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	<title>StadionWurst - Das Fussball Blog &#187; DFB</title>
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	<description>Das Fussball Blog - Ein etwas anderer Blick auf Bundesliga, internationalen Fußball und die Geschichten rund um den Rasensport.</description>
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<title>StadionWurst - Das Fussball Blog</title>
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		<title>Die Hand Gottes und ihre Jünger</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Nov 2011 15:55:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hennes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wurstsalat]]></category>
		<category><![CDATA[DFB]]></category>
		<category><![CDATA[Handspiel]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Neururer]]></category>
		<category><![CDATA[Regel]]></category>
		<category><![CDATA[Sport1]]></category>
		<category><![CDATA[Video]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern blieb ich beim gelangweilten Spaziergang durch die TV-Kanäle wie so häufig auf Sport1 stehen. Denn Fernsehen ist zwar blöd, langweilig und dumm, aber Sport geht immer. Es sei denn, man stolpert, wie gestern geschehen, über die Spieltagssanalyse mit Thomas Helmer, Thomas Strunz und Peter Neururer, dann hat man Pech gehabt &#8211; denn die ist auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern blieb ich beim gelangweilten Spaziergang durch die TV-Kanäle wie so häufig auf Sport1 stehen. Denn Fernsehen ist zwar blöd, langweilig und dumm, aber Sport geht immer. Es sei denn, man stolpert, wie gestern geschehen, über die Spieltagssanalyse mit Thomas Helmer, Thomas Strunz und Peter Neururer, dann hat man Pech gehabt &#8211; denn die ist auch blöd, langweilig und dumm.</p>
<p>Peter Neururer überraschte jedoch in den drei Minuten meines Verweilens mit einem radikal-revolutionären Konzept zur Änderung der Handspielregel. Nach seiner Meinung sind Regeln, die einen Interpretationsspielraum zulassen, schlechte Regeln. Das mag im ersten Hörgang sinnvoll klingen, insbesondere vor dem Hintergrund der vieldiskutierten Passiv-Abseits-Regel, ist aber bei gedanklicher Umwälzung ziemlicher Unfug. Denn zieht man in Betracht, dass der Schiedsrichter bei fast jeder strittigen Spielsituation auf seine subjektive Auslegung des Geschehens angewiesen ist, so erkennt man rasch, dass duale Schwarz-Weiß-Regeln im Fußball kaum existieren.</p>
<p>Doch das Weltbild des Peter Neururer ist keines von Grautönen, Schattierungen und Verfärbungen durchzogenes Konstrukt realer Kompromisse, Zwischentöne und Unsicherheiten, sondern klar strukturiert, einfach definiert, unterteilt in Gut und Böse, Schwarz und Weiß, Fußball oder Handball.</p>
<p>So schlug er gestern vor, die Handspielregel zu ändern, da die aktuell gültige Regel &#8211; wir erinnern uns &#8211; Interpretationsspielraum lasse:</p>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 206px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Ein Handspiel liegt vor, wenn ein Spieler den Ball mit seiner Hand oder seinem</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 206px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Arm absichtlich berührt. Der Schiedsrichter achtet bei der Beurteilung der</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 206px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Situation auf</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 206px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;"> die Bewegung der Hand zum Ball (nicht des Balls zur Hand),</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 206px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;"> die Entfernung zwischen Gegner und Ball (unerwartetes Zuspiel),</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 206px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;"> die Position der Hand (Das Berühren des Balls an sich ist noch kein Vergehen.),</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 206px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;"> das Berühren des Balls durch einen Gegenstand in der Hand des Spielers</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 206px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">(Kleidung, Schienbeinschoner usw.), was ein Vergehen darstellt,</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 206px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;"> das Treffen des Balls durch einen geworfenen Gegenstand (Schuh, Schien -</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 206px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">bein schoner usw.), was ein Vergehen darstellt.</div>
<blockquote><p>Ein Handspiel liegt vor, wenn ein Spieler den Ball mit seiner Hand oder seinem Arm absichtlich berührt. Der Schiedsrichter achtet bei der Beurteilung der Situation auf:</p>
<ul>
<li>die Bewegung der Hand zum Ball (nicht des Balls zur Hand),</li>
<li>die Entfernung zwischen Gegner und Ball (unerwartetes Zuspiel),</li>
<li>die Position der Hand (Das Berühren des Balls an sich ist noch kein Vergehen.),</li>
<li>das Berühren des Balls durch einen Gegenstand in der Hand des Spielers (Kleidung, Schienbeinschoner usw.), was ein Vergehen darstellt,</li>
<li>das Treffen des Balls durch einen geworfenen Gegenstand (Schuh, Schienbeinschoner usw.), was ein Vergehen darstellt. (<a href="http://www.dfb.de/fileadmin/user_upload/2011/08/DFB_Umbr_Fussballregeln_2011_2012_low_01.pdf" target="_blank">DFB-Fußballregeln</a>, Regel 12)</li>
</ul>
</blockquote>
<p><span id="more-2063"></span><br />
Peter Neururer stößt sich vor allem an der seiner Meinung nach überflüssigen Notwendigkeit, dem Spieler ein absichtliches Fehlverhalten, also ein beabsichtigtes Armwedeln, Händeschütteln, Fingerkraxeln nachzuweisen, bevor ein Schiedsrichterpfiff ertönt. Ginge es nach ihm, wäre die Handspielregel sehr viel kürzer und sehr viel klarer:</p>
<blockquote><p>Ein Handspiel liegt vor, wenn ein Spieler den Ball mit seiner Hand oder seinem Arm berührt. (Peter Neururer, sinngemäß und abgewandelt)</p></blockquote>
<p>Lieber Peter, Kürze und Klarheit schützen vor Dummheit nicht. &#8220;Ausländer raus&#8221;, &#8220;Frauen an den Herd&#8221;, &#8220;Geiz ist geil&#8221; &#8211; alles Parolen, die kurz und knapp sind, jeder versteht sie, und trotzdem sind sie der reinste Unfug.</p>
<p>Man stelle sich das zukünftige wilde Umeinandergeballere in Deutschlands Strafräumen bloß mal bildlich vor. Jeder motorisch minderbemittelte Klumpfuß versuchte, seinem Gegner aus kürzester Distanz gegen den Arm zu schießen, auf dass der Schiri einen Strafstoß verhänge. Freistoßmauern würden nur noch mit hinter dem Rücken verschränkten Händen gebaut, und die Spieler wären den Gewaltschützen hilflos ausgeliefert. Kopfballduelle würden ohne Armeinsatz bestritten und erinnerten stark an kollektiven Choreographien von &#8220;Lord of the Dance&#8221;. Etwa so&#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><object width="560" height="315"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/11HdGesJIWg?version=3&amp;hl=de_DE&amp;rel=0"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/11HdGesJIWg?version=3&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" type="application/x-shockwave-flash" width="560" height="315" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Oder so:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><object width="560" height="315"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/TmVvkGUwa08?version=3&amp;hl=de_DE&amp;rel=0"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/TmVvkGUwa08?version=3&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" type="application/x-shockwave-flash" width="560" height="315" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das Spiel würde jedenfalls seinen Charakter ändern&#8230;und die Spieltagsanalyse eine Menge Diskussionsstoff verlieren.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Der kategorische Kader</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Oct 2011 14:49:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hennes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wurstsalat]]></category>
		<category><![CDATA[DFB]]></category>
		<category><![CDATA[Führungsspieler]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Kategorie]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Sammer]]></category>

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		<description><![CDATA[Erst kürzlich wurden wir Zeuge einer Presseoffensive von Matthias Sammer, Sportdirektor des DFB, der sowohl dem Magazin 11 Freunde als auch der Süddeutschen Zeitung ein langes Interview gab. Darin lässt er die Öffentlichkeit wie selten zuvor an seiner Arbeit teilhaben und erklärt, dass er unter anderem die Nationalelf einer strengen Kategorisierung unterzogen habe:
Auch deshalb arbeiten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Erst kürzlich wurden wir Zeuge einer Presseoffensive von Matthias Sammer, Sportdirektor des DFB, der sowohl dem Magazin <a href="http://www.11freunde.de/bundesligen/144094" target="_blank">11 Freunde</a> als auch der <a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/matthias-sammer-im-gespraech-der-star-ist-nicht-die-mannschaft-1.1163783" target="_blank">Süddeutschen Zeitung</a> ein langes Interview gab. Darin lässt er die Öffentlichkeit wie selten zuvor an seiner Arbeit teilhaben und erklärt, dass er unter anderem die Nationalelf einer strengen Kategorisierung unterzogen habe:</p>
<blockquote><p>Auch deshalb arbeiten wir im DFB-Nachwuchsbereich seit 2008 mit festen Kategorisierungen. Wir unterscheiden in Führungsspieler, Teamspieler und Individualisten. (Quelle: <a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/matthias-sammer-im-gespraech-der-star-ist-nicht-die-mannschaft-1.1163783" target="_blank">SZ</a>, 15.10.2011)</p></blockquote>
<p>Eigentlich sollen solche Interviews ja den Zweck erfüllen, Fragen zu beantworten und Unklarheiten aus der Welt zu räumen. Nachdem ich jedoch über die in beiden Medien ausgebreitete Methode der Kategorisierung gestolpert war, verspürte ich nicht nur den Drang, die Einteilung in die drei Kategorien zu konkretisieren und zu visualisieren (und Euch daran teilhaben zu lassen), sondern mir stellten sich plötzlich weit mehr Fragen als zuvor:</p>
<p><a href="http://stadion-wurst.bplaced.net/wp-content/uploads/2011/10/Fuehrungsspieler.JPG"><img class="aligncenter size-full wp-image-2018" title="Fuehrungsspieler" src="http://stadion-wurst.bplaced.net/wp-content/uploads/2011/10/Fuehrungsspieler.JPG" alt="Fuehrungsspieler" width="600" height="467" /></a><br />
<span id="more-2014"></span><br />
Gibt es eine Obergrenze in den jeweiligen Kategorien, darf also jeweils nur eine spezifische Anzahl an Führungsspielern, Teamspielern und Individualisten in der Nationalelf mitspielen? Was passiert, wenn sich ein Teamspieler oder ein Individualist zum Führungsspieler entwickelt – muss dann ein altgedienter Führungsspieler weichen? Wurden Thorsten Frings und Michael Ballack am Ende Opfer dieser Obergrenze?</p>
<p>Kann ein Spieler in mehrere Kategorien gleichzeitig einsortiert werden? Was passiert also, wenn der Individualist Mesut Özil zum Führungsspieler wird? Darf er dann nicht mehr dribbeln? Wäre Bastian Schweinsteiger im offensiven rechten Mittelfeld eher Individualist oder wie jetzt Führungsspieler? Oder doch beides?</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-2021" title="Individualisten" src="http://stadion-wurst.bplaced.net/wp-content/uploads/2011/10/Individualisten.JPG" alt="Individualisten" width="600" height="466" />Kann ein Führungsspieler seinen Führungsanspruch einbüßen und zum Teamplayer zurückgestuft werden? Ist Miro Klose bei der WM 2014 noch Führungsspieler, auch wenn er nur auf der Auswechselbank sitzt? Oder Teamspieler? Oder Individualist? Oder Wasserträger? Oder Maskottchen?</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-2022" title="Teamspieler" src="http://stadion-wurst.bplaced.net/wp-content/uploads/2011/10/Teamspieler.JPG" alt="Teamspieler" width="600" height="474" /></p>
<p>Steht das Etikett „Führungsspieler“ immer zwangsläufig am Ende einer Entwicklung oder kann man auch einfach so, a priori sozusagen, Führungsspieler sein? Lässt sich also bei Bedarf einfach ein Vereinsführungsspieler (zum Beispiel Heiko Butcher vom SC Freiburg) in die Nationalmannschaft berufen, damit er dort den Führungsspieler mimt? Oder sind Debütanten stets dazu verdammt, als Individualisten oder Teamspieler zu beginnen?</p>
<p>Dürfen nur Führungsspieler Elfmeter schießen? Haben Individualisten größere taktische Freiheiten? Ist &#8220;Teamspieler&#8221; eigentlich ein Euphemismus für &#8220;Mitläufer&#8221;? Ist Messi deswegen so stark, weil er die kategorische Dreifaltigkeit darstellt? Ist das alles nur Unsinn?</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Ein Sommer mit Sammer?</title>
		<link>http://www.stadion-wurst.com/2010/02/ein-sommer-mit-sammer/</link>
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		<pubDate>Fri, 05 Feb 2010 15:25:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hennes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschländer]]></category>
		<category><![CDATA[DFB]]></category>
		<category><![CDATA[Jogi Löw]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalmannschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Oliver Bierhoff]]></category>

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		<description><![CDATA[11. Juli 2010, Johannesburg
Die deutsche Nationalmannschaft wird zum Weltmeister gekürt, der Mannschaftskapitän Michael Ballack reckt den Pokal in die Höhe, Angela Merkel ballt ihre kleinen Fäustchen und streckt Silvio Berlusconi frech die Zunge raus, und Joachim Löw freut sich wie ein Schneekönig – allerdings nicht im Stadion, nicht in Südafrika, sondern daheim auf dem Sofa, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>11. Juli 2010, Johannesburg</strong></p>
<div id="attachment_515" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://www.photocase.com"><img class="size-full wp-image-515" title="Glotzfussball" src="http://stadion-wurst.bplaced.net/wp-content/uploads/2010/02/Glotzfussball_TimToppik_pc_web1.jpg" alt="© TimToppik" width="200" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">© TimToppik</p></div>
<p>Die deutsche Nationalmannschaft wird zum Weltmeister gekürt, der Mannschaftskapitän Michael Ballack reckt den Pokal in die Höhe, Angela Merkel ballt ihre kleinen Fäustchen und streckt Silvio Berlusconi frech die Zunge raus, und Joachim Löw freut sich wie ein Schneekönig – allerdings nicht im Stadion, nicht in Südafrika, sondern daheim auf dem Sofa, mit Bier und Würstchen vor dem eigenen Fernseher.</p>
<p>Bis vor zwei Tagen schien dieses Alptraumszenario noch bar jeglicher Realität – doch heute sind wir klüger. Der DFB hat die Vertragsverhandlungen mit Oliver Bierhoff, Joachim Löw und dem gesamten Trainerstab abgebrochen und bis auf die Zeit nach dem WM-Turnier vertagt. Ausschlaggebend waren laut <a href="http://www.faz.net/s/RubFB1F9CD53135470AA600A7D04B278528/Doc~E6242D4C22CFE4969BE0A746C969B6D9B~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Presseberichten</a> zu hohe Bonusforderungen von Manager und Trainerteam sowie eine unverhältnismäßige Ausweitung der Entscheidungskompetenzen. So wollte sich Löw, des ewigen Kompetenzgerangels mit Matthias Sammer um die Verantwortlichkeiten für die U21 müde, die Entscheidungshoheit des Bundestrainers in diesem Bereich schriftlich zusichern lassen. Bierhoff hingegen forderte ein Vetorecht bei der zukünftigen Ernennung eines neuen Bundestrainers. Der DFB sah beides jedoch kritisch bis ablehnend.<span id="more-506"></span></p>
<p>Soweit alles kein Problem, schließlich kann man am Verhandlungstisch unterschiedlicher Meinung sein und sich auch ausladend darüber streiten – sonst säße man ja gemeinsam beim gemütlichen Bier in einer Kneipe. Brisant wird die brüske Absage des DFBs an Löw, Bierhoff und Co jedoch erst dadurch, dass den verantwortlichen Entscheidungsträgern um Theo Zwanziger die Forderungen ihrer Angestellten längst bekannt waren, ohne, dass dazu von Verbandsseite Stellung bezogen worden wäre.<br />
Erst seit wenigen Tagen haben die Verhandlungen eine – leider falsch gerichtete – Dynamik entwickelt. Erst konnte sich die Öffentlichkeit über die eben erwähnten Details in der <a href="http://www.bild.de/BILD/sport/fussball/nationalmannschaft/2010/02/04/dfb-machtkampf/jetzt-geht-es-um-geld.html" target="_blank">BILD</a>-Zeitung informieren (und ich glaube nicht, dass Bierhoff oder Löw ihre eigenen Forderungen heimlich lanciert haben), dann eröffnete der DFB ein Gegenangebot mit einer 48-Stunden-Frist für die Unterzeichnung des Vertrages. Diplomatisches Verhandlungsgeschick sieht anders aus.</p>
<p>Wie man heute aus der <a href="http://www.sueddeutsche.de/,tt7m1/sport/95/502330/text/?page=2#readcomment" target="_blank">SZ </a>erfährt, endet damit das Arbeitspapier von Jogi Löw am 30. Juni 2010 – noch vor Austragung des WM-Viertelfinales. Werden wir also erstmals in der deutschen Fußballgeschichte die Ablösung eines Bundestrainers während eines Turniers erleben? Fakt ist, dass das Vertrauen zwischen DFB und Betreuerstab massiv in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Zwar würde ich nicht so weit gehen und von einer Demontage Löws durch den Verband sprechen, aber die Position des Trainers im Machtgefüge der Verbandsstrukturen ist mit Sicherheit geschwächt, die Autorität beschädigt.</p>
<p>Das WM-Turnier erhält durch die Machtspielchen beider Seiten noch mal eine völlig andere Dimension – so widersinnig der Gedanke erscheint, aber ein frühes Ausscheiden käme dem DFB sehr zupass. Der Vertrag des Trainers würde ohne fremdes Zutun auslaufen, und eine Abfindung bliebe den DFB-Kassen erspart. Gleichzeitig erschienen Zwanziger und Co als weise Propheten, deren frühe Zweifel nun bittere Realität geworden sei. Die Inthronisierung von Matthias Sammer wäre dann wohl nur noch eine kleine Formalität.</p>
<p>Auf der anderen Seite können sich Bundestrainer Löw, Teammanager Bierhoff und der Rest des Trainerteams durch ein erfolgreiches Abschneiden bei der WM eine nahezu perfekte Verhandlungsposition erarbeiten. Man stelle sich vor, Deutschland gewänne den Pokal und drei Wochen später würde der DFB die Trennung von Löw und Co. verkünden. Ein Aufschrei der Empörung ginge durchs ganze Land! Oder doch nicht?</p>
<div id="attachment_510" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.photocase.com"><img class="size-full wp-image-510 " title="Paragraphenreiter" src="http://stadion-wurst.bplaced.net/wp-content/uploads/2010/02/Blackfish_Paragraphenreiter1.gif" alt="© Blackfish" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">© Blackfish</p></div>
<p>Bei der Lektüre der Presseartikel ist mir die große Menge negativer Gastkommentare aufgefallen, die Löws Arbeit kritisieren und ablehnen. Man gewinnt fast den Eindruck, er hätte mehr Widersacher denn Befürworter (exemplarisch dazu in der <a href="http://www.faz.net/s/RubFB1F9CD53135470AA600A7D04B278528/Doc~E1476E3A1096D41498DFB8254C0C6EC56~ATpl~Ekom~SKom~Ak~E340546.html" target="_blank">FAZ</a>). Mich hat dieses Stimmungsbild sehr überrascht, bin ich doch seit Jahren begeistert von Löws Leistungen und kenne in meinem näheren fußballaffinen Umfeld kaum jemanden, der sich zu den Kritikern des Bundestrainers zählt.</p>
<p>Häufig spiegelten die Kommentare eine Unzufriedenheit mit den bislang von der Nationalelf erzielten Ergebnissen wieder. Da bleibt mir nur ein verständnisloses Kopfschütteln: Wer die Bilanz von einem dritten Platz bei der WM (als Co-Trainer), einem 2. Platz bei der EM und zwei ungefährdeten Erfolgen bei EM- und WM-Qualifikationen nicht wertschätzen kann, der übersteigert die Qualität des deutschen Nationalmannschaftskaders maßlos. Löws Arbeit ist es zu verdanken, dass die Mannschaft verjüngt wurde und sich gleichzeitig wieder auf höchster Ebene des Weltfußballs etablieren konnte. Zwar schöpft der deutsche Fußball inzwischen wieder aus einem beachtlich gefüllten Pool talentierter Spieler, aber auch im aktuell gut besetzten Kader gibt es kaum einen Spieler, der ein Match aufgrund seiner individuellen Klasse alleine entscheiden kann. Das sieht in Spanien oder in Frankreich schon ganz anders aus, von Brasilien und Argentinien ganz zu schweigen. Deswegen kann die deutsche Elf nur mit einem klaren System, mit klaren Zuordnungen, sauberem taktischen Verhalten und absoluter Fitness den führenden Fußballnationen Paroli bieten. Eben nur durch Betonung jener Faktoren, für die ein Trainer so entscheidend ist.</p>
<p>Man darf gespannt sein, ob sich der Zwist in der Führungsetage des DFBs und der Nationalelf zum Kleinkrieg auswächst. Was passiert beispielsweise, wenn Argentinien in der Vorbereitung 4:1 gegen uns gewinnt? Ich erinnere nur an das äquivalente Debakel gegen Italien im Frühjahr 2006, bei dem Jürgen Klinsmann nur um Haaresbreite an einer vorzeitigen Demission vorbeigeschrammt ist. Wie verhalten sich Löw und Bierhoff? Schließlich müsste der Trainer sein Arbeitspapier wenigstens um zwei Wochen verlängern, um bis zum Ende der WM in der Verantwortung zu stehen. Oder droht dem DFB gar ein peinlicher Eklat auf großer internationaler Bühne?</p>
<p>Die Agentur für Arbeit in Freiburg kann jedenfalls ab Mitte März mit erhöhtem Andrang rechnen – da man sich mindestens drei Monate vor Ablauf eines befristeten Arbeitsvertrages bei der Agentur melden muss, sind die Aussichten auf ein persönliches Autogramm des Bundestrainers gar nicht so schlecht. Die Chance sollte man nutzen – wer weiß, wie lange es den „Bundes-Jogi“ noch gibt!</p>
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		<title>Fußball Historie I: Der Tschammerpokal</title>
		<link>http://www.stadion-wurst.com/2009/12/fusball-historie-i-der-tschammerpokal/</link>
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		<pubDate>Tue, 08 Dec 2009 08:13:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Juenter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wurstsalat]]></category>
		<category><![CDATA[DFB]]></category>
		<category><![CDATA[DFB Pokal]]></category>
		<category><![CDATA[Historie]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute vor 74 Jahren fand das erste Fußball-Pokalfinale in Deutschland statt. Hans von Tschammer und Osten führte 1935, nach Vorbild des englischen Pokalwettbewerbs, den von ihm begründeten und gestifteten Tschammerpokal ein. Am 8. Dezember 1935 besiegte der 1. FC Nürnberg Schalke 04 im Düsseldorfer Rheinstadion mit 2:0.
Über 4000 Vereine nahmen an der ersten Austragung teil. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_361" class="wp-caption alignleft" style="width: 106px"><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:FCN_Fahne_6_zugeschnitten.jpg"><img class="size-medium wp-image-361" title="pokalsieger" src="http://stadion-wurst.bplaced.net/wp-content/uploads/2009/12/pokalsieger-119x300.jpg" alt="pokalsieger" width="96" height="243" /></a><p class="wp-caption-text">(c) Jarlhelm</p></div>
<p>Heute vor 74 Jahren fand das erste Fußball-Pokalfinale in Deutschland statt. Hans von Tschammer und Osten führte 1935, nach Vorbild des englischen Pokalwettbewerbs, den von ihm begründeten und gestifteten Tschammerpokal ein. Am 8. Dezember 1935 besiegte der 1. FC Nürnberg Schalke 04 im Düsseldorfer Rheinstadion mit 2:0.</p>
<p>Über 4000 Vereine nahmen an der ersten Austragung teil. Zunächst trugen über 2000 Mannschaften aus der Kreisliga ihre Spiele aus, um später in der Hautrunde auf die Mannschaften aus den höheren Ligen zu treffen. 1941 gelang es dem Dresdner SC als erste Mannschaft, ihren Titel zu verteidigen. Letzter Sieger des Tschammerpokals war Vienna Wien, das sich im Finale 1943 gegen den Luftwaffen-Sport-Verein Hamburg mit 3:2 n.V. durchsetzte.</p>
<p>Nach Beendigung des 2. Weltkriegs wurde das auf der Trophäe angebrachte Hakenkreuz durch eine Plakette mit dem DFB-Logo ersetzt. Der Pokal wurde von 1953, dem Jahr der Einführung des DFB-Vereinspokals, bis 1964 weiter genutz, bis schließlich Wilhelm Nagel 1964 den Auftrag zur Gestaltung einer neuen Trophäe erhielt.</p>
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