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	<title>StadionWurst - Das Fussball Blog &#187; Spieltag</title>
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	<description>Das Fussball Blog - Ein etwas anderer Blick auf Bundesliga, internationalen Fußball und die Geschichten rund um den Rasensport.</description>
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<title>StadionWurst - Das Fussball Blog</title>
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		<title>&#8220;Wir wollen Leibesübungen sehen!&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Nov 2009 16:03:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hennes</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vorschau auf den 14. Spieltag, 1. Bundesliga
Der 1. FC Köln war zwar schon lange nicht mehr an der Spitze der Fußballbundesliga, aber seine Stellung als Nummer Eins der Stadt Köln ist unumstritten. Fortuna Köln steht als ranghöchster Club unter den nachfolgenden Kölner Vereinen in der NRW-Liga auf Platz 11 und wird dem großen FC auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vorschau auf den 14. Spieltag, 1. Bundesliga</strong></p>
<p>Der 1. FC Köln war zwar schon lange nicht mehr an der Spitze der Fußballbundesliga, aber seine Stellung als Nummer Eins der Stadt Köln ist unumstritten. Fortuna Köln steht als ranghöchster Club unter den nachfolgenden Kölner Vereinen in der NRW-Liga auf Platz 11 und wird dem großen FC auf absehbare Zeit keine Konkurrenz machen.<span id="more-210"></span></p>
<p>Um wenigstens diesen Anspruch auch stolz auf der Brust tragen zu können, versah der 1. FC Köln bei Vereinsgründung die Abkürzung für „Fußball-Club“ mit dem beliebten Zahlenvorsatz, nämlich der &#8220;Eins&#8221;. Nicht, wie so mancher denken mag, weil er als erster Fußballclub Kölns das Licht der Welt erblickte. Erst 1948 entstand er aus einer Fusion der städtischen Vereine Kölner BC 01 und SpVgg Sülz 07. Selbst deren Einzelgründungen waren mitnichten die ersten in der Stadt und können somit auch nicht zur Rechtfertigung der „Eins“ herhalten. Einzig der Anspruch, als FC Köln in Sachen Fußball auch die erste Adresse in der Stadt zu werden, zu sein und zu bleiben, ließ den 1. FC Köln zum 1. FC Köln – oder wie er mit vollem Namen heißt – zum 1. Fußball-Club Köln 01/07 e. V. werden.</p>
<p>Nun ist die Bezeichnung „1.FC“, wie bereits angedeutet, im deutschen Fußball nicht einmalig: Der 1. FC Nürnberg, Rekordmeister der Prä-Bundesliga-Ära, gilt vielen als Urheber und Vorbild für nachfolgende Vereine. Heute kennen wir den 1. FC Kaiserslautern, den 1. FC Union Berlin, den 1. FC Heidenheim und noch ein paar andere in den unteren Ligen. Doch damit die Tabelle unabhängig vom sportlichen Saisonverlauf lesenswert bleibt, finden wir dort zum Glück eine große Vielfalt an <a href="http://www.vereinsnamen.de/" target="_blank">Bezeichnungs- und Wortnamen</a>: Eintracht, Borussia, SC, 1. FSV, Hertha, FC, in der zweiten Liga begegnen uns Rot-Weiß, Fortuna, Arminia, MSV, Ungetüme wie SpVgg oder das herrlich einzigartige TuS aus Koblenz.</p>
<p>Einzigartig nur deshalb, weil es sich nicht, wie viele denken, um einen schnöden Turn- und Sportverein handelt. Jeder sei an dieser Stelle davor gewarnt, in der Stadt an Rhein und Mosel vom (in diesem Fall männlichen) TuS Koblenz zu sprechen. Das Koblenzer TuS steht nämlich für die Turn- und Spielvereinigung, und so tragen die Koblenzer Fußballfans, sonst mit wenig Grund zur Freude und zum Stolz bedacht, den weiblichen Artikels ihrer TuS selbstbewusst zur Schau.</p>
<p>Aufmerksamen Lesern wird nicht verborgen geblieben sein, dass in der obigen Auflistung der Zusatz VfL fehlt. Allerdings nur zum Zwecke der Überleitung zum anstehenden 14. Spieltag, der den FC schon heute Abend ins Bochumer Stadion führt. VfL, man ahnt es schon, steht für den anachronistisch verstaubten „Verein für Leibesübungen“. Ein Name, der verpflichtet.</p>
<p>Vielleicht sind die Bochumer Anhänger genau aus diesem Grund stets kritisch und nicht gerade zimperlich im Umgang mit dem eigenen Team, weil ihnen die fehlende Laufbereitschaft der Spieler als Verrat am eigenen Vereinsnamen erscheint. „Wir wollen Leibesübungen sehen“, würden sie lauthals skandieren, handelte es sich nicht um ein arrhythmisches Biest. Da sind die Kölner Fans weitaus genügsamer: Jeder Anhänger, jeder Sympathisant, ja selbst der Kölner Express, alle sprechen sie nur von ihrem FC – den Zusatz „1.“ sucht man vergebens.<br />
Vom Anspruch, die Nummer Eins zu sein, hat man sich nämlich schon seit langem verabschiedet&#8230;</p>
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		<title>&#8220;Kumm loss mer fiere, nit lamentiere…&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Nov 2009 17:02:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hennes</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vorschau auf den 13. Spieltag, 1. Bundesliga
Die Moral einer Fußballmannschaft wird in der Regel immer dann beschworen, wenn sie ein Spiel trotz zwischenzeitlichen Rückstands noch gewinnen konnte. „Heute hat man gesehen, dass die Moral in der Truppe stimmt.“
Auch bei einem Unentschieden beklatschen alle die tolle Mannschaftsmoral, aber nur, wenn im Spiel ein Rückstand von mindestens [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vorschau auf den 13. Spieltag, 1. Bundesliga</strong></p>
<div id="attachment_175" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.photocase.com"><img class="size-full wp-image-175" title="Euphorie" src="http://stadion-wurst.bplaced.net/wp-content/uploads/2009/11/Euphorie_redcus_web.jpg" alt="© redcus" width="150" height="206" /></a><p class="wp-caption-text">© redcus</p></div>
<p>Die Moral einer Fußballmannschaft wird in der Regel immer dann beschworen, wenn sie ein Spiel trotz zwischenzeitlichen Rückstands noch gewinnen konnte. „Heute hat man gesehen, dass die Moral in der Truppe stimmt.“</p>
<p>Auch bei einem Unentschieden beklatschen alle die tolle Mannschaftsmoral, aber nur, wenn im Spiel ein Rückstand von mindestens zwei Toren wettgemacht werden konnte. Das ist die Grundvoraussetzung für das Moralsternchen. Das Aufholen eines Eintorerückstandes wird scheinbar auch einer zerstrittenen Mannschaft aus elf Egoisten jederzeit zugetraut. Aber wenn man bereits 0:2, 0:3 oder 1:4 zurücklag und trotzdem das Unentschieden schafft, dann „ist die Mannschaft intakt und hat tolle Moral bewiesen.“</p>
<p>Aber was haben wir uns unter dieser Moral vorzustellen? Lässt sie sich messen? Wie entsteht sie? Und warum hat sie bei einem eben beschriebenen 2:2-Unentschieden ihre Finger mit im Spiel, aber nicht bei einem überzeugenden 4:1-Sieg? Dann wird zwar die spielerische Klasse des Siegerteams gelobt, die taktische Disziplin hervorgehoben oder die technisch starken Einzelkönner bejubelt, aber die Moral hebt nur unschuldig die Hände: „Damit habe ich nix zu tun!“ <span id="more-171"></span></p>
<p>Siege sind gut für die Moral, heißt es immer wieder, Niederlagen hingegen schlecht. Interessant ist darüber hinaus, dass auch ein Unentschieden der Moral zuträglich sein kann. Denn genau jenes 2:2, das sich die Mannschaft nach dem Rückstand erkämpft hat, ist nicht nur der tollen Moral geschuldet, sondern gleichzeitig auch noch toll für die Moral selbst. Modallogiker würden jetzt zwar die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, aber die findet man ja eher selten auf Fußballplätzen. Bleibt demnach festzuhalten, dass Siege ganz wunderbar mit der Moral harmonieren, sie entstehen aus ihr und füttern sie gleichzeitig, alles ganz toll.</p>
<p>Man erkennt natürlich gleich das Dilemma für Mannschaften, die im Tabellenkeller stehen und dort mitunter Wochen auf den nächsten Sieg warten müssen. Mannschaften wie der 1.FC Köln, der zwar am letzten Spieltag gegen Hertha BSC Berlin gewinnen konnte, aber leider mit 1:0 und demnach im Spiel nicht zurücklag, weswegen in der Nachberichterstattung auch eher von „Dusel“ und „Glück“ als von der guten Moral die Rede war.</p>
<p>Da zudem Siegesserien nur noch aus der Zeit des Zweitligaaufenthalts bekannt sind, ist man beim FC über jedes positive Ereignis glücklich, das die Moral ein bisschen aufpeppeln könnte. Da trifft es sich doch gut, dass die kölsche Slowenen Milivoje Novakovic und Miso Brecko am Mittwoch mit ihrem Nationalteam überraschend Russland in den WM-Qualifikationsplayoffs schlagen konnten. Damit fährt Slowenien zum ersten Mal zu einer Fußballweltmeisterschaft und ist neben Neuseeland und Nordkorea der bunteste Farbtupfer im Teilnehmerfeld. Noch besser trifft es sich, dass der Gegner von Köln, die TSG Hoffenheim, zwei Spieler aus Bosnien-Herzegowina in seinen Reihen hat. Sahilovic und Ibisevic verpassten nämlich am Mittwoch eine ähnliche Überraschung und verloren trotz passabler Feldüberlegenheit gegen Portugal. Die WM werden beide nur auf dem heimischen Sofa erleben.</p>
<p>Die Moralwaage sollte also ein deutliches Übergewicht auf Kölner Seite anzeigen. Doch den Vereinsverantwortlichen des FC scheint so viel gute Stimmung im Team unheimlich. Nach Staatsempfang in Ljubljana und Riesenfete in der Hauptstadt wäre das slowenische Duo Novakovic/Brecko gerne erst am Freitag nach Köln zurückgereist &#8211; mit leichtem Kater zwar, dafür aber mit blendender Laune und toller Moral im Gepäck. Der Verein ließ die beiden Kicker jedoch schon am Donnerstagabend per Charterflug in Slowenien einsammeln und sie unter Protest ins Rheinland fliegen.</p>
<p>Die gute Laune war im Arsch, die Moral schnell verschwunden. Stattdessen sind die Spieler jetzt mächtig sauer auf den Verein und Trainer Soldo auf die Spieler. Fehlt nur noch, dass auch die Fans am Samstag sauer sind, was allerdings wenig verwunderlich wäre. Denn als Rheinländer und damit quasi als Erfinder von Feten, Feiern und guter Laune hat man für Spaßverderber nichts übrig. Abschließend bleibt also nur die Empfehlung: Bloß nicht in Rückstand geraten!</p>
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		<title>Hertha vs Köln oder PLOPP vs PLOPP</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Nov 2009 17:31:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hennes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschländer]]></category>
		<category><![CDATA[1. Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[Jaroslav Drobny]]></category>
		<category><![CDATA[Spieltag]]></category>
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		<description><![CDATA[Vorschau auf den 12. Spieltag, 1. Bundesliga
Kennt Jaroslav Drobny eigentlich schon den Bungee-Man? Der Bungee-Man hat einen Körper in Becherform und dort, wo bei Menschen wie Drobny der Kopf auf dem Hals sitzt, gähnt beim Bungee-Man nur ein großes Loch. Dafür hängt sein Kopf an einer elastischen Gummischnur und ist knallrot, denn meist fliegt dieser [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vorschau auf den 12. Spieltag, 1. Bundesliga</strong></p>
<p>Kennt Jaroslav Drobny eigentlich schon den Bungee-Man? Der Bungee-Man hat einen Körper in Becherform und dort, wo bei Menschen wie Drobny der Kopf auf dem Hals sitzt, gähnt beim Bungee-Man nur ein großes Loch. Dafür hängt sein Kopf an einer elastischen Gummischnur und ist knallrot, denn meist fliegt dieser wild durch die Luft, um im besten Fall mit einem lauten PLOPP auf dem becherförmigen Körper zu landen. Das passiert allerdings nur, wenn sich der Mensch, der den Bungee-Man in der Hand hält, geschickt anstellt und ein Meister der Hand-Augen-Koordination ist. Wer wäre da also besser geeignet als ein Fußballtorhüter der Bundesliga. Noch dazu einer wie Drobny, zwar Angestellter beim krisengeschüttelten Fußballclub Hertha BSC Berlin, aber dennoch anerkanntermaßen ein Fachmann der glanzvollen Paraden.<span id="more-25"></span></p>
<div id="attachment_144" class="wp-caption aligncenter" style="width: 410px"><img class="size-full wp-image-144" title="Einsamer_Torwart" src="http://stadion-wurst.bplaced.net/wp-content/uploads/2009/11/Einsamer_Torwart_Anweber_web.jpg" alt="©Anweber_web" width="400" height="271" /><p class="wp-caption-text">©Anweber_web</p></div>
<p>Doch nicht nur der Bungee-Man würde von der Begegnung mit dem Berliner Torhüter profitieren, sondern auch der Tscheche selbst sähe sich plötzlich als Teil einer symbiotischen Lebensgemeinschaft. Der Bungee-Man ist nämlich der größte Feind der Langeweile und vertreibt diese im Nu. Wenn also der 1. FC Köln am Sonntag im Berliner Olympiastadion zu Gast ist, sollte Drobny seinen neuen Freund unbedingt mit ins Tor nehmen. Denn bislang konnten die Kölner gerade einmal sechs Treffer in elf Saisonspielen erzielen. Die Wahrscheinlichkeit ist also hoch, dass Drobny und der Bungee-Man viel Zeit finden werden, sich näher kennenzulernen.</p>
<p>Vor Saisonbeginn sah das noch anders aus: Lukas Podolski und Milivoje Novakovic wurden als eines der aufregendsten Stürmerpaare der Liga gehandelt. Novakovic hatte in der ersten Spielzeit nach Wiederaufstieg 16 Tore in 30 Partien erzielt. Podolski hatte zwar vor seinem Wechsel in die alte Heimat bei Bayern mehr auf der Bank gesessen als eigene Treffer bejubelt, doch seine Auftritte in der Nationalmannschaft und seine fußballerischen Anlagen, die ihn nach wie vor zu einem der spektakulärsten Stürmer in Deutschland machen, schienen die Ablösesumme von 10 Millionen Euro ganz von alleine zu rechtfertigen. Doch nach elf Spieltagen hat Köln nur sechsmal ins gegnerische Tor getroffen, seltener als alle anderen Teams.</p>
<p>Immerhin führt Lukas Podolski aktuell die interne Torschützenliste an, zusammen übrigens mit Novakovic – und vier weiteren Kölner Spielern. Dennoch muss sich die Elf nicht vor dem Spott des Gegners fürchten: Hertha BSC Berlin nimmt mit sieben erzielten Treffern den vorletzten Platz der Torrangliste ein und verbreitet so viel Schrecken vor dem gegnerischen Tor, wie der Bungee-Man an einem Kindergeburtstag. Jaroslav Drobny gilt übrigens als ausgesprochen fairer Spieler – vielleicht hat er in der Halbzeit ein Einsehen und macht Faryd Mondragon mit seinem neuen Freund bekannt. Für alle, die sich das Spiel live anschauen möchten, sei noch rasch erwähnt, dass man den Bungee-Man für 7,99 € auf <a href="http://www.edumero.de/der-bungee-man.html" target="_blank">edumero.de</a> kaufen kann.</p>
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		</item>
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		<title>Versuch&#8217;s mal mit Gemütlichkeit</title>
		<link>http://www.stadion-wurst.com/2009/11/versuchs-mal-mit-gemutlichkeit-11-spieltag-in-der-bundesliga/</link>
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		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 12:02:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hennes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschländer]]></category>
		<category><![CDATA[1. Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[Analyse]]></category>
		<category><![CDATA[Spieltag]]></category>

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		<description><![CDATA[Bundesliga, 11. Spieltag
Als zahlender Fan fühlt man sich im Stadion mitunter als armes Würstchen, das sich am liebsten kopfüber in den Senftopf stürzen würde. Da investiert man nicht nur ein hübsches Sümmchen für die Eintrittskarte, sondern verbringt fast den ganzen Samstag in öffentlichen Verkehrsmitteln, Schulter an Schulter mit Gleichgesinnten, und fühlt sich eingesperrt wie in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Bundesliga, 11. Spieltag</strong></p>
<p>Als zahlender Fan fühlt man sich im Stadion mitunter als armes Würstchen, das sich am liebsten kopfüber in den Senftopf stürzen würde. Da investiert man nicht nur ein hübsches Sümmchen für die Eintrittskarte, sondern verbringt fast den ganzen Samstag in öffentlichen Verkehrsmitteln, Schulter an Schulter mit Gleichgesinnten, und fühlt sich eingesperrt wie in einer Großpackung Grillwürste zur Sommerzeit im Kühlregal. Denn ohne die Weisheit eines Sepp Herberger diskreditieren zu wollen, dauert ein Spiel für den treuen Fan sehr viel länger als 90 Minuten.<span id="more-3"></span></p>
<p><em>1.FC Köln &#8211; Hannover 96 0:1</em></p>
<p>So sitzt man also am Samstagnachmittag im Rhein-Energie-Stadion in Köln, freut sich auf ein unterhaltsames Spiel, mehr noch auf einen überzeugenden Sieg des FC, nur um mit einem Mal festzustellen, dass man nichts ahnend einer neuen Sportart beiwohnt, die hoffentlich nie olympisch werden wird. Der<strong> „gemütliche Herrentrab“</strong> (<em>Steffen Simon, Sportschau 30.10.2009</em>), den die Kölner Mannschaft mit Verve und 90-minütiger Konsequenz zelebriert, wirkt beim Zuschauer wohlig entkrampfend, löst jegliche Anspannung und erzeugt eine meditative Schwere, die sich matt auf die Besucherränge legt. Doch kurz bevor sich die Augenlider gänzlich schließen, fällt der müde Blick auf die eigene Eintrittskarte, die mit unbestechlicher Druckerschwärze bescheinigt, dass man sich gegen Geld den Einlass zu einem <strong>FUSSBALLSPIEL </strong>erkauft hat, und sofort setzen Stress und Ärger dem entspannten Sein ein jähes Ende.<br />
Hätte sich die Mannschaft von Hannover 96 an der Gemütlichkeit des Herrentrabs beteiligt, hätte man sich vielleicht sogar der geballten Sorglosigkeit auf dem Spielfeld mit einem gepflegten Nickerchen anschließen können. Wenigstens hätte man sich nach dem Aufwachen und dem verpennten 0:0 über einen wichtigen Punkt gefreut. Doch im Gemütlichkeitstrab scheinen die Kölner Spieler ihren Konkurrenten weit voraus.</p>
<p>Angeführt vom Torschützen Jan Rosenthal und einem aufgrund seiner Mittvierziger-Erscheinung überraschend agilen Jiri Stajner spielen die Hannoveraner zwar harmlos, kommen den gemütlichen Trabern aus der Domstadt aber wenigstens nicht in die Quere. Sie schießen in der ersten Halbzeit ein Tor, die Kölner schießen in der zweiten Halbzeit erstmals aufs und leider nicht ins Tor, und in der verbleibenden Zeit versuchen beide Teams, – übrigens erfolgreich &#8211; möglichst wenig zu schwitzen. Nasse Trikots machen schließlich jede Gemütlichkeit zunichte.</p>
<p><em>VfL Wolfsburg &#8211; 1.FSV Mainz 05 3:3</em></p>
<p>In anderen Stadien sind hingegen nicht nur die Leibchen vom Schweiß der Protagonisten durchtränkt, sondern auch die Handflächen der Zuschauer glitschig wie Wurstpellen in Metzgerhand. Mainz trotzt dem deutschen Meister nach aufregendem Spiel ein 3:3 Unentschieden ab, obwohl den Spielern sicher niemand einen Vorwurf hätte machen können, wenn sie nach dem 0:2 Rückstand zum gemütlichen Trab übergegangen wären.</p>
<p><em>1.FC Nürnberg &#8211; SV Werder Bremen 2:2</em></p>
<p>In Nürnberg überrascht der Aufsteiger mit Tempofußball und bringt das längst wiedererstarkte Werder Bremen an den Rand einer Niederlage. Aber auch hier keine Spur von Resignation, die sich ja nicht selten in trabender Eleganz ergeht. Die Bremer Elf zeigt Moral, Aaron Hunt die Auswirkungen eines positiven Laufs, und so donnert der baldige Nationalspieler den buchstäblich letzten Ball mit der Nachspielzeit in den Nürnberger Winkel zum 2:2 Ausgleich.<br />
Gibt es denn keine Konkurrenz zur Kölner Traberelite?</p>
<p><em>VfB Stuttgart &#8211; FC Bayern München 0:0</em></p>
<p>Ein 0:0 in Stuttgart scheint vom Ergebnis her auf einen gemütlichen Nachmittag hinzudeuten, doch Markus Babbel hat angesichts der sportlichen Talfahrt seiner Schützlinge wahrscheinlich längst vergessen, wie man „Gemütlichkeit“ überhaupt schreibt. Die Mannschaft des VfB trabt allerdings nur vor dem Anpfiff, und zwar nicht zum Aufwärmen auf den Rasen, sondern geradewegs in die eigene Fankurve. Ein Zeichen der Verbrüderung mit dem eigenen Anhang, eine aufrüttelnde Geste, aber auch ein verzweifelter Hilferuf. Die Verzweiflung ist dann auch auf dem Spielfeld zu spüren. Stuttgart läuft nicht, Stuttgart rennt, Stuttgart grätscht, Stuttgart schießt, aber das Tor fällt wie immer nicht. Hat Cacau eigentlich die Telefonnummer von Aaron Hunt? Die Bayern setzen das Konzept ihres immer leicht konfus wirkenden Fußballlehrers Louis van Gaal prächtig um und rennen sich in haarsträubender Konfusion selbst über den Haufen. Immerhin, ein Rennen auch hier.</p>
<p><em>FC Schalke 04 : Bayer Leverkusen 2:2</em></p>
<p>Blicken wir in den Ruhrpott: Schalke erkämpft in den letzten sieben Minuten der Partie gegen den Tabellenführer Leverkusen ein 2:2 Unentschieden. Felix Magath hatte den Knappen schon mit Amtsantritt zu Saisonbeginn den Hang zum Trab mit Medizinbällen und Bergläufen ausgetrieben. Gemütlichkeit kehrt bei ihm höchstens auf der Pressekonferenz nach dem Spiel ein, wenn er am lauwarmen Tee nippt und in geselliger Runde verkündet, dass das Wasser, das dem finanziell angeschlagenen Verein bis zum Hals steht, nach der Finanzspritze der Stadt Gelsenkirchen inzwischen dieselbe Temperatur wie der wohlmundende Tee angenommen hat.</p>
<p><em>Borussia Dortmund &#8211; Hertha BSC Berlin 2:0</em></p>
<p>In Dortmund erleben wir schon am Freitag nicht nur einen der beiden einzigen Heimsiege des Spieltags, sondern mit der gastierenden Hertha aus Berlin auch einen dem Kölner Traberverein fast ebenbürtigen Vertreter des gemächlichen Schrittes. Allerdings sei den verzagten Berliner Spielern zugutegehalten, dass die veritable Frustration aufgrund der beinahe aussichtslos anmutenden Tabellensituation die Beine schon ziemlich schwer machen kann. Der 2:0 Niederlage erwehren sich die Funkel-Schützlinge denn auch ebenso tapfer wie erfolglos. Bleibt letztlich nur die Einsicht, dass sich beim Umherirren in der Fremde und im Schein der roten Laterne keine rechte Gemütlichkeit einstellen will.</p>
<p><em>Eintracht Frankfurt &#8211; VfL Bochum 2:1</em></p>
<p>„Herrlich!“ „Herrlich“, ertönt es dagegen aus Frankfurt. Leider antworten die gastierenden VfL Bochum-Anhänger damit nicht auf die Frage, wie das Spiel bei der Eintracht gelaufen sei, sondern auf die Frage nach dem neuen Hoffnungsträger an der Seitenlinie. Dieser empfindet jedoch in der 90-minütigen Darbietung seiner Mannschaft selten Gelegenheit, den eigenen Nachnamen zu zitieren. Frankfurt spielt dagegen wie eine Mannschaft aus dem grauen Mittelfeld der Tabelle; schnörkellos bieder, effizient, aber langweilig, dem Unentschieden immer näher als dem eigenen Sieg. Dank eines Treffers von Maik Franz ins falsche weil eigene Tor, kommt so etwas wie Spannung auf, die sich aber dank eines Treffers von Maik Franz, diesmal ins richtige weil gegnerische Tor, schnell wieder legt. Die Eintracht schickt Bochum schließlich mit 2:1 ohne Punkte wieder nach Hause und kommt, wie sich das für eine Mannschaft aus dem grauen Mittelfeld der Tabelle gehört, im grauen Mittelfeld der Tabelle  an.</p>
<p><em>SC Freiburg &#8211; TSG 1899 Hoffenheim 0:1</em></p>
<p>Im Breisgau jagen am gleichen Sonntag furiose Hoffenheimer furiose Freiburger über den eigenen Platz. Obwohl beim knappen Sieg der TSG Hoffenheim nur ein einziges Tor fällt, hätte der Wirbel der 22 Ballkünstler bei jedem Kölner Gemütlichkeitstraber ernstzunehmende Schwindelanfälle ausgelöst.</p>
<p><em>Hamburger SV &#8211; Borussia Mönchengladbach 2:3</em></p>
<p>Während also auf den anderen Plätzen an diesem 11. Spieltag meist Fußball gespielt, manchmal gekämpft, selten auch zelebriert wurde, ist dem Kölner Fan zwar nicht nach Feiern zumute – und das will in Köln schon was heißen -, doch wenigstens hat er es schön gemütlich. Bliebe da nicht der Blick rheinaufwärts zum ewigen Rivalen aus Gladbach, der diesmal allerdings weiter gen Norden bis nach Hamburg wandern und dort einem Husarenstück der besonderen Art beiwohnen muss.</p>
<p>Sieben sieglose Spiele der Borussia ließen den gemütlichen Trab der eigenen Kölner Mannschaft bislang wie ein virtuoses Tanztheater erscheinen. Doch mit einem Mal besinnt sich die Gladbacher Mannschaft auf ihre Stärken, die kriselnden Neueinkäufe Arango und Bobadilla spielen umtriebig und keck wie zu Saisonbeginn, und plötzlich findet sich Trainer Michael Frontzeck nach dem Spiel in der Verlegenheit, statt der fast lieb gewonnenen Durchhalteparolen diesmal stolze und selbstbewusste Aussagen in die bereitstehenden Mikrofone zu diktieren. Der bislang so stabil erscheinende HSV verliert trotz zweimaliger Führung völlig verdient im eigenen Stadion mit 2:3. Unbestätigten Quellen zufolge waren die Borussen selbst beim Auslaufen nach dem Spiel schneller als Podolski, Maniche &amp; Co im Spiel gegen Hannover.</p>
<p>Vielleicht sollte Zvonimir Soldo ernsthaft darüber nachdenken, ob Balu der Bär wirklich der richtige Motivationstrainer für den FC ist: „Probier’s mal mit Gemütlichkeit…“</p>
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		<title>Babbels letztes Hurra</title>
		<link>http://www.stadion-wurst.com/2009/10/babbels-letztes-hurra/</link>
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		<pubDate>Fri, 30 Oct 2009 15:12:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hennes</dc:creator>
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		<category><![CDATA[1. Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Babbel]]></category>
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		<category><![CDATA[VFB Stuttgart]]></category>
		<category><![CDATA[Vorschau]]></category>

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		<description><![CDATA[Vorschau auf den 11. Spieltag, 1. Bundesliga
„Wir wollen gewinnen!“ Diese muntere Kampfansage lacht einem entgegen, wenn man morgen den Sportteil einer schwäbischen Zeitung aufschlägt. Bei der abschließenden Pressekonferenz des VfB Stuttgart vor dem Bundesligaspiel gegen den FC Bayern München bestand Markus Babbel darauf, dass die anwesenden Journalisten genau diesen Wortlaut übernehmen: „Vielleicht hilft es, wenn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vorschau auf den 11. Spieltag, 1. Bundesliga</strong></p>
<p>„Wir wollen gewinnen!“ Diese muntere Kampfansage lacht einem entgegen, wenn man morgen den Sportteil einer schwäbischen Zeitung aufschlägt. Bei der abschließenden Pressekonferenz des VfB Stuttgart vor dem Bundesligaspiel gegen den FC Bayern München bestand Markus Babbel darauf, dass die anwesenden Journalisten genau diesen Wortlaut übernehmen: „Vielleicht hilft es, wenn die Jungs es nicht nur von mir hören, sondern die Worte auch noch schwarz auf weiß lesen!“<span id="more-12"></span></p>
<p>Auch wenn der FC Bayern zurzeit mit nur wenig Erfolg daran arbeitet, sein imponierendes Image als gnadenlose Siegesmaschine zurückzugewinnen, wirkt eine Aussage dieser Art vor dem anstehenden Südgipfel geradezu grotesk optimistisch. Die Mannschaft, seit sechs Pflichtspielen ohne jedes Erfolgserlebnis, wirkt gnadenlos verunsichert, überfordert, spielerisch limitiert und vor dem Tor notorisch erfolglos – wenn sie schon nicht gegen Zweitligisten  Greuther Fürth gewinnt, wie soll sie dann gegen die Bayern bestehen?</p>
<p>Das weiß auch Markus Babbel, und so liest sich die Kampfansage in Wahrheit wie ein Stoßgebet – sie trieft vor purer Verzweiflung. Reguläre Mittel helfen ihm jetzt nicht mehr weiter, oder glaubt jemand daran, dass der russische Hüne Progrebnyak, nach zwei Extraschichten Torschusstraining am Freitagabend, morgen ein Tor erzielen wird?</p>
<p>Verzweiflung, so verrät uns ein Sprichwort, entzündet manchmal aber auch unbändigen Mut. Und so wählt Babbel die kompromisslose Offensive, erst im Presseraum und am Samstag auch auf dem Spielfeld. „Morgen werde ich gefeuert“, scheint er uns zuzurufen „und zwar mit einem letzten großen Knall!“ Lieber mit Pauken und Trompeten untergehen als sich leise zu verabschieden, noch ein letzter Sturmlauf, ein abschließendes Hurra, Zuckerpässe und Bogenlampen, Querschläger, Traumtore, Eigentore, am Ende steht es 6:8, und das Spiel geht in die Geschichte ein &#8211; das große finale Spektakel! Dann den Hut nehmen, ihn auf das stolz erhobene Haupt setzen und zum Vordereingang raus, ohne sich umzublicken! Das wäre ein Abgang!</p>
<p>Und zur Hintertür schleicht sich dann Peter Neururer rein und bettelt um Babbels Job.</p>
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