die nächste Champions League-Saison folgt bestimmt!</p>
<p><strong>Stadion-Wurst-Prognose: Viertelfinale</strong></p>
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		<title>Stell Dir vor, es ist WM&#8230;</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Jun 2010 19:32:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hennes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Chorizo, Mortadella, Krakauer & Co]]></category>
		<category><![CDATA[WM]]></category>

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		<description><![CDATA[…und keiner spielt mit. Was bis vor ein paar Tagen nur für die deutsche Mannschaft zu gelten schien, greift jetzt auch auf andere Teams über: Das Verletzungspech geht um. Müssen die Ausfälle von Adler, Westermann, Rolfes und Träsch noch als zwar ungewöhnlich geballter, aber dennoch zu verschmerzender Aderlass im deutschen Kader eingeordnet werden, so darf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>…und keiner spielt mit. Was bis vor ein paar Tagen nur für die deutsche Mannschaft zu gelten schien, greift jetzt auch auf andere Teams über: Das Verletzungspech geht um. Müssen die Ausfälle von Adler, Westermann, Rolfes und Träsch noch als zwar ungewöhnlich geballter, aber dennoch zu verschmerzender Aderlass im deutschen Kader eingeordnet werden, so darf die Verletzung von Michael Ballack, Kapitän und unumstrittener Star der deutschen Auswahl, unbedenklich als mittlere Katastrophe deklariert werden.</p>
<p>Von der nationalen Trauer um den Ausfalls Ballacks wurde die Verletzung eines weiteren Hochkaräters fast verschluckt: Michael Essien, der Leader der &#8220;Black Stars&#8221; aus Ghana, muss ebenfalls verletzt passen. Heute Mittag dann die neuen Hiobsbotschaften: Die WM ist nicht um einen, nicht um zwei, auch nicht um drei, sondern gleich um vier Stars ärmer.<br />
<span id="more-906"></span><br />
Rio Ferdinand, Kapitän der englischen &#8220;Three Lions&#8221;, hat sich am Knie verletzt. Didier Drogba, Galionsfigur der ivorischen Elefanten, hat sich den Ellbogen gebrochen. Der WM gehen langsam, aber sicher, die Stars aus.</p>
<p>Was bleibt? Häme, weil es anderen Teams nicht besser ergeht als uns? Stille Freude, weil sich das Niveau vermeintlicher Turniergegner durch die Ausfälle kaum verbessern wird? Nein – vielmehr Bestürzung und Mitgefühl. Schließlich sind die Ausfälle von Ballack, Essien, Ferdinand und Drogba nicht nur schmerzhaft für die betroffenen Nationen, sondern auch schlecht für die Qualität und Würze des ganzen Turniers.<br />
Denn bei einer Weltmeisterschaft will der Fußballfan die Trümpfe im internationalen Fußballquartett auf dem Spielfeld sehen und nicht eingegipst auf der Tribüne. Man will sich daran erfreuen, wie die besten Spieler des Erdballs um den Ball ringen, das runde Leder zum Tanz bitten und die Tornetze zum wackeln bringen. Man will sehen, wie sich Vereinskameraden im Ländervergleich gegenüberstehen, sich freundschaftlich begrüßen, dann 90 Minuten lang erbittert bekämpfen, um sich nach dem Abpfiff kollegial zu umarmen. Man will beobachten, wie die Leitwölfe eine Nationalteams aufheulen, und wer seine Schäfchen am besten dirigiert. Aber Will-Kinder kommen ja bekanntlich in die Suppe…</p>
<p>Seit gestern Abend wissen wir wenigstens, dass die deutsche Mannschaft auch ohne ihren Star funktionieren kann. In Ghana ist man sich angesichts der 1:4-Pleite gegen Holland da noch nicht so sicher. In England und der Elfenbeinküste weiß man noch gar nichts – der Schock sitzt noch zu tief. Bei mir übrigens auch…</p>
<p><strong>Update 16. Juni 2010</strong></p>
<p>Aus gegebenen Anlass führen wir hier ab jetzt eine Verletztenliste der Stars:</p>
<p><em>Ausfälle</em>:</p>
<p>Michael Ballack (Deutschland)<br />
Michael Essien (Ghana)<br />
Rio Ferdinand (England)<br />
John Obi Mikel (Nigeria)<br />
Nani (Portugal)</p>
<p><em>Potentielle Ausfälle:</em></p>
<p>Arjen Robben (Niederlande)<br />
Andrea Pirlo (Italien)<br />
<span style="text-decoration: line-through;">Didier Drogba</span> (Elfenbeinküste)<br />
Alexander Frei (Schweiz)<br />
Gianluigi Buffon (Italien)</p>
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		<title>Vom Bosporus bis zur Sierra Nevada &#8211; Spannung in Europas Ligen</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Apr 2010 16:26:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Juenter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Chorizo, Mortadella, Krakauer & Co]]></category>

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		<description><![CDATA[Selten war das Bundesligafinale so spannend wie in dieser Saison. Zwei Spieltage vor dem Ende stehen Bayern München und Schalke 04 punktgleich an der Tabellenspitze. Zwei Spieltage, die, vor allem für die Bayern, über Erfolg und Niederlage entscheiden. Aber die übrigen europäischen Ligen stehen der Bundesliga in punkto Spannung um nichts nach &#8211; in mindestens sieben anderen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_747" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-747" title="120077777_84f8d4dd8e" src="http://stadion-wurst.bplaced.net/wp-content/uploads/2010/04/120077777_84f8d4dd8e-300x264.jpg" alt="(c) Albertane" width="300" height="264" /><p class="wp-caption-text">(c) Albertane</p></div>
<p>Selten war das Bundesligafinale so spannend wie in dieser Saison. Zwei Spieltage vor dem Ende stehen Bayern München und Schalke 04 punktgleich an der Tabellenspitze. Zwei Spieltage, die, vor allem für die Bayern, über Erfolg und Niederlage entscheiden. Aber die übrigen europäischen Ligen stehen der Bundesliga in punkto Spannung um nichts nach &#8211; in mindestens sieben anderen Ligen trennen den Ersten und Zweiten nicht mehr als zwei Punkte.</p>
<p><strong>Ungarn</strong><br />
Aktueller Tabelleführer der ungarischen Liga ist die (mir bisher völlig unbekannte) Mannschaft Videoton FC Székesféhervár. Zwei Punkte dahinter rangiert der aktuelle ungarische Meister (und Serienmeister der 2000er Jahre 2005, 2006, 2007, 2009) Debreceni VSC. Obwohl noch sechs Spieltage ausstehen, werden diese beiden Mannschaften wohl die Meisterschaft unter sich ausmachen, da der Abstand zum Tabellendritten bereits 11 bzw. 9 Punkte beträgt.<br />
<span id="more-745"></span><br />
<strong>Tschechien</strong><br />
Der Tabellenführer Sparta Prag schickt sich an, eine perfekte Saison abzuliefern. Nach 26 von 30 Ligaspielen sind die Prager immer noch ungeschlagen (14 Siege, 12 Unentschieden). Trotzden sitzt ihnen mit Banik Ostrava ein Verfolger mit nur zwei Punkten Rückstand im Nacken. Am nächsten Spieltag könnte in Tschechien eine Vorentscheidung fallen &#8211; am 2. Mai treffen Tabellenführer und Verfolger aufeinander.</p>
<p><strong>Serbien</strong><br />
Knapper geht es in Serbien zu &#8211; aktueller Meister, Partizan Belgrad, liegt vier Spieltage vor Schluss nur einen Punkt und drei Tore vor dem Erzrivalen Roter Stern Belgrad, und in zwei Wochen kommt es zum wahrscheinlich alles entscheidenden Stadtduell der beiden Meisterschaftskandidaten.<br />
<strong><br />
Türkei</strong><br />
In der türkischen Süper Lig haben sogar noch drei Mannschaften die theoretische Chance auf den Titelgewinn. Drei Spieltage vor Schluss führt Christoph Daums Fenerbahce die Tabelle mit 67 Punkten an, knapp dahinter liegt Bursaspor mit 66 Punkten, und Galatasaray darf mit 61 Punkten wohl nur noch von der Meisterschaft träumen. Keines der drei Teams trifft noch in den verbleibenden Spielen auf einen direkten Konkurrenten.<br />
<strong><br />
Italien</strong><br />
Ach, wie schade, kann ich da nur sagen! Wieso verliert die Roma denn zuhause gegen Genua? Jetzt kann Inter wieder aus eigener Kraft den Scudetto holen. Zwei Punkte liegt der AS Rom hinter dem italienischen Meister der letzten Saison und kann nur beten, dass sich die Mailänder im Spiel gegen Barcelona auslaugen und unkonzentriert in ihre nächsten Ligabegegnungen gehen.</p>
<p>Trotzdem hier das Toni Tor zum 2:1 Sieg der Roma über Inter:<br />
<object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="480" height="385" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/iuM5UYMFe-A&amp;hl=en_US&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="480" height="385" src="http://www.youtube.com/v/iuM5UYMFe-A&amp;hl=en_US&amp;fs=1&amp;" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always"></embed></object><br />
<strong></strong></p>
<p><strong>England</strong><br />
Zwei Spieltage stehen in der Premier League noch aus, und Chelsea führt die Tabelle mit einem Punkt vor Manchester an. Eine ganz spannende Kiste, und ich tippe mal auf Manchester als Meister, da Chelsea mit Liverpool und Wigan Athletic das vielleicht schwerere Restprogramm hat als Manchester (Sunderland und Stoke).</p>
<p><strong>Spanien</strong><br />
Vier Spiele hat Real noch Zeit, aus einer für madrilenische Verhältnisse verkorksten Saison etwas Positives herauszuholen. Nach Investitionen in gefühlter Milliardenhöhe, wäre der Ligatriumph, nach dem Ausscheiden aus der Champions League und der Copa del Rey, Balsam auf die Seelen der geschundenen Megastars. Mit einem Punkt führt der FC Barcelona die spanische Liga an, und ich denke, dass das auch so bleiben wird.</p>
<p>In wenigen Wochen sind wir alle schlauer&#8230;mal abwarten und Teetrinken &#8211; und Gladbach bleibt vor dem FC!</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Weisheit wird mit Füßen getreten&#8230;</title>
		<link>http://www.stadion-wurst.com/2010/04/die-weisheit-mit-fusen-getreten/</link>
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		<pubDate>Wed, 14 Apr 2010 18:49:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hennes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Chorizo, Mortadella, Krakauer & Co]]></category>
		<category><![CDATA[1. Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[Uli Hoeneß]]></category>

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		<description><![CDATA[Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft. Das erfahren Ralf Rangnick und Bruno Labbadia gerade mal wieder am eigenen Leib. Während der erste noch in der letzten Saison als Pfiffikus der Trainergilde gefeiert wurde, gilt er inzwischen Fans und Presse als Abschusskandidat Nummer eins. Noch schneller vollzog sich der Stimmungswandel bei Labbadia, der vor zwei Wochen schon [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_710" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://www.photocase.com"><img class="size-full wp-image-710" title="Blumenkind" src="http://stadion-wurst.bplaced.net/wp-content/uploads/2010/04/Blumenkind_maspi_pc_web1.jpg" alt="© maspi" width="200" height="266" /></a><p class="wp-caption-text">© maspi</p></div>
<p>Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft. Das erfahren Ralf Rangnick und Bruno Labbadia gerade mal wieder am eigenen Leib. Während der erste noch in der letzten Saison als Pfiffikus der Trainergilde gefeiert wurde, gilt er inzwischen Fans und Presse als Abschusskandidat Nummer eins. Noch schneller vollzog sich der Stimmungswandel bei Labbadia, der vor zwei Wochen schon fast arbeitslos schien, nun aber nach zwei Siegen in Folge wieder fest auf seinem Trainerstuhl sitzt.</p>
<p>Selbst als außenstehender Beobachter kann man sich des Gefühls nicht erwehren, man säße in einem Achterbahnwagen namens „Professioneller Fußball“ und rausche in höllischem Tempo die Schienen entlang; von Gipfeln der Glückseligkeit stürzt man in tiefste Tränentäler hinab und zwar nur, um wieder Anlauf zu nehmen zum rasanten Aufschwung zu neuen Höhepunkten der Entzückung. So brettern Vereine (Hertha BSC), Spieler (Mesut Özil), Trainer (Rangnick/Labbadia) oder ganze Landesauswahlen (DFB-Elf) atemlos von Erfolg zu Fehlschlag und wieder. Rauf und runter, rauf und runter, was gestern gut war, ist heute schlecht und morgen super und übermorgen schon gar nicht mehr der Rede wert.<span id="more-708"></span></p>
<p>Doch zum Glück gibt es jene unabänderlichen Fußballweisheiten, die es sich in ihrem Nest der Allgemeingültigkeit gemütlich gemacht haben, stoisch jeder Widerlegung trotzen, seit Jahren und Jahrzehnten von sämtlichen beteiligten Akteuren widergekäut werden und so dem außenstehenden Betrachter eine wohltuende Orientierungshilfe bieten. <em>„Der Ball ist rund“, „Ein Spiel dauert 90 Minuten“, „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“, „Engländer können keine Elfmeter schießen“, „Abseits ist, wenn der Schiedsrichter pfeift“</em>…wer etwas zur Erweiterung des Sammelsuriums beitragen möchte, ist herzlich willkommen, weitere Weisheiten per Kommentar beizusteuern.</p>
<p>An dieser Stelle soll vielmehr ein Blick auf jene Weisheiten geworfen werden, die zwar in Stein gemeißelt scheinen, sich bei näherer Betrachtung jedoch als eingeritzte Zeichen im porösen Sandstein entpuppen. So erfährt der Klassiker <em>„Geld schießt keine Tore“</em> seit ein paar Jahren eine vorsichtige Revision.</p>
<p>Zwar geriert sich Real Madrid als hartnäckiger und zuverlässiger Bewahrer und Beschützer des Ausspruchs, indem der Verein seit Jahren aberwitzige Millionenbeträge in neue Spieler investiert, nur um am Ende einer Saison mal wieder ohne Titel dazustehen. Doch hat sich vor allem seit dem Triumphzug der englischen Premierleague-Clubs auf europäischer Bühne die Ansicht verfestigt, dass Geld einen erheblich positiven Einfluss auf die sportliche Entwicklung eines Vereins ausübt. Überraschungserfolge von Mannschaften mit vergleichsweise geringem Etat sind selten, sei es in der Bundesliga oder in den europäischen Pokalwettbewerben. Neue ernstzunehmende Konkurrenten für nationale Platzhirsche wie Bayern München oder Schalke 04 erwachsen heute höchstens einer kräftigen Anschubfinanzierung, wie sie beispielsweise der TSG Hoffenheim oder dem VfL Wolfsburg zuteilwurde.</p>
<div id="attachment_711" class="wp-caption aligncenter" style="width: 610px"><a href="http://www.photocase.com"><img class="size-full wp-image-711" title="Kapitalisten" src="http://stadion-wurst.bplaced.net/wp-content/uploads/2010/04/Kapitalisten_morgenroethe_pc_web.jpg" alt="© morgenroethe" width="600" height="401" /></a><p class="wp-caption-text">© morgenroethe</p></div>
<p>Bayern München hat jüngst ein weiteres Indiz für die Ungültigkeit des Spruches ins Feld geführt: Arjen Robben, der Flügelflitzer und Garant für die wichtigen Tore, konnte im August 2009 für schlappe 24 Millionen von Real Madrid verpflichtet werden.<br />
Eigentlich war man in der Scoutingabteilung auf der Suche nach einem vielversprechenden Außenverteidiger, aber als Robben auf dem Markt war, sah sich der Rekordmeister sozusagen gezwungen, einfach zuzugreifen. Wohl dem, der für diese Handlungsschnelligkeit auch das nötige Kleingeld besitzt. In der laufenden Saison zeigt sich schon jetzt, dass eben jene 24 Millionen Euro nicht nur Tore en masse schießen, sondern gleich auch neues Geld generieren.</p>
<p>Robben schoss die Mannschaft ins DFB-Pokalfinale sowie ins Viertel-, später dann ins Halbfinale der Championsleague. Mit diesen jeweils spielentscheidenden Toren hat er seinem Verein allein an Prämien 9,3 Millionen Euro beschert &#8211; zusätzliche Heimspieleinnahmen, TV-Gelder und Sponsorenboni nicht mit eingerechnet, ganz zu schweigen von der neuerlichen Chance, eine weitere Wettbewerbsrunde zu überstehen. Geld schießt also nicht immer Tore, aber immer öfter.</p>
<p>Anlässlich der zweiten zweifelhaften Fußballweisheit ist es für die Stadionwürste an der Zeit, Rudi Völler nachträglich zum 50. Geburtstag zu gratulieren. Denn auch der Ex-Teamchef hat zu seiner Zeit als Betreuer der Nationalmannschaft ein Bonmot geprägt, das allerdings niemals sein Alter erreichen wird: <em>„Es gibt keine Kleinen mehr.“</em></p>
<p>Mit diesem Ausspruch wurden deutsche Fußballfans über Jahre hinweg eingeschüchtert, wenn die deutsche Nationalmannschaft im Zuge eine EM- oder WM-Qualifikation gegen Länder wie Aserbaidschan oder Armenien antreten musste. Erst unter Jürgen Klinsmann konnte man Spiele wie gegen Zypern wieder entspannt auf dem Sofa lümmelnd erleben. Diese erträgliche Leichtigkeit des Seins verwandelte sich gelegentlich in unerträgliches Unwohlsein, sobald sich ein Unentschieden oder eine Niederlage am Endergebnishorizont abzeichnete. Denn beides fasste man jetzt wieder als Blamage und nicht länger als alltägliche Selbstverständlichkeit auf. So folgte einem 13:0 gegen San Marino auch schon mal ein 1:1 gegen Zypern – war eingangs nicht die Rede von der Achterbahnfahrt im Fußballgeschäft?</p>
<p>Im Herbst 2009 war es schließlich Uli Hoeneß vorbehalten, mit dem Finger auf die so genannten „Kleinen“ zu zeigen und ihre hartnäckig geleugnete Existenz nun also doch nachzuweisen:</p>
<blockquote><p>„Diese Länderspiele gegen Aserbaidschan und Südafrika &#8211; das ist ja langsam Kokolores.“</p></blockquote>
<p>Vehement forderte er eine Vorqualifikation zu Großturnieren für die „kleinen“ Fußballnationen:</p>
<blockquote><p>„Wenn man gegen Liechtenstein spielt, kann man auch gegen den FC Tegernsee spielen!“ (zitiert nach <a href="http://www.sportgate.de/fussball/bundesliga/artikel/hoeness-das-ist-kokolores-50038/" target="_blank">Sportgate</a>, vom 12.09.2009)</p></blockquote>
<p>Wir lernen also, dass die Kleinen wieder leben – und wahrscheinlich so lange klein bleiben, bis ein reicher Onkel mit dem Geldsäckel vorbeikommt, um sie mal ordentlich aufzupäppeln.</p>
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		<title>Messi, immer nur Messi</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Apr 2010 04:55:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Juenter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Chorizo, Mortadella, Krakauer & Co]]></category>
		<category><![CDATA[Barcelona]]></category>
		<category><![CDATA[Messi]]></category>
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		<description><![CDATA[Was ist dazu noch zu sagen &#8211; Messi schießt Arsenal im Alleingang ab. Wer die Tore nicht gesehen hat, sollte das schleunigst nachholen!

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Was ist dazu noch zu sagen &#8211; Messi schießt Arsenal im Alleingang ab. Wer die Tore nicht gesehen hat, sollte das schleunigst nachholen!</p>
<p><object width="480" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/glxx_meQ0pI&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/glxx_meQ0pI&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="480" height="385"></embed></object></p>
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		<title>In fünf Stichworten ist alles gesagt&#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Mar 2010 17:53:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hennes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Chorizo, Mortadella, Krakauer & Co]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschländer]]></category>
		<category><![CDATA[Rumänien]]></category>
		<category><![CDATA[UEFA-5-Jahreswertung]]></category>

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		<description><![CDATA[Bukarest, Kaparten, Walachei, Transsilvanien, Ceausescu: In nur fünf Stichworten lässt sich – es ist beschämend – mein ganzes Wissen über Rumänien zusammenfassen. Mein allgemeines Wissen über Rumänien, ließe sich vielleicht noch präzisieren, denn meine Kenntnisse über den rumänischen Fußball steuern sicherlich noch weitere fünf Stichworte hinzu: Steaua Bukarest, Adrian Mutu („Mutu da liegen?“), Dorinel Munteanu, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_664" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.flickr.com/photos/kommissarzufall/1249520722/" target="_blank"><img class="size-medium wp-image-664 " title="Romania_Germany" src="http://stadion-wurst.bplaced.net/wp-content/uploads/2010/03/Kommissar_Zufall_flickr-300x225.jpg" alt="© Kommissar_Zufall" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">© Kommissar_Zufall</p></div>
<p>Bukarest, Kaparten, Walachei, Transsilvanien, Ceausescu: In nur fünf Stichworten lässt sich – es ist beschämend – mein ganzes Wissen über Rumänien zusammenfassen. Mein allgemeines Wissen über Rumänien, ließe sich vielleicht noch präzisieren, denn meine Kenntnisse über den rumänischen Fußball steuern sicherlich noch weitere fünf Stichworte hinzu: Steaua Bukarest, Adrian Mutu („Mutu da liegen?“), Dorinel Munteanu, Dinamo Bukarest, Gheorghe Hagi. Na gut, viel ist das auch nicht.</p>
<p>Schade eigentlich, denn wäre ich jetzt ein Kenner der rumänischen Fußballszene, dann könnte ich mir selbst jene Fragen beantworten, die mich seit ein paar Tagen beschäftigen: Jammern die rumänischen Sportblätter über den Zustand des heimischen Fußballs? Gibt Gheorghe Hagi als Doyen der rumänischen Fußballszene Interview um Interview, um den Bedeutungsverlust der rumänischen Spitzenvereine auf europäischer Bühne zu beklagen? Und entwerfen gerade emsige Mitarbeiter im rumänischen Verband hochtrabende Jugendförderungsmaßnahmen?<span id="more-663"></span></p>
<p>Ich muss gestehen, ich weiß es nicht. Wie ich überhaupt darauf komme? Eigentlich wollte ich ja ein kurzes Loblied auf den deutschen Fußball schreiben, der sich auf internationaler Ebene im rasanten Aufschwung befindet. In der <a href="http://www.5-jahres-wertung.de/APD/Online/5-Jahres-Wertung.htm" target="_blank">UEFA 5-Jahreswertung</a> führt Deutschland die aktuelle Saisonwertung an: Mit 15,750 Punkten liegt man an der Spitze, noch vor den jahrelang unangefochtenen Nationen Spanien (15,642 Punkte) und England (15,500).</p>
<p>Gleichzeitig dokumentiert die Tabelle in unmissverständlicher Weise einen Trend, der sich schon seit zwei Jahren andeutet: Der italienische Fußball durchschreitet eine tiefe qualitative Talsohle. Im Sog von Manipulationsskandalen, Fanausschreitungen, Überschuldung der Vereine, maroden Stadien und sinkendem Zuschauerinteresse muss die Serie A ernsthaft um ihre Wettbewerbsfähigkeit im europäischen Vergleich bangen. Im Gesamtvergleich der 5-Jahreswertung liegt sie zurzeit auf Rang drei, aber nur noch 1,036 Punkte vor der Bundesliga, und droht damit bereits in der laufenden Spielzeit überholt zu werden.</p>
<p>Dies erscheint umso wahrscheinlicher, da mit Juventus Turin bereits der vorletzte italienische Vertreter aus den europäischen Cupwettbewerben ausschied. Damit hängen die Hoffnungen der Tifosi einzig und allein am Championsleague-Viertelfinalist Inter Mailand. Schlimm genug, wird man sich in Turin und Rom, in Genua und Neapel denken.</p>
<p>In Deutschland sieht die Zukunft rosiger aus: Zwar sind mit dem VfB Stuttgart und Werder Bremen zwei Vereine im Achtelfinale gescheitert, doch noch immer ist die Bundesliga mit dem VfL Wolfsburg, dem HSV und Bayern München prominent vertreten. Obgleich die am 19. März zugelosten Gegner (Wolfsburg vs FC Fulham, HSV vs Standard Lüttich, Bayern München vs Manchester United) schwer zu überwinden sein dürften, sollte eine Vermehrung der Punktzahl in der 5-Jahreswertung weiterhin möglich sein. Damit winkt schon für die nächste Saison ein zusätzlicher Startplatz in der Championsleague.</p>
<p>Das sah vor wenigen Jahren noch ganz anders aus. Landauf landab hörte man Wehklagen und Jammern über die fehlende Stärke der Bundesligavereine. Ein kontinuierliches Lamento über abwandernde Stars, fehlendes Kapital und mangelnde Konkurrenzfähigkeit im internationalen Vergleich. Ein Blick nach vorn verbot sich, stattdessen fürchtete man von den nachrückenden Nationen überholt zu werden. Frankreich ließ sich als Konkurrent ja noch akzeptieren, schließlich gilt die Equipe Tricolore seit Jahren als ein Dauerfavorit auf internationale Titel. Auch Russland schien aufgrund der schieren Landes- und Bevölkerungsgröße und der aufstrebenden Sbornaja als würdiger Gegner.</p>
<p>Aber in der Saison 2005/2006 sammelte ein Land Punkt um Punkt in der 5-Jahreswertung, das sich für die meisten auf fünf Stichworte reduzieren ließ: Bukarest, Kaparten, Walachei, Transsilvanien, Ceausescu. Rumänien – oder präzise ausgedrückt, Bukarest – war in der Saison 2005/06 mit gleich drei Vereinen im UEFA-Cup vertreten: Rapid, Steaua und Dinamo. Während sich Dinamo mit vier Punkten aus der Gruppenphase früh verabschiedete, marschierten die beiden anderen Hauptstadt-Vereine bis ins Viertelfinale, in dem sie schließlich aufeinander trafen. Steaua setzte sich durch und schied später unglücklich gegen den FC Middlesbrough aus. Dennoch erzielte Rumänien in jener Saison mit 16,833 Punkten in der UEFA 5-Jahreswertung den absoluten Spitzenwert auf europäischer Ebene.</p>
<p>Ganz Fußballdeutschland zitterte vor dem aufstrebenden Verfolger und zeigte sich zugleich tief erschüttert in seinem Glauben an den elitären Kreis weniger erlauchter europäischer Fußballgroßmächte. In der nachfolgenden Spielzeit ließ sich der Erfolg zwar nicht gänzlich wiederholen, aber zumindest bestätigen. Mit 11,333 Punkten landete Rumänien in der Wertung der Saison 2006/07 knapp hinter Italien auf Rang vier und damit deutlich vor Deutschland. Hierzulande warfen sämtliche Phrasendreschfabrikanten von Franz Beckenbauer bis Sport-Bild die Maschinen an und stimmten in einen Abgesang auf den deutschen Vereinsfußball ein. Heute, nur drei Jahre später, feiern die gleichen Stimmen das hohe Niveau der Bundesliga und ihre Stars Robben, Ribéry, Van Nistelrooy und Co.</p>
<p>In Rumänien setzte hingegen ab Saison 2007/08 die große Katerstimmung ein: Mit 2,600 und 2,642 gesammelten Punkten in den Folgejahren bewegte man sich noch unter dem Niveau von Ländern wie Norwegen, Weißrussland und Zypern. Die großen Cup-Abende verblassten schnell zur nostalgischen Erinnerung. Auch in der laufenden Spielzeit wurden keine neuen Helden geboren. Nach 6,083 Punkten war Schluss, die vier rumänischen Vereine CFR Cluj, Steaua Bukarest, Dinamo Bukarest und FC Timişoara scheiterten allesamt in der Gruppenphase der Europa League.</p>
<p>Somit droht dem rumänischen Fußball in den nächsten zwei Jahren, sobald die Ergebnisse der glanzvollen Spielzeiten gestrichen werden, ein rasanter Absturz ins Niemandsland der europäischen Fußballszene. Es bedarf also gar keines südosteuropäischen Fußballexperten, um vorauszusehen, dass auch zukünftig mit nur wenigen Stichworten alles über den rumänischen Fußball gesagt sein wird.</p>
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		<title>Die Tormaschine der Jahrtausendwende</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Mar 2010 12:47:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Juenter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Chorizo, Mortadella, Krakauer & Co]]></category>
		<category><![CDATA[Drogen]]></category>
		<category><![CDATA[Mario Jardel]]></category>
		<category><![CDATA[Torjäger]]></category>

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		<description><![CDATA[Er war einer der besten Stürmer, die je in Europa gespielt haben. Eine Tormaschine auf dem Platz &#8211; aber labil und anfällig für die Verlockungen die der Erfolg mit sich bringt.
267 Pflichtspieltore in 7 aufeinander folgenden Spielzeiten, 2-facher Gewinner des Goldenen Schuhs der UEFA mit der höchsten jemals erreichten Punktzahl von 72 &#8211; nein, das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_615" class="wp-caption alignleft" style="width: 213px"><img class="size-medium wp-image-615" title="MarioJardel" src="http://stadion-wurst.bplaced.net/wp-content/uploads/2010/03/MarioJardel-203x300.jpg" alt="(c) Kevin Airs" width="203" height="300" /><p class="wp-caption-text">(c) Kevin Airs</p></div>
<p>Er war einer der besten Stürmer, die je in Europa gespielt haben. Eine Tormaschine auf dem Platz &#8211; aber labil und anfällig für die Verlockungen die der Erfolg mit sich bringt.</p>
<p>267 Pflichtspieltore in 7 aufeinander folgenden Spielzeiten, 2-facher Gewinner des Goldenen Schuhs der UEFA mit der höchsten jemals erreichten Punktzahl von 72 &#8211; nein, das ist kein Auszug aus der Erfolgsstatistik von Gerd Müller, sondern der Arbeitsnachweis Mario Jardel&#8217;s von 1996-2003. Defensivarbeit und lange-Wege-gehen waren nie seine Stärken, aber vor dem Tor war er so gut wie kaum ein anderer.</p>
<p>Nach einer erfolgreichen Saison 1995/1996 bei Gremio Porto Alegre, in der Jardel mit 31 Toren entscheidend zum Gewinn der Copa Libertadores beigetragen hatte, wechselte der damals 22 jährige Brasilianer zum portugiesischen Spitzenclub FC Porto. Ohne Eingewöhnungsschwierigkeiten schießt der junge Stürmer ein Tor nach dem anderen und holt mit Porto drei Meisterschaften und Pokalsiege am Stück.<span id="more-614"></span></p>
<p>2000 wechselt er für $16 Millionen zum türkischen UEFA-CUP Gewinner Galatasaray Istanbul. Zu seinem Einstand schießt Jardel 2 Tore, darunter das entscheidende Golden Goal, im Finale des UEFA Super-Cups gegen Champions League Gewinner Real Madrid. In Istanbul war jedoch nach nur einer Saison Schluss und Jardel kehrte nach Portugal zurück.</p>
<p>Nachdem Vertragsverhandlungen mit Benfica und Porto scheiterten, unterschreib er im Sommer 2001 bei Sporting Lissabon. Die erfolgreichste Saison seiner Karriere, mit 42 Ligatoren (30 Spiele), 7 Pokaltoren (6 Spiele) und 6 UEFA-Cup-Toren (6 Spiele), folgte. Die nächste Saison sollte jedoch der Beginn seines sportlichen, wie privaten Niedergangs werden. Trotz seiner 55 Tore in der voraus gegangenen Saison wurde er nicht in den Kader der brasilianischen Nationalmannschaft für die WM 2002 berufen. Ein angebotener Vertrag mit Real Madrid kam ebenfalls nicht zustande, da Jardel den Termin versäumte. Zu dieser Zeit litt Mario Jardel bereits an Depressionen und nahm regelmäßig Kokain.</p>
<p>In der Saison 2002/2003, seiner Letzten bei Sporting, erziehlte Mario Jardel nur mehr 11 Tore. Im Anschluss spielte er, bis heute, bei 11 weiteren Vereinen und schoss insgesamt nur noch 12 Tore in 64 Ligaspielen. Drogen, Depressionen und Spielsucht verhindern weitere Erfolge. 2007, mittlerweile in Australien spielend, verkündete Jardel stolz :</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich habe seit zwei Monaten kein Kokain mehr genommen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Na Bravo, kann man dazu wohl nur sagen.</p>
<p>Zur Zeit tritt Jardel für den brasilianischen 4. Ligisten Esporte Clube Flamengo gegen den Ball.</p>
<p>Wer sich nicht mehr an die spektakulären Tore von Mario Jardel erinnern kann, sollte sich mal dieses kleine Video anschauen!</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="480" height="385" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/YWaFY6Wuos0&amp;hl=en_US&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="480" height="385" src="http://www.youtube.com/v/YWaFY6Wuos0&amp;hl=en_US&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
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