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	<title>StadionWurst - Das Fussball Blog &#187; Nationalmannschaft</title>
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	<description>Das Fussball Blog - Ein etwas anderer Blick auf Bundesliga, internationalen Fußball und die Geschichten rund um den Rasensport.</description>
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<title>StadionWurst - Das Fussball Blog</title>
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		<title>Heldenverehrung</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 17:30:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hennes</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Um es gleich vorwegzunehmen: Michael Ballack war immer mein Held. Ist noch immer mein Held und wird es wohl auch nach dem Ende dieses Textes bleiben. Denn wir beide, er und ich, sind miteinander verbunden. Zugegeben, klingt sehr esoterisch, schließlich sind wir nicht am selben Tag geboren, stammen aus unterschiedlichen Gegenden, haben uns nie getroffen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2205" class="wp-caption alignleft" style="width: 170px"><img class="size-full wp-image-2205" title="Held" src="http://stadion-wurst.bplaced.net/wp-content/uploads/2012/02/Held_hanna-b™_flickr.jpg" alt="©hanna b™/flickr" width="160" height="240" /><p class="wp-caption-text">©hanna b™/flickr</p></div>
<p>Um es gleich vorwegzunehmen: Michael Ballack war immer mein Held. Ist noch immer mein Held und wird es wohl auch nach dem Ende dieses Textes bleiben. Denn wir beide, er und ich, sind miteinander verbunden. Zugegeben, klingt sehr esoterisch, schließlich sind wir nicht am selben Tag geboren, stammen aus unterschiedlichen Gegenden, haben uns nie getroffen, und ich kommuniziere auch nicht heimlich mit ihm, nachts, wenn alle schlafen, nur mittels Gedankenkraft. Nein, die Sache ist viel harmloser: In einer Zeit, als es im Studium für mich zahllose wichtigere Dinge als Fußball gab, in einer Zeit, als die deutsche Nationalmannschaft darbend am Boden der sportlichen Bedeutungslosigkeit lag, da kam Michael Ballack und schaffte es, mein Interesse am früher so heiß geliebten Sport wieder zu entfachen. Ohne Michael Ballack, soviel lässt sich ohne Übertreibung behaupten, gäbe es diesen Blog nicht.</p>
<p>Michael Ballack schwang sich Anfang des neuen Jahrtausends auf, den deutschen Fußball durchs dunkle Tal des Misserfolgs zu führen. Er stemmte sich gegen die Ungnade der späten (im Vergleich zur Matthäus-Generation) respektive frühen (im Vergleich zur Götze-Generation) Geburt, die seine Fußballergeneration zu einem Zeitpunkt auf die Bühne des Weltfußballs schickte, als Deutschland längst eine Statistenrolle eingenommen hatte. Während Mehmet Scholl mehr verletzt als spielend durch lockere Sprüche begeisterte, während Sebastian Deisler zu unser aller Bedauern ein uneingelöstes Versprechen blieb, stand Ballack immer seinen Mann.</p>
<p>Mit Titan Kahn im Tor, mit Miroslav Klose im gegnerischen Strafraum und mit Torsten Frings an seiner Seite schaffte es Michael Ballack, dass die EM- und WM-Sommer für mich wieder zu einer eigenen Jahreszeit wurden; dass ich meine Urlaubsplanung auf die Turniere abstimmte; dass ich alle zwei Jahre spätestens ab April damit begann, von Fußball zu träumen; dass ich mich plötzlich wieder zwölf Jahre alt fühlte, den Abstellraum im Haus meiner Eltern in ein eigenes WM-Studio verwandelnd, mit selbstgemalten Plakaten und Landesflaggen an der Wand, mein Gesicht nicht mehr vom Fernseher abwendend, selbst wenn die Partie bloß Irland gegen Ägypten hieß.<span id="more-2201"></span></p>
<p>2002 litt ich mit Michael Ballack, als er im Halbfinale ein entscheidendes Foul beging und im Finale zusehen musste. 2004 ertrug ich mit Ballack alle schlechten Spiele der deutschen Elf. 2006 weinte ich mit ihm nach den späten italienischen Toren in der Verlängerung. 2008 lachte ich über Mario Gomez und schrie, als Ballack den Freistoß ins österreichische Tor drosch. 2010 saß ich live vor dem Fernseher, als Kevin-Prince Boateng von hinten angerauscht kam und spürte den Schmerz des Fouls im eigenen Knöchel.</p>
<p>Einfach war es mit ihm nie; ohne Trauer, Wut und Enttäuschung ging es nicht. Doch vielleicht ist genau das der Grund für meine Begeisterung für den Sportler Ballack. Standen uns Boris Becker oder Dirk Nowitzki nicht stets viel näher als Michael Schumacher, der mit glatten Siegesserien langweilte? Liebte man die einen nicht gerade deswegen, weil sie in ihrer Laufbahn so viele herbe Niederlagen hinnehmen mussten? Weil sie sich stets mit aller Kraft gegen den Misserfolg auflehnten und trotzdem häufig verloren? Weil ihre Siege danach nur umso süßer schmeckten?</p>
<p>Michael Ballack blieb der ganz große Triumph freilich verwehrt. Dieser Status des Unvollendeten lässt mich auch im Spätherbst seiner Karriere kaum ruhen. Nach seinem Wechsel zu Bayer Leverkusen prophezeite ich den Sieg der Werkself in der Champions League, hoffte lange auf eine Rückkehr ins Nationalteam für die EM 2012; alles nur, um ihn am Ende eines entscheidenden Spiels endlich einmal lachen zu sehen.</p>
<p>Die zunehmende Lautstärke der Kritik an Michael Ballack blieb mir natürlich nicht verborgen. Schon im Film „Deutschland – Ein Sommermärchen“ wirkte es seltsam, dass sich ausgerechnet der Capitano gegen einen Auftritt auf der Fanmeile in Berlin aussprach. 2008 verwunderte der Streit mit Oliver Bierhoff, und man ahnte bereits, dass es im Team ordentlich rumoren musste, damit sich ein friedliebender Lukas Podolski zur öffentlichen Ohrfeige hinreißen ließ. 2010 spürte man erst die Verunsicherung und dann die Erleichterung in der Nationalelf, als der alte Leitwolf zu Hause bleiben musste. Was folgte, war die öffentliche Posse um Ballacks Rücktritt, deren Ursprünge bis heute ungeklärt sind. Und auch der neuerliche Zwist, den Ballack mit den Verantwortlichen in Leverkusen austrägt, lässt mich ratlos zurück.</p>
<p>Natürlich kann ich von außen nicht beurteilen, ob der so verehrte Sportler außerhalb des Platzes ein Querulant ist, ein sturer Egomane. Die Anzeichen häufen sich &#8211; doch wem soll man glauben? Der Presse, die den lange Zeit einzigen Weltstar im deutschen Fußball häufig wie ein lästiges Ärgernis behandelte? Den vermeintlichen TV-Experten, die erst Ballacks fehlenden Führungswillen, dann seine Alleinherrscher-Attitüde kritisierten? Den Entscheidungsträgern im deutschen Fußball, die in Ballack je nach Bedarf einen torgefährlichen Mittelfeldspieler, den Capitano, einen greisen Frührentner oder den kickenden Heilsbringer sahen?</p>
<p>Man muss wohl bis zum unwiderruflichen Ende von Ballacks Karriere warten, um in den Zeitungen lobende Worte über ihn lesen zu können. Ähnlich wie Thomas Gottschalk, der nach jeder Wetten Dass-Sendung niedergeschrieben wurde, als gäbe es kein Morgen, bis er sich schließlich zum Rückzug entschloss und als Reaktion überschwängliche Huldigung allerorten erntete, bleibt Michael Ballack auch in den letzten Monaten seiner erfolgreichen Laufbahn für die Presse ein Subjekt inniger Hassliebe. Zum Glück bin ich nur ein einfacher Fan. Für mich bleibt er ein Held&#8230;</p>
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		<title>Monsters of Rock</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Mar 2011 08:54:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hennes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wurstsalat]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalmannschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Publikum]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor nicht allzu langer Zeit erlebte das aktuelle Sportstudio im ZDF einen ungewöhnlichen Auftritt: Die drei eingeladenen jungen Fußballer Lewis Holtby, Adam Szalai und André Schürrle von Mainz 05 betraten nicht wie üblich nach einer kurzen Vorstellung unter dem Applaus des Publikums das Studio, sondern warteten, bis sich das Tor zur Kulisse vollständig geöffnet hatte. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1641" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://www.photocase.com"><img class="size-full wp-image-1641" title="Popstars" src="http://stadion-wurst.bplaced.net/wp-content/uploads/2011/03/Popstars_sto.E_pc_web.jpg" alt="© sto.E" width="200" height="267" /></a><p class="wp-caption-text">© sto.E</p></div>
<p>Vor nicht allzu langer Zeit erlebte das aktuelle Sportstudio im ZDF einen ungewöhnlichen <a href="http://www.youtube.com/watch?v=dsPRN94_2vg" target="_blank">Auftritt</a>: Die drei eingeladenen jungen Fußballer Lewis Holtby, Adam Szalai und André Schürrle von Mainz 05 betraten nicht wie üblich nach einer kurzen Vorstellung unter dem Applaus des Publikums das Studio, sondern warteten, bis sich das Tor zur Kulisse vollständig geöffnet hatte. Mit einer grellen Lasershow und lauter Rockmusik vom Band untermalt, sah man sie dort mit Schlagzeug, Gitarre und Mikrofon hantieren, die Kopie einer Rockband zum Besten gebend.</p>
<p>Dem kundigen Zuschauer im Studio und auf dem heimischen Sofa dürfte rasch klar gewesen sein, dass diese Inszenierung auf den ungewöhnlichen Torjubel der Drei bei Mainzer Toren anspielte. Doch auch weniger fußballaffine Betrachter werden sich kaum gewundert haben. Denn längst gelten Fußballer von heute als Popstars mit Glamourfaktor. Sie lächeln uns von den Bravo- und Popcorn-Titelblättern entgegen, werden von kreischenden Groupies belagert und lassen sich – wie im Fall der beschriebenen Jungkicker von Mainz 05 &#8211; auch gerne mal als Boygroup bezeichnen. Wenn die deutsche Nationalmannschaft auf der Berliner Partymeile zum Tanz bittet, dann lässt eine halbe Millionen Menschen die Hüften kreisen. Auf den Rängen im Fußballstadion findet man längst nicht mehr nur die biertrinkende Schnauzbartfraktion, sondern auch Teeniemädchen mit Lipgloss und Kajal. Fußball ist Event, manchmal gar mehr als sportlicher Wettbewerb.</p>
<p>Das muss man nicht zwangsläufig bedauern – doch die Auswüchse der Eventisierung des Fußballs konnte man zuletzt beim EM-Qualifikationsspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Kasachstan beobachten. Nach einer guten ersten Halbzeit, nach einigen Chancen und drei Toren gegen einen zwar unterklassigen, doch tapfer mauernden Gegner, folgte eine zweite Halbzeit, die wenig Erbauliches bot. Auch ein Tor kurz vor Schluss konnte die Zuschauer in Kaiserslautern nicht versöhnen, so dass sich nicht erst nach Ende des 4:0-Sieges ein Pfeifkonzert über den Platz ergoss. Vor allem Bastian Schweinsteiger, der Mann mit den meisten Ballkontakten im Spiel, musste sich bei seiner Auswechslung mit dem Unmut des Publikums auseinandersetzen.<br />
<span id="more-1639"></span><br />
Kaum verwunderlich, dass das Verhalten der Zuschauer in der Nachbetrachtung viel Kritik erntete. Wer bei einem klaren Sieg pfeift, den fleißigsten Spieler auf dem Platz ausbuht, der ist verwöhnt, leidet unter Größenwahn und hat den Bezug zur Realität verloren.</p>
<p>Das ließe sich so unterschreiben, bliebe da nicht die wichtige Frage unbeantwortet, <em>warum </em>sich die Zuschauer in realitätsfernem Anspruchdenken verlieren.</p>
<p>Meine Antwort: In der Außenwahrnehmung verschwimmt inzwischen die Grenze zwischen Kunst und Sport. Die Zuschauer sind kaum mehr in der Lage, zwischen einem Konzertbesuch und einem Fußballspiel zu unterscheiden. Natürlich nimmt niemand seinen Platz im Stadion ein, reibt sich die Augen und fragt sich, wann Tim Wiese endlich die E-Gitarre auspackt. Und doch scheint das Fußball-Publikum mehr und mehr Probleme zu haben, angemessene Maßstäbe zu setzen.</p>
<p>Eine Musikband steht während einer laufenden Tour Abend für Abend auf der Bühne, spielt die immergleichen Lieder, bekommt womöglich wenig Schlaf und hat dennoch nur das eine Ziel: Das Publikum zu unterhalten. Der Liveauftritt ist neben dem Tonträger die zweite existentielle Säule für freischaffende Musiker. Nicht selten wird der Erfolg eines Gigs oder einer Tour über Zuschauerzahlen definiert. Mehr noch: Die Zuschauer sind für ein Livekonzert ein definitorisches Muss – ohne aufmerksame Ohren mag die musikalische Darbietung noch so ambitioniert sein, ein Live-Auftritt ist sie erst ab dem ersten Zuschauer.</p>
<p>Im Fußball ist das grundsätzlich anders. Ein Fußballspiel braucht keine Zuschauer. Auch ohne Fans, ohne gefüllte Ränge im Stadion findet das Spiel statt, balgen sich Spieler um den Ball und kämpfen ums entscheidende Tor. Das Ziel einer Fußballmannschaft ist einzig der Gewinn der laufenden Partie, nie aber die Unterhaltung der Zuschauer. Das Publikum ist weder maßgeblich, noch direkt involviert, ist nur Randerscheinung, aber nicht Teil des Ganzen.</p>
<p>Problematisch wird es dann, wenn den Zuschauern aber genau das suggeriert wird. Der vielbeschworene zwölfte Mann setzt angeblich viele Kräfte bei der eigenen Mannschaft frei. Der Fan ist sich seiner Macht längst bewusst. Immer häufiger äußert sich sein Unmut in Protestaktionen wie kollektivem Schweigen oder dem demonstrativen Rückenzukehren zum Geschehen auf dem Rasen.</p>
<p>Die Inszenierung des Fußballs als Event, aus marketingstrategischen und finanziellen Aspekten von den Verantwortlichen angefeuert, hat den Zuschauer längst vom Beobachter an der Peripherie zum Mittelpunkt werden lassen. Hier bin ich, unterhaltet mich, scheint er den Kickern zuzurufen, dabei vergessend, dass der Auftrag der 22 Spieler ein ganz anderer ist – das Spiel zu gewinnen.<br />
Die Spieler selbst beschweren sich über die irrige Erwartungshaltung, ohne sich ihrer eigenen Fremdinszenierung zu erwehren. Sie gefallen sich in eitler Pose, gockeln wie Popstars gestylt durch die Medienlandschaft und lassen sich zu Animateuren auf dem Traumschiff „Bundesliga“ vermarkten.</p>
<p>Aussagen wie die des Bundestrainers, er habe die Mannschaft angewiesen, nicht nur drei Qualifikationspunkte zu erobern, sondern für ein Spektakel zu sorgen, verstärken die Bringschuld der Fußballer. Der Zuschauer, von so viel Aufmerksamkeit ganz trunken, pfeift sich daraufhin die Seele aus dem Leib, wenn das Spektakel in einer ergebnisorientierten und nüchternen Darbietung mündet.</p>
<p>Die Pfiffe vom Wochenende mögen übertrieben und unangemessen gewesen sein, doch so lange Spieler als Rockstars im Sportstudio auftreten, muss man sich nicht wundern, wenn die Geister, die man rief, laut buhen.</p>
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		<title>Sie ließen sich in Durban den Abend nicht verdurban&#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Mar 2011 15:16:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hennes</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Australien]]></category>
		<category><![CDATA[Blumentopf]]></category>
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		<description><![CDATA[Vor mehr als einem Jahr saß ich in einer Fußballkneipe, das frisch gewaschene und mit zarter Lavendelnote duftende Deutschland-Trikot tragend, die schwarz-rot-goldene Blumenkette um den Hals, gestärkt von der zeitig verzehrten Currywurst mit Pommes, leicht angesäuselt vom als Nervennahrung in leicht erhöhter Frequenz konsumierten Bier, die Handflächen im durch eben erst geputzte Kneipenfenster einfallenden Sonnenschein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor mehr als einem Jahr saß ich in einer Fußballkneipe, das frisch gewaschene und mit zarter Lavendelnote duftende Deutschland-Trikot tragend, die schwarz-rot-goldene Blumenkette um den Hals, gestärkt von der zeitig verzehrten Currywurst mit Pommes, leicht angesäuselt vom als Nervennahrung in leicht erhöhter Frequenz konsumierten Bier, die Handflächen im durch eben erst geputzte Kneipenfenster einfallenden Sonnenschein vor Nässe irisierend, die Beine scheinbar losgelöst vom stoisch angespannten Oberkörper trippelnd und trappelnd, das Herz gallopierend, als sei es ein wildes Pferd in Camargue kurz vor der Domestizierung, die Ohren den Gesprächen meiner Freunde lauschend, deren Worte sich zwar Zutritt zum Gehörgang verschaffen, nicht aber Hammer, Meißel und Steigbügel auf dem Weg ins Bewusstsein  passieren können, die Augen abwechselnd von den Gesprächspartnern zum Bildschirm wechselnd, als wären sie Zuschauer eines rasanten Tennismatches, die Finger mal beherrscht auf der dunkelbraunen Holztischfläche liegend, mal selbstbestimmt einen an Free-Jazz erinnernden Rhythmus klopfend, den die Zähne im Mund aufnehmen und knirschend imitieren, nur unterbrochen von gelegentlichem Delektieren an der ohnhin längst zerfaserten Lippenepidermis, bis die Übertragung dann endlich beginnt, Trailer um Trailer ein abgehacktes Hohelied der Werbung singt, das sich in den nächsten Wochen zur götzenhaften Litanei auswachsen wird, mit der das goldene Kalb der Weltmeisterschaft sich meiner Anbetung versichert, dann kommen die Mannschaften so wohlgeordnet wie immer aus den Katakomben, betreten das Spielfeld scheinbar mechanisch und gelassen, doch erst in ihren vom Singen der Nationalhymne verformten Gesichtern lässt sich das innere Beben wahrnehmen, das gedankliche Umeinadertorkeln, Purzeln und Überschlagen, in jenem letzten Moment vor einem großen Ereignis, der uns ungestüm vorwärtstreibt, uns gleichzeitig aber verängstigt und zur Flucht rät, nur, um dann doch ein unnatürliches Stillhalten zu befehlen, Ruhe, Gelassenheit einzufordern, die uns in dieser Sekunde so schmerzhaft fern liegen, dann setzt der Schiedrichter den Ball auf den Punkt im Mittelkreis, pfeift, ich werde von einem abseitigen Impuls erfasst, der mich Klatschen lässt, die feuchten Handflächen erzeugen beim Aufeinandertreffen eine Art knallendes Schmatzen, ein letzter Übersprungsjauchzer, und was dann folgen sollte, können andere besser beschreiben&#8230;</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="640" height="390" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/UNvBTyqUWJQ?fs=1&amp;hl=de_DE" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="640" height="390" src="http://www.youtube.com/v/UNvBTyqUWJQ?fs=1&amp;hl=de_DE" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
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		<title>Sofa-Sport</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Feb 2011 11:32:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hennes</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am Mittwoch war ich im Dortmunder Stadion, um dem Spiel der deutschen Nationalelf live beizuwohnen. Leider reduzierte sich mein 3D-vor-Ort-und-in-Farbe-inklusive-Ton-Geruch-und-kalter-Sitzschale-Erlebnis auf die zweite Halbzeit, da ich die erste Hälfte komplett im Stau stehend verpasst hatte &#8211; mittendrin, statt nur dabei!
Im Signal-Iduna-Park angekommen, hetzten wir zu unseren Plätzen, ohne Zeit für Getränke, Würstchen oder andächtiges Stadionstaunen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Mittwoch war ich im Dortmunder Stadion, um dem Spiel der deutschen Nationalelf live beizuwohnen. Leider reduzierte sich mein 3D-vor-Ort-und-in-Farbe-inklusive-Ton-Geruch-und-kalter-Sitzschale-Erlebnis auf die zweite Halbzeit, da ich die erste Hälfte komplett im Stau stehend verpasst hatte &#8211; mittendrin, statt nur dabei!</p>
<p>Im Signal-Iduna-Park angekommen, hetzten wir zu unseren Plätzen, ohne Zeit für Getränke, Würstchen oder andächtiges Stadionstaunen, erlebten muntere Anfangsminuten, Wechselorgien, müdes Gekicke zwischen Minute 60 und 80 sowie aufregende Schlussminuten ohne eine Sekunde Nachspielzeit. Gerade zu dem Zeitpunkt, als man richtig Lust auf mehr Fußball, mehr Zweikämpfe, mehr von allem entwickelt hatte, pfiff der Schiedsrichter das Spiel ab, und wir machten uns auf den Rückweg in den Stau.</p>
<p>Was folgte, waren eine kurze Nacht und bedauernde Blicke der Kollegen am nächsten Tag, die mit den Worten &#8220;Die erste Halbzeit war richtig gut!&#8221; innerlich dankbar auf die Knie fielen, dass sie dem Fernseher den Vorzug vor dem Live-Event gegeben hatten. Zu Hause ist es doch am schönsten&#8230;</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="400" height="225" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=19795225&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=1&amp;color=00ADEF&amp;fullscreen=1&amp;autoplay=0&amp;loop=0" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="400" height="225" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=19795225&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=1&amp;color=00ADEF&amp;fullscreen=1&amp;autoplay=0&amp;loop=0" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><a href="http://vimeo.com/19795225">Heineken Champions League &#8211; 10&#8217;s</a> from <a href="http://vimeo.com/epochlondon">Epoch London</a> on <a href="http://vimeo.com">Vimeo</a>.</p>
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		<item>
		<title>Deutschland &#8211; Türkei: Ein Abend als Zwölfjähriger</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Oct 2010 13:28:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hennes</dc:creator>
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		<category><![CDATA[EM-Qualifikation]]></category>
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		<description><![CDATA[Als ich vor dem EM-Qualifikationsspiel Deutschland gegen Türkei mit dem zwölfjährigen Sohn meines Kollegen über Fußball sprach, verblüffte mich dieser mit einer abgeklärten Gelassenheit, die mir vor dem Gipfeltreffen in der Qualifikationsgruppe A völlig fehl am Platz schien. Auf die Frage, ob er sich auf die Begegnung freue, erwiderte er, er wisse noch nicht, ob [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1202" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://www.photocase.com"><img class="size-full wp-image-1202" title="Türkei_X" src="http://stadion-wurst.bplaced.net/wp-content/uploads/2010/10/Türkei_Alice-Liz-Imi_pc_web.JPG" alt="© Alice Liz Imi" width="200" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">© Alice Liz Imi</p></div>
<p>Als ich vor dem EM-Qualifikationsspiel Deutschland gegen Türkei mit dem zwölfjährigen Sohn meines Kollegen über Fußball sprach, verblüffte mich dieser mit einer abgeklärten Gelassenheit, die mir vor dem Gipfeltreffen in der Qualifikationsgruppe A völlig fehl am Platz schien. Auf die Frage, ob er sich auf die Begegnung freue, erwiderte er, er wisse noch nicht, ob er sich das Spiel überhaupt ansehen werde. Die Deutschen gewännen ja sowieso.</p>
<p>Das saß. Für diesen kleinen Knirps gab es scheinbar nicht den leisesten Zweifel an der Überlegenheit der deutschen Nationalelf. Dabei war die Türkei als Gegner nicht zu unterschätzen. Ein starkes Team mit flinken Stürmern, einem zweikampfstarken Mittelfeld, das mit Nuri Sahin den bislang dominanten Spieler der Bundesliga in seinen Reihen hat und einem bisweilen rustikal zu Werke gehenden Abwehrverbund. Hinzu kam mit Guus Hiddink ein weltweit anerkannter Fachmann auf der Trainerbank, der selbst verschnarchten Fußballnationen wie Südkorea und Australien das Siegen antrainieren kann.</p>
<p>Doch keiner dieser Faktoren schien die Überzeugung meines jungen Gesprächspartners erschüttern zu können. Als ich später mit vor Nervosität nassen Handflächen vor dem Bildschirm saß und den Nationalhymnen lauschte, wurde mir mit einem Mal klar, dass mein zwölfjähriges Ich vor vielen Jahren auch nicht anders gedacht hatte.<span id="more-1200"></span></p>
<p>Meine fußballerische Sozialisation auf Nationalmannschaftsebene vollzog sich im Verbund mit weit mehr Erfolgen als Niederlagen. Vizeweltmeister 1986, EM-Halbfinale 1988, Weltmeister 1990. Dass die Deutschen nicht unschlagbar waren, hatte ich damals zwar schon begriffen, aber wenn sie verloren, dann nur gegen die beste Mannschaft eines Turniers – gegen den Weltmeister 1986 oder gegen den Europameister 1988. Alle anderen Teams wurden zwar ernst genommen und hatten an guten Tagen auch ihre Siegchancen gegen die DFB-Elf, aber in der Regel gewannen dann doch immer die Deutschen. Qualifikationsspiele waren in meinen Kinderaugen nichts weiter als lästige Pflichtaufgaben, die nicht immer souverän und überlegen, aber stets siegreich bewältigt wurden.</p>
<p>Diese Selbstgewissheit erhielt bei der WM 1994 ihren ersten Rückschlag. Ab 1998 durchschritt ich dann mit der Nationalmannschaft ein langjähriges Tief, das meine kindlichen Überzeugungen zerstörte und mich stark traumatisiert zurückließ – noch heute verfolgen mich Ribbecks Frisur und Stielikes Jacketts in unruhigen Nächten. Dabei gibt es seit 2006 eigentlich keinen Grund mehr für Fußball-Albträume.</p>
<p>Die deutsche Nationalelf hat sich durch guten Fußball und erfolgreiche Ergebnisse nach und nach die selbstüberzeugte Siegesmentalität zurückerobert. Mein junger Freund hat die WM 2006 im eigenen Land als erstes bewusst und intensiv erlebtes Fußball-Ereignis wahrgenommen. Die DFB-Elf begeisterte mit furiosem Offensivfußball und scheiterte nur knapp im Halbfinale am späteren Weltmeister Italien. Bei der EM 2008 trat der fußballerische Glanz zugunsten eines eher traditionellen Ergebnisfußballs in den Hintergrund, der uns jedoch schnurgerade ins Finale führte. 2010 folgte schließlich die WM in Südafrika, bei der die Deutschen den besten Fußball des Turniers spielten und leider wieder im Halbfinale am späteren Sieger scheiterten. Alles wie gehabt, alles wie früher.</p>
<p>Das insgesamt souveräne 3:0 gegen die Türkei, den stärksten Gegner in der Qualifikationsgruppe A, lieferte gestern einen weiteren Grund, zur Selbstüberzeugung früherer Tage zurückzukehren.</p>
<p>Auch wenn der Gegner zweimal gefährlich vor dem Tor auftauchte, erwies er sich als harmlos und wenig herausfordernd. Die deutsche Mannschaft zeigte sich dominant, das Spielgeschehen kontrollierend, stets zu feinen und überraschenden Kombinationen fähig.</p>
<p>Neuer war ein konstant sicherer Rückhalt. Die Innenverteidigung wirkte zwar hüftsteif, stand aber alles in allem sicher und ermöglichte dem Gegner kaum Torchancen. Während rechts die Achse Lahm/Müller gut funktionierte, haperte es links allerdings ganz gewaltig. Westermann wirkte unsicher, neigte zu technischen Fehlern und fand wenig Bindung zum Aufbauspiel.</p>
<p>Podolski fand anfangs gar nicht ins Spiel und versteckte sich im türkischen Deckungsverbund. Später steigerte er sich mit zunehmender Spieldauer, da die Türken den Deutschen mehr Raum ließen. Dennoch hätte ich mir zur Halbzeit einen Tausch mit Marko Marin gewünscht, der mit seinen Dribblings die türkische Verteidigung sicherlich mehr beschäftigt hätte. Khedira machte auf der Schweinsteiger-Position der defensiven 6 eine starke Partie.</p>
<p>Im Gegensatz zu Toni Kroos, der die erste halbe Stunde der Spielzeit viel zu weit vorne und damit bindungslos zwischen Abwehr und Angriff herumtrabte. Darauf ist auch das schwerfällige Aufbauspiel der Deutschen in der ersten Hälfte zurückzuführen. Auch hier hätte ich mir gewünscht, dass er in der Halbzeit gegen Christian Träsch ausgetauscht worden wäre, der dann den defensiven Part von Khedira hätte übernehmen können. Özil reift inzwischen zu einem überzeugenden Regisseur im deutschen Mittelfeld, in der zweiten Hälfte regelmäßig stärker als in den ersten 45 Minuten. Miroslav Klose schließlich wirbelt dank Müller, Özil und mit Abstrichen Podolski wie in alten Tagen und schießt Tor um Tor.</p>
<p>Der deutsche Sieg war zu keinem Zeitpunkt ernsthaft gefährdet. Das Team von Jogi Löw strahlt seit Monaten eine Souveränität und ein Selbstbewusstsein aus, gepaart mit spielerischer Klasse, ergänzt durch ein längst noch nicht ausgeschöpftes Potential, dass ich mich fast wieder wie ein Zwölfjähriger fühle. Am Dienstag spielt die Mannschaft in Kasachstan. Ich weiß noch nicht, ob ich mir das Spiel anschauen werde&#8230;die Deutschen gewinnen ja sowieso.</p>
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		<title>Hiob ist Deutschlands zwölfter Mann</title>
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		<pubDate>Thu, 27 May 2010 17:10:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hennes</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Inzwischen öffne ich morgens die Sportseite meines Vertrauens im Internet nur noch mit klopfendem Herzen. Denn die Hiobsbotschaften im Hinblick auf die anstehende WM in Südafrika reißen nicht ab. Simon Rolfes fällt verletzt aus, René Adler auch, Thomas Hitzlsperger hat sich auf der Auswechselbank von Lazio Rom in eine Pfütze aus Sekundenkleber gesetzt und kann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Inzwischen öffne ich morgens die Sportseite meines Vertrauens im Internet nur noch mit klopfendem Herzen. Denn die Hiobsbotschaften im Hinblick auf die anstehende WM in Südafrika reißen nicht ab. Simon Rolfes fällt verletzt aus, René Adler auch, Thomas Hitzlsperger hat sich auf der Auswechselbank von Lazio Rom in eine Pfütze aus Sekundenkleber gesetzt und kann nicht mehr aufstehen, Michael Ballack musste Bekanntschaft mit einem jugendlichen Gewalttäter machen und Christian Träsch mit einem Umgrenzungszaun. Gestern hörte man, dass Thomas Müller vom Rad gefallen war, was in etwa so ausgesehen haben mag:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><object width="480" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/67VaT4yId2Q&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/67VaT4yId2Q&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="480" height="385"></embed></object></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Zum Glück hat er sich nicht verletzt, und selbst die Schrammen im Gesicht werden bis zum Eröffnungsspiel wieder weitgehend verschwunden sein. Doch eines scheint sicher: Joachim Löw gehen langsam die Alternativen aus. Was also tun? Auf die Nachwuchsmannschaften des DFB zurückgreifen und in den U-21, U-19 und U-17-Teams wildern?<br />
<span id="more-887"></span></p>
<p>Früher wäre das alles kein Problem gewesen. Da gab es noch Menschen beim DFB, die sich für solche Fälle zu wappnen wussten; die die nötige Weitsicht besaßen und nicht nur an die Gegenwart, sondern auch schon heute ans Morgen dachten; die für den Fall der Fälle ein zweites Nationalteam aufgebaut hatten – das Team 2006. </p>
<p>Am 7. Oktober 2001 ließ der DFB verlauten, eine Schattennationalelf aufzubauen, die für die WM im eigenen Land Spieler perspektivisch an die nominelle A-Nationalmannschaft heranführen sollte. Immerhin hatte man eine blamable Europameisterschaft 2000 hinter sich, die Vielen noch heute als Tiefpunkt in der Geschichte des deutschen Fußballs gilt. Als Trainer wurde Karojackettliebhaber Uli Stielike verpflichtet – bis heute fragt man sich, warum dem Perspektivteam ein Verantwortlicher zur Seite gestellt wurde, der selbst keine Perspektive besaß. Schließlich hatte er in seiner zweijährigen Amtszeit als Co-Trainer unter Ribbeck den sportlichen Verfall des Nationalteams mitverantwortet. Vielleicht galt aber auch Stielikes Zerwürfnis mit Ribbeck und seine Entlassung nur wenige Wochen vor dem EM-Debakel in DFB-Kreisen als genau jene Portion Punk und Rebellion, die den Funktionären geboten schien, um Fußballdeutschland endlich wachzurütteln. Oder man war sich in der Chefetage schon damals bewusst, dass kaum etwas schief gehen konnte.</p>
<p>Denn von Machtfülle war der Trainer des A-2-Teams so weit entfernt wie Stielikes Jacketts vom modischen Zeitgeist. Noch immer frage ich mich, wie sein Aufgabenbereich wohl definiert gewesen sein mag. Als gesichert darf gelten, dass er munter durch Deutschlands Stadien tingelte, um hoffnungsvolle Spieler zu sichten. Diese durften allerdings weder zu jung sein, sonst musste gleich der U-21-Trainer benachrichtigt werden, noch zu hoffnungsvoll, sonst fiel ihre Berufung in den Kompetenzbereich des Bundestrainers. Stielike und sein Nachfolger Erich Rutemöller suchten also überdurchschnittliche Durchschnittsspieler mit deutschem Pass über 21 Jahre. Demnach dürfte es kaum verwundern, wenn sie häufiger in Bielefeld, Mönchengladbach, Hannover oder Frankfurt anzutreffen waren als in München, Bremen oder Gelsenkirchen. </p>
<p>Doch wo ein Trainer, da ist auch eine Mannschaft und wo eine Mannschaft, da sind auch Spiele, die es zu bestreiten gilt. Und so feierte das Team im Juni 2002 gegen die Türkei ihr Debüt. Man verlor zwar mit 1:2, doch in der Startelf fanden sich illustre Namen wie Timo Hildebrand, Arne Friedrich, Clemens Fritz und Tim Borowski. Bei ihnen ging das Konzept voll auf und man traf sie 2006 auf der Bühne der Berliner Fanmeile wieder, um den gelungenen Abschluss der WM im eigenen Land zu feiern. Womöglich waren auch ihre Mannschaftskameraden aus der A-2-Nationalelf vor Ort – allerdings im Zuschauerbereich zwischen 500.000 anderen Fans. Denn die Namen Wenzel, Meichelbeck, Kling, Korzynietz, Kreuz, Dabrowski, Voss, Daun und Bierofka sind heute nur noch Menschen bekannt, die bei einer Sonderausgabe „Fußball“ der Sendung „Wer wird Millionär?“ das Potenzial hätten, laut „ICH!“ zu rufen. </p>
<p>Diese ambivalente Erfolgsquote sollte sich wie ein roter Faden durch die kurze Geschichte des „Team 2006“ ziehen. Überrascht wird man feststellen, dass mit Mario Gomez und Stefan Kießling zwei Spieler in der A-2-Nationalmannschaft aufliefen, die bald in Südafrika um die WM-Krone kämpfen. Nicht weniger überrascht es aber auch, dass Alexander Voigt, Markus Daun oder Sven Müller früher einmal den Status innehatten, schlummernde Stars kurz vor dem Aufwachen zu sein. </p>
<p>Das „Team 2006“ bestand fast vier Jahre. Die Frequenz der Spielbegegnungen nahm sich äußerst bescheiden aus. Die Summe von nur zehn Spielen zeugt nicht von akuter Burn-Out-Syndromgefahr. Was mich wieder zu der Frage zurückführt, was der Trainer der Mannschaft bloß den lieben langen Tag getrieben haben mag. Denn Taktik, Training und Motivationslehre dürften nur marginal in den Aufgabenbereich des A-2-Betreuers gefallen sein. Kaum vorstellbar, dass der Coach nach eigenem Gusto schalten und walten konnte. „Der Borowski, das ist ein langer Schlaks, den schule ich zum Mittelstürmer um.“ „Die Viererkette ist überschätzt, Clemens, komm mal her, Du spielst bei mir Libero!“ In solchen Fälle hätte sich Rudi Völler wohl mehr als lautstark zu Wort gemeldet.<br />
So liest sich denn auch die rein sportliche Bilanz nur auf den ersten Blick positiv. Vier Siege und vier Unentschieden stehen zwei Niederlagen gegenüber. Zwar trat man gegen namhafte Gegner wie die Türkei, Polen oder Russland an, doch hatte man es in der Regel mit dem Ersatz der ersten Elf, manchmal gar mit dem Ersatz des Ersatzes zu tun.</p>
<p>Im November 2005 war’s dann vorbei. Österreich ließ sich zum feierlichen Abschluss noch mal den Hintern versohlen und verlor 2:5. Die deutschen Fußballfans weinten dem Team keine Träne nach, die meisten hatten von seiner Existenz gar nicht mitbekommen. Manchen Spielern wird der Abschied hingegen schwer gefallen sein. Für Emmanuel Krontiris war das 2:5 gegen den Nachbarn mit großer Wahrscheinlichkeit die letzte Gelegenheit, mit Mario Gomez ein Sturmduo zu bilden. Denn während Gomez‘ Stern erst danach hell am Fußballhimmel erstrahlte und ihn zum 35-Millionen-Rekordmann der Bayern und im A1-Nationalteam machte, verdingt sich Krontiris bis heute bei der TuS Koblenz, die inzwischen in der Dritten Liga gelandet ist. </p>
<p>Bei näherer Betrachtung wird man demnach erleichtert feststellen, dass heute keine Schattennationalelf mehr existiert, aus der Joachim Löw sich bedienen könnte. Das Beste wird ohnehin sein, die Spieler nicht mehr aufs Fahrrad zu lassen. Oder auf den Trainingsplatz. Oder aufs Spielfeld…	</p>
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		<title>Keine Sitzfußballer</title>
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		<pubDate>Fri, 07 May 2010 09:49:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Juenter</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die WM rückt immer näher &#8211; Zeit, sich an das letzte große Fußballfest zu erinnern.
Das Eröffnungsspiel der WM 2006 &#8211; im Liegen!

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Die WM rückt immer näher &#8211; Zeit, sich an das letzte große Fußballfest zu erinnern.</p>
<p>Das Eröffnungsspiel der WM 2006 &#8211; im Liegen!</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="480" height="385" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/l2IkbwVZiEQ&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="480" height="385" src="http://www.youtube.com/v/l2IkbwVZiEQ&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
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		<title>Die David-Odonkor-Gedächtnismedaille geht an…(5)</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Apr 2010 04:20:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hennes</dc:creator>
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		<description><![CDATA[
Patrick Owomoyela (Borussia Dortmund, 30 Jahre)
/ul>
Position: Außenverteidigung
Statistik für die laufende Saison: 32 Einsätze, ein Tor, 8 Assists, Kickerdurchschnittsnote 3,56
„Lasst die Finger von OWO-MO-YE-LA!“ Wer erinnert sich nicht an die Gesänge des Bielefelder Publikums, das den zahlreichen Bundesligisten, die ihre Finger nach dem jungen Owomoyela ausgestreckt hatten, gesanglich auf dieselben haute. Das war 2004, als Owomoyela [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<ul>
<li><strong>Patrick Owomoyela</strong> (Borussia Dortmund, 30 Jahre)</li>
<p><div id="attachment_759" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Owomoyela" target="_blank"><img class="size-full wp-image-759 " title="Owomoyela" src="http://stadion-wurst.bplaced.net/wp-content/uploads/2010/04/Owomoyela_web.jpg" alt="© Christoph H." width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">© Christoph H.</p></div></ul>
<p><strong><em>Position:</em> </strong>Außenverteidigung<br />
<strong><em>Statistik für die laufende Saison:</em></strong> 32 Einsätze, ein Tor, 8 Assists, Kickerdurchschnittsnote 3,56</p>
<p>„Lasst die Finger von OWO-MO-YE-LA!“ Wer erinnert sich nicht an die Gesänge des Bielefelder Publikums, das den zahlreichen Bundesligisten, die ihre Finger nach dem jungen Owomoyela ausgestreckt hatten, gesanglich auf dieselben haute. Das war 2004, als Owomoyela gleich in seiner Debütsaison für Arminia Bielefeld derart zu überzeugen wusste, dass er bald darauf auch in der Nationalmannschaft seinen ersten Einsatz feiern durfte.</p>
<p>Bis zu seiner Ausbootung kurz vor dem WM im eigenen Land war der Verteidiger fester Bestandteil der deutschen Auswahlmannschaft. <span id="more-789"></span>Doch dann warfen ihn Verletzungen zurück, er wechselte von Bremen nach Dortmund und geriet völlig aus dem Fokus. Die Stadionwürste sind der Meinung, dass es an der Zeit ist, wieder in den Spot zu treten und auf großer Bühne vorzuspielen.</p>
<p>Seit zwei Spielzeiten macht Owomoyela in Dortmund auf der rechten Abwehrseite so gut wie jedes Spiel. Dabei überzeugt er wie einst durch defensive Stärke und kluge Offensivaktionen, die ihn in dieser Saison schon acht Treffer vorbereiten ließen. Zudem glänzt er, anders als Lahm oder Boateng, durch fulminante Kopfballstärke. Seine Bedeutung im Dortmunder Team lässt sich auch daran ablesen, dass er ligaweit die fünftmeisten Ballkontakte aller Spieler hat.</p>
<p><strong>Fazit: </strong><br />
Auch für die Nationalmannschaft wäre ein Comeback empfehlenswert. Owomoyela verfügt über eine Menge Erfahrung, und da er bei den Kollegen immer  sehr beliebt war, könnte er sich schnell im Kreis der Nationalkicker akklimatisieren. Da er sowohl links als auch rechts in der Viererkette eingesetzt werden kann, verfügte Löw mit dem Dortmunder über größere Variabilität in der Aufstellung. Auch hier gilt, dass Owomoyela die Möglichkeit für eine Versetzung von Philipp Lahm auf die linke Seite eröffnen könnte.</p>
<hr />Die Stadionwürste würden sich freuen, wenn im kommenden Sommer einer der fünf Kandidaten über den Fernsehschirm huschen und die Nationalelf entscheidend verstärken würde. Doch angesichts der Nibelungentreue Joachim Löws für altgediente Nationalspieler ist es vielmehr wahrscheinlich, dass die Berufung David Odonkors im Jahr 2006 auch weiterhin die größte Überraschung in der jüngeren deutschen Fußballgeschichte bleibt – es sei denn, Hertha BSC schafft doch noch den Klassenerhalt!</p>
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		<title>Die David-Odonkor-Gedächtnismedaille geht an…(4)</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Apr 2010 04:19:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hennes</dc:creator>
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		<category><![CDATA[WM]]></category>

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		<description><![CDATA[
Gonzalo Castro (Bayer Leverkusen, 22 Jahre)
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Position: Außenverteidigung/defensives Mittelfeld
Statistik für die laufende Saison: 27 Einsätze, ein Tor, ein Assist, Kickerdurchschnittsnote 2,96
Neben Stefan Kießling und Sami Hyppiä ist Gonzalo Castro ein ganz entscheidender Spieler für die starke Saison, die Bayer Leverkusen trotz des jüngsten Einbruchs  spielt. Obwohl er unter Jupp Heynckes fast immer in der Viererkette hinten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<ul>
<li><strong>Gonzalo Castro</strong> (Bayer Leverkusen, 22 Jahre)</li>
<p><div id="attachment_758" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://aurreramutilak.wordpress.com/2009/07/03/los-que-suenan-para-la-real/" target="_blank"><img class="size-full wp-image-758 " title="Castro_web" src="http://stadion-wurst.bplaced.net/wp-content/uploads/2010/04/Castro_web.jpg" alt="© unbekannt" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">© unbekannt</p></div></ul>
<p><strong><em>Position:</em></strong> Außenverteidigung/defensives Mittelfeld<br />
<strong><em>Statistik für die laufende Saison:</em></strong> 27 Einsätze, ein Tor, ein Assist, Kickerdurchschnittsnote 2,96</p>
<p>Neben Stefan Kießling und Sami Hyppiä ist Gonzalo Castro ein ganz entscheidender Spieler für die starke Saison, die Bayer Leverkusen trotz des jüngsten Einbruchs  spielt. Obwohl er unter Jupp Heynckes fast immer in der Viererkette hinten rechts zum Einsatz kommt, kann auch er die zentrale Position im defensiven Mittelfeld übernehmen.</p>
<p>Diese Variabilität sollte angesichts eines (hoffentlich) vier Wochen andauernden Turniers mit (hoffentlich) sieben Spielen und vielen potentiellen Verletzungen nicht außer Acht gelassen werden. Dennoch hat Castro seine größten Stärken hinten rechts. <span id="more-787"></span>Er ist ein bärenstarker Zweikämpfer, der in der Balleroberung Philipp Lahm längst in den Schatten stellt. Sein Aufbauspiel ist klug strukturiert und kann mit einem spielstarken Mittelfeld an seiner Seite enorme Dynamik für die Offensive entwickeln.</p>
<p>Dennoch sind seine individuellen Offensivqualitäten gleichzeitig auch sein größtes Manko. Zwar verfügt er über einen harten Schuss mit rechts, doch fehlt ihm eine gute Flankentechnik und die Sicherheit vor dem Tor. Ein Assist und ein selbst erzieltes Tor sind zu wenig für einen Außenverteidiger. Aufgrund seines frühen Debüts in jungen Jahren konnte Castro schon 147 Ligaspiele bestreiten, blickt auf 25 internationale Einsätze mit Leverkusen zurück und lief auch schon fünfmal für die DFB-Elf auf. Die große Erfahrung ist Castros absolutes Plus.</p>
<p><strong> Fazit: </strong><br />
Castros Chancen auf eine Berufung sind klein, zumal auch seine eigene Leistung unter der schlechten Rückrunde von Bayer Leverkusen leidet. Sein Offensivspiel ist ausbaufähig und kann mit der Dynamik und spielerischen Intelligenz eines Phillip Lahm nicht mithalten. Dennoch sind seine Defensivqualitäten gut genug, um sich für ein Ticket nach Südafrika zu qualifizieren. Vor allem, weil dadurch die Möglichkeit gegeben wäre, Lahm – wenigstens punktuell &#8211; wieder auf die linke Abwehrseite zu ziehen. Die Stadionwürste geben Gonzalo Castro aber den Vorzug vor Arne Friedrich.</p>
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		<title>Die David-Odonkor-Gedächtnismedaille geht an…(3)</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Apr 2010 06:54:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hennes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschländer]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalmannschaft]]></category>
		<category><![CDATA[WM]]></category>

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		<description><![CDATA[
Mats Hummels (Borussia Dortmund, 21 Jahre)
/ul>
Position: Innenverteidigung/defensives Mittelfeld
Statistik für die laufende Saison: 28 Einsätze, 5 Tore, 2 Assists, Kickerdurchschnittsnote 3,06
Was für Höwedes gilt, kann auch für Hummels ins Feld geführt werden: Zahlreiche Stimmen fordern seit längerem seine Berufung, und auch bei ihm sieht es seit wenigen Stunden so aus, als hätte Löw ein Einsehen gehabt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<ul>
<li><strong>Mats Hummels</strong> (Borussia Dortmund, 21 Jahre)</li>
<p><div id="attachment_757" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.mats-hummels.com/#/home" target="_blank"><img class="size-full wp-image-757 " title="Hummels" src="http://stadion-wurst.bplaced.net/wp-content/uploads/2010/04/Hummels_web.jpg" alt="© Hummels" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">© Hummels</p></div></ul>
<p><strong><em>Position:</em></strong> Innenverteidigung/defensives Mittelfeld<br />
<em>S<strong>tatistik für die laufende Saison:</strong></em> 28 Einsätze, 5 Tore, 2 Assists, Kickerdurchschnittsnote 3,06</p>
<p>Was für Höwedes gilt, kann auch für Hummels ins Feld geführt werden: Zahlreiche Stimmen fordern seit längerem seine Berufung, und auch bei ihm sieht es seit <a href="http://www.kicker.de/news/fussball/nationalelf/startseite/524222/artikel_Mit-Hoewedes-und-Hummels-gegen-Malta.html" target="_blank">wenigen Stunden</a> so aus, als hätte Löw ein Einsehen gehabt und als ließe er den jungen Dortmunder am 13. Mai gegen Malta im Nationaldress debütieren.</p>
<p>Mit dieser Entscheidung würde Löw noch mehr als bei Höwedes die Zustimmung und den Applaus der Stadionwürste ernten. <span id="more-784"></span>Mats Hummels besticht vor allem durch seine Vielseitigkeit. Er spielt bei Dortmund eine herausragende Saison in der Abwehrzentrale, zeigt dort starkes Zweikampfverhalten, kluge Spieleröffnung und erstklassige Kopfballstärke. Doch wer ihn bei der U-21-Europameisterschaft in zentraler Position im defensiven Mittelfeld gesehen hat, wird noch heute begeistert an dynamische Vorstöße, geschicktes Stellungsspiel, Zweikampfstärke, Präsenz auf dem Platz und gute Balleroberung, -behauptung und -verteilung denken.</p>
<p>Schon jetzt kann man vor dem inneren Auge die taktischen Varianten innerhalb einer Partie ablaufen lassen, sobald Hummels mitwirkt. Bei Rückstand könnte Schweinsteiger dauerhaft in die Offensive rücken, Ballack den offensiveren Part der Doppelsechs übernehmen und Hummels vor der Abwehr absichern – nur als Beispiel. All sein spielerisches Geschick setzt Hummels äußerst abgeklärt, selbstsicher und taktisch hervorragend geschult ein.</p>
<p><strong> Fazit: </strong><br />
Hummels muss mit, wir legen uns fest. Wer sowohl in der Innenverteidigung als auch auf der Sechs und damit auf zwei virulenten Problempositionen im deutschen Kader zu überzeugen weiß, darf nicht zu Hause auf dem Sofa versauern.</p>
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