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Kinder an die Macht

Spätestens seit Herbert Grönemeyers Hit “Kinder an die Macht” kann man sich des Charmes der Idee nicht entziehen, anstatt der verhärmten Gesichter von Sarkozy, Obama, Merkel und Co lachende Kindergrimassen auf der Bühne der Weltpolitik sehen zu können: “Die Armeen aus Gummibärchen. Die Panzer aus Marzipan, Kriege werden aufgegessen kindlich genial!”

Auch im Fußballstadion wünscht man sich häufig, statt in hasserfüllte Visagen von selbsternannten Ultras und fremdernannten Hooligans in unschuldig dreinblickende Kinderaugen schauen zu dürfen.

Diesen Traum hat nun der niederländische Fußballverband wahr gemacht und mit einer spitzbübisch genialen Aktion auf die Vorfälle im Pokalspiel Ajax Amsterdam gegen AZ Alkmaar reagiert. In jenem Skandalspiel war Alkmaars Torhüter Esteban Alvarado von einem aufs Spielfeld gestürmten Hooligan angegriffen worden. Der Torwart wusste sich zu wehren und kassierte dafür sogar die rote Karte. Seine Mannschaftskameraden verließen daraufhin aus Protest das Spielfeld, die Partie wurde abgebrochen.

Der Verband wollte danach mit der branchenüblichen Bestrafung reagieren und das angesetzte Nachholspiel in Geisteratmosphäre vor leeren Rängen austragen. Doch was dann folgte, war weitaus kreativer und charmanter: Der Verband setzte statt des Geisterspiels ein Kinderspiel an. Die Partie wurde am Nachmittag ausgetragen, zugelassen waren nur Kinder unter 13 Jahren und eine Begleitperson pro fünf Kinder.

Ein Beispiel, das hoffentlich Schule macht. Aufgepasst in Dresden, in Frankfurt, in Rostock, in St. Pauli – bald schallt glockenhelles Kinderlachen von Euren Rängen!

AZ Alkmaar gewann das Spiel übrigens mit 3:2. Von Ausschreitungen wurde nichts bekannt!

18 provokative Fragen zum Rückrundenauftakt

Wird Mario Gomez den Uralt-Müller-Torrekord knacken?

Kommt man beim BVB nach dem Reus-Millionendeal wieder auf den Geschmack und kauft Nuri Sahin für 25 Millionen?

Wann merken die Spieler von Schalke 04, dass Ralf Rangnick nicht mehr auf der Bank sitzt und stellen das Toreschießen ein?

Glaubt Mike Hanke wirklich, dass er in der nächsten Saison Marco Reus ersetzen kann?

Findet es bei Werder Bremen eigentlich niemand seltsam, dass Claudio Pizarro die Zukunft des Vereins sein soll?

Verabschiedet sich Michael Ballack mit dem Sensationsmeistertitel 2012 nach Katar?

Fährt Jan Schlaudraff mit zur EM 2012?

Warum wirbt der VFB Stuttgart nicht mit dem Slogan „Wir können alles – nur keinen Spitzenfußball!“

Wie tief muss Hoffenheim noch sinken, damit Dietmar Hopp wieder seine Geldschatulle öffnet?

Verschwinden beim 1. FC Köln nach den Häßler-Millionen in den 90er-Jahren in der nächsten Saison auch die Podolski-Millionen?

Ist Michael Skibbe nicht zu nett für die Berliner Rowdy-Bande um Ebert, Lasogga, Franz und Co?

Gibt es einen Spieler, den Magath noch NICHT verpflichtet hat?

Jubelt Torsten Fink nach dem 18. Unentschieden der Saison auf dem Zaun zur Fankurve, ohne zu realisieren, dass der HSV gerade abgestiegen ist?

Wird Thomas Tuchel nach weiteren 12 Niederlagen in der Rückrunde endlich lernen, ein guter Verlierer zu sein?

Kann Nürnberg auch ohne Pokaltitel absteigen?

Fährt Christian Tiffert mit zu EM 2012?

Werden die Verantwortlichen des FC Augsburg am Ende der Saison das gewagte Ziel „direkter Wiederaufstieg“ ausgeben?

Schießt der SC Freiburg ohne Papiss Demba Cissé überhaupt noch ein Tor?

Wer moderiert 2012 “Wetten, dass..?”

Erbfolgekriege gab es zuhauf in der europäischen Geschichte. Die listenverliebte Wikipedia zählt allein 20 Erbfolgekriege in den letzten Jahrhunderten; da verwundert es angesichts des kriegerischen Gemetzels um Nachfolge und Erbschaft, Nachrückertum und Schuh-Ausfüller doch sehr, dass erst die streitsüchtigen Franzosen auf die Idee kamen, der Monarchie buchstäblich den Kopf abzuschlagen.

Wer an dieser Stelle nun eine Analogie zu Christian Wulff erwartet, die die Kurve von der Monarchie über den König, vom Staatsoberhaupt zum Bundespräsidenten locker gemeistert hätte, der sieht sich getäuscht. Dessen Handeln – soviel Wortspielerei sei erlaubt – ist schon kopflos genug, da braucht es zur Entmachtung keine Guillotine. Nein, vielmehr sei hier ein Hinweis auf den medialen Erbkrieg eingeflochten, der seit dem Rückzug von Thomas Gottschalk um den Thron der samstäglichen Abendunterhaltung tobt. Galt lange Zeit Hape Kerkeling als umjubelter Kronprinz, haben nun mit dessen Verweigerung zahlreiche Mediengrößen damit begonnen, ihre Favoriten in Stellung zu bringen. Kaum ein Name, der bislang noch nicht genannt wurde: Barbara Schöneberger, Anke Engelke, Jörg Pilawa, Johannes B. Kerner, Günther Jauch, Wolfgang Lippert…

Doch die Stadion-Wurst wäre keine Plattform investigativer Aufdeckung unbekannter Fakten, wäre kein Werkzeug zur Enttarnung von Lüge und Verschwörung, würde nicht zu Recht in einem Atemzug mit Wikileaks und Vronileaks genannt, hätte sie nicht ein Dokument vorliegen, das beweist, dass die Nachfolge von Gottschalk schon seit Jahren in trockenen Tüchern ist. Wir kennen den Namen, der beiläufig vor langer Zeit preisgegeben wurde und nur den arglosen Leser zu überraschen vermag, dem geneigten Kenner der Szene  hingegen lediglich ein müdes Lächeln abringen kann. Mir erscheint der Weg vom Schleswig-Holstein Magazin, über “Fußball-Deutsch/Deutsch-Fußball” hin zur erfolgreichsten Samstagabend-Show Deutschlands nur konsequent!

Wir präsentieren Gottschalks Nachfolger: Gerhard Delling!

Wer’s nicht glaubt, der spult auf 3:05 vor! Seht selbst:

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