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	<title>StadionWurst - Das Fussball Blog &#187; Thomas Hitzlsperger</title>
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	<description>Das Fussball Blog - Ein etwas anderer Blick auf Bundesliga, internationalen Fußball und die Geschichten rund um den Rasensport.</description>
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<title>StadionWurst - Das Fussball Blog</title>
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		<title>Sommermärchen 2006, Sommerdepression 2011</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Jul 2011 14:21:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hennes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wurstsalat]]></category>
		<category><![CDATA[Agentur für Arbeit]]></category>
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		<category><![CDATA[WM 2006]]></category>

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		<description><![CDATA[Diesen Moment werden sie nie vergessen. Sie werden davon erzählen, wenn sie älter sind, wenn die Erinnerung daran keine peinliche, weil verfrühte Nostalgie mehr ist. Sie werden auch in Jahren noch kleinste Einzelheiten memorieren können: Das Mädchen in der dritten Reihe mit der gelben Haarsträhne, das immer wieder mit dem Piercing an der echten Augebraue [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1880" class="wp-caption alignleft" style="width: 410px"><a href="http://de.fotolia.com/id/2025698"><img class="size-full wp-image-1880  " title="Jobsuche" src="http://stadion-wurst.bplaced.net/wp-content/uploads/2011/07/Jobsuche_©-matttilda-Fotolia.com.jpg" alt="©matttilda" width="400" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">© matttilda</p></div>
<p>Diesen Moment werden sie nie vergessen. Sie werden davon erzählen, wenn sie älter sind, wenn die Erinnerung daran keine peinliche, weil verfrühte Nostalgie mehr ist. Sie werden auch in Jahren noch kleinste Einzelheiten memorieren können: Das Mädchen in der dritten Reihe mit der gelben Haarsträhne, das immer wieder mit dem Piercing an der echten Augebraue spielte, der Mann Mitte fünfzig, der so zufrieden lächelte und ein selbstbeschriftetes Fruit of the Loom-T-Shirt trug: &#8220;Vielen Dank für die tolle WM!&#8221;</p>
<p>Mehr als 500.000 Menschen waren an jenem Tag auf den Beinen und hatten sich auf der Straße des 17. Juli in Berlin eingefunden, um ihnen zuzujubeln. Zugegeben, sie waren nicht allein auf der extra errichteten Bühne, sondern wurden flankiert von ihren Teamkameraden, mit denen sie zusammen gerade den dritten Platz bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land errungen hatten.  Die Fanmeile platze beinahe aus allen Nähten und ein  Meer aus Fahnen hüllte das gesamte Areal in ein schwarz-rot-goldenes Licht. Atemberaubend.</p>
<p>Dort oben standen sie also und winkten ins Publikum. Zögerlich, ein bisschen schüchtern, aber dennoch geschmeichelt.  In den Turnierwochen zuvor waren sie zwar nicht die Hauptdarsteller gewesen, aber zumindest Teil des Ganzen, und jeder von ihnen fühlte sich zurecht als wichtiger Bestandteil des Teams. Diese Menschenmenge dort unten vor der Bühne war auch wegen ihnen hierher gekommen und jubelte, als ihre Namen aufgerufen wurden.<br />
<span id="more-1879"></span><br />
Vielleicht klingt ihnen heute noch die Stimme des Anheizers am Mikrofon im Ohr, die langezogenen Vokale, der antwortende Chor der Zigtausend, der den eigenen Nachnamen als lautstarkes Echo zurückwarf wie eine Wand aus Gummi. Vielleicht werden sie sich daran erinnern, wenn sie ihn wieder hören, ihren Namen, doch diesmal nicht euphorisch gerufen, bejubelt, mit dem Kreischen junger Mädchen untermalt, sondern nüchtern aufgerufen, als säßen sie im Wartezimmer beim Arzt.</p>
<p>In der Tat, in meiner Phanatsie sehe ich sie dort sitzen, in einer Art Wartezimmer, zusammen mit vielen anderen Menschen. Manche lassen den Kopf hängen, einige warten mit geschlossenen Augen, wenige räkeln sich entspannt auf den Hartplastikstühlen, längst an das gewöhnt, was sie erwartet. Ganz anders unsere Helden.</p>
<p>Die Vier sitzen unruhig auf ihren Plätzen, jeder auf einem eigenen Hartplastikstuhl, jeder in einer anderen Stadt, die Anwesenden um sie herum sind austauschbar ähnlich, nur die Farbe der Stühle variiert von Stadt zu Stadt. Dennoch sind sie vereint, vereint im Starren auf die verblassten Kunstdrucke an den Wänden, die zum Zeitpunkt ihrer Anschaffung schon längst nicht mehr in Mode waren und trotzdem die unlösbare Aufgabe übernehmen, hier für ein wenig Gemütlichkeit zu sorgen.</p>
<p>Für sie ist hier alles neu, der Muff der Behörde, die Stimmung, die keine ist, die Sprachlosigkeit und versteckte Verkrampfung. Nur die Blicke der Anderen, die im Vorübergleiten immer am eigenen Gesicht haften bleiben, die für den Bruchteil einer Sekunde Augenkontakt suchen und dann hektisch weiterwandern, die kennen sie schon. &#8220;Das ist doch der&#8230;wie heißt er noch gleich?!&#8221; Das Erkanntwerden auf der Straße gehört zum täglichen Geschäft, mal notwendiges Übel, mal schmeichelhafte Massage des geschundenen Selbstbewusstsein &#8211; hier wirkt ist es nur peinlich und unangenehm. &#8220;Schau an, dem&#8230;wie heißt er noch gleich&#8230;geht es also auch nicht besser&#8230;!&#8221;</p>
<p>Die Handflächen sind mit einem dünnen Schweißfilm überzogen und glänzen im kalten Neonröhrenlicht. Unzählbar sind eigenen Auftritte im Scheinwerferlicht, als man vor Kameras stand, Heerscharen von Journalisten Rede und Antwort stehen musste, in Fernsehstudios auftrat oder mit wildfremden Menschen einen lockeren Plausch hielt. Doch hier, kurz vor dem ersten Beratungsgespräch, scheint das alles vergessen. Das Selbstvertrauen hat sich in die Teenagerzeit zurückgezogen und lässt das eigene Herz hämmern.</p>
<p>Bewegung an der Tür. Die Plastiklinke senkt sich, die Tür schwingt auf, eine resolut aussehende Dame Mitte Vierzig verabschiedet sich von einem Herrn in Jogginghose, dessen schätzbares Alter sich in den Jahren des starken Tabak- und Alkoholkonsums aufs Altenteil zurückgezogen hat, und blickt sich suchend um. Ihr Name ist auf dem an der Bluse befestigten Schild nicht zu erkennen. Dafür steht sie zu weit entfernt. Doch das große &#8220;A&#8221;, das sich weiß, eckig und ausladend auf dem großen roten Kreis breitmacht, leuchtet wie ein Signal und ist auf dem Schild nicht zu übersehen. Mit leichtem Kopfnicken und einem breiten Lächeln bedeutet sie, dass sie gefunden hat, was sie suchte. Die linke Hand hält die Türklinke umklammert, der rechte Arm streckt sich zur einladenden Geste:</p>
<p>&#8220;Herr Hildebrand/Asamoah/Hitzlsperger/Odonkor, wenn Sie mir folgen mögen?! Dann wollen wir mal schauen, was wir für Sie tun können!&#8221;</p>
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		<title>Klassenausflug nach Südafrika</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Feb 2010 17:37:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hennes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wurstsalat]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Hitzlsperger]]></category>
		<category><![CDATA[Transfer]]></category>
		<category><![CDATA[WM]]></category>

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		<description><![CDATA[Zu meiner Schulzeit gab es im Klassenzimmer immer eine klare Sitzordnung: In der letzten Reihe saßen die Schüler, die sich das Motto „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir!“ auf die Fahne geschrieben hatten. Durch die Nähe zur hinteren Wand versuchten sie sich dem Blickfeld des Lehrers zu entziehen, nicht ahnend, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_565" class="wp-caption alignleft" style="width: 235px"><a href="http://www.photocase.com"><img class="size-medium wp-image-565 " title="School" src="http://stadion-wurst.bplaced.net/wp-content/uploads/2010/02/school_buckdanny_web-225x300.jpg" alt="@ buckdanny" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">© buckdanny</p></div>
<p>Zu meiner Schulzeit gab es im Klassenzimmer immer eine klare Sitzordnung: In der letzten Reihe saßen die Schüler, die sich das Motto „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir!“ auf die Fahne geschrieben hatten. Durch die Nähe zur hinteren Wand versuchten sie sich dem Blickfeld des Lehrers zu entziehen, nicht ahnend, dass sie gerade wegen ihrer verräterischen Platzwahl unter besonderer Beobachtung standen.</p>
<p>An den Tischen im Mittelteil des Raumes fand sich die große Durchschnittsmasse der Schülerschaft: Von interessiert mitteilsam über rebellisch lässig bis hin zu verträumt apathisch ließ sich dort jedes erdenkliche fleischgewordene Adjektiv finden.</p>
<p>Und dann gab es noch die erste Reihe &#8211; dort saßen neben den kurzsichtigen Schülern und jenen aus der letzten Reihe, die die besondere Beobachtung nicht schadlos überstanden hatten, auch die Schüler, die bei den Lehrer aufgrund ihres Lerneifers und ihrer Disziplin grenzenlos beliebt waren. Erstaunlicherweise hielten ihre Leistungen selten, was ihre Emsigkeit versprach. Zwar bewegten sich ihre Zensuren im oberen Drittel des Notenschnitts, brillant waren jedoch andere, meist weiter hinten platzierte Schüler, deren Arbeitspensum ungleich geringer war.<span id="more-563"></span></p>
<p>Ob es auch in Umkleidekabinen von Fußballvereinen eine ähnlich geartete Sitzverteilung gibt, ist mir leider aufgrund meiner fußballerisch chronischen Inaktivität nicht bekannt. Dennoch bin ich mir ziemlich sicher, dass man Thomas Hitzlsperger &#8211; im übertragenen Sinne &#8211; in der ersten Reihe sitzend antreffen würde.<br />
Egal in welchem Team er bislang spielte, ob bei Aston Villa, beim VfB Stuttgart oder in der Nationalelf, stets bestach er durch großen Arbeitseifer und Disziplin. Seine Leistungen im Spiel sind zwar selten brillant oder herausragend, aber häufig ungemein wichtig für die eigene Mannschaft. Darüber hinaus gilt er auch abseits des Platzes als Inbegriff des modernen und mündigen Profis. So zeigt er sich weltoffen, gebildet, selbstkritisch, interessiert – kaum verwunderlich, dass er auf der Insel schnell zum „Teacher’s Pet“, in Deutschland dann zum Lieblingsschüler des Trainers wurde.</p>
<p>Er wäre es wahrscheinlich auch geblieben, hätte es beim VfB Stuttgart in der Saison 2009/10 nicht einen folgenreichen Trainerwechsel gegeben. Der Schweizer Christian Groß stellte sich – wieder im übertragenen Sinne – mit der furchteinflößenden Glatze und seiner gestrengen Aura vor die Klasse, warf den Sitzplan über den Haufen, versetzte Thomas Hitzlsperger von der ersten Reihe weit nach hinten, nur um ihn kurz danach auf den Flur zu schicken. Dort stand der kleine Thomas nun und fragte sich, was aus ihm werden sollte.</p>
<div id="attachment_566" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://www.flickr.com"><img class="size-full wp-image-566" title="Hitzlsperger" src="http://stadion-wurst.bplaced.net/wp-content/uploads/2010/02/Hitzlsperger_StefanBaudy_flickr_web.jpg" alt="© Stefan Baudy" width="200" height="207" /></a><p class="wp-caption-text">© Stefan Baudy</p></div>
<p>In einer normalen Bundesligasaison hätte er sich mit seiner dauerhaften Verbannung auf den Flur bzw. – diesmal im nicht übertragenen Sinne &#8211; auf die Bank womöglich arrangiert. Eine Saison ist lang, Verletzungen und Spielsperren wirbeln den Kader regelmäßig durcheinander und sorgen für immer neue Chancen, sich als Bankspieler zu beweisen. Doch die laufende Saison ist keine normale Bundesligaspielzeit – sie ist eine WM-Saison, und in einem solchen Jahr ticken die Fußballuhren anders.</p>
<p>Aus Angst um den eigenen Platz im Nationalmannschaftskader für die Weltmeisterschaft bemühten sich in der Winterpause zahlreiche Profis, die in ihrem Stammverein nicht mehr wie gewünscht zum Zuge kamen, um einen Wechsel. Insgesamt verpflichteten die Vereine der ersten Bundesliga während der Pause 44 neue Spieler und veräußerten im Gegenzug 62 Spieler. Zwar fanden viele Transaktionen losgelöst vom Großereignis im Sommer statt; Magaths Kaufrausch beispielsweise ist nur dem großflächigen Umbau der Schalker Mannschaft geschuldet. Doch zahlreiche Transfers konnten nur im Schatten der kommenden WM vollzogen werden.</p>
<p>Luca Toni nahm einen unrühmlichen Abgang beim FC Bayern in Kauf und ließ sich an den AS Rom ausleihen, um in der heimischen Liga wieder vor den Augen Marcello Lippis spielen zu können. Edson Braafheid verließ schweren Herzens seinen Mentor Luis van Gaal, um bei Celtic Glasgow häufiger zum Einsatz zu kommen und vielleicht noch auf den holländischen WM-Zug aufspringen zu können. Ruud van Nistelrooy heuerte gar für eineinhalb Jahre beim HSV an – und trainiert ab jetzt statt mit Cristiano Ronaldo und Kaka mit Robert Tesche und Tunay Torun. Um die Chance auf einen WM-Einsatz zu wahren, wechselten sie jeweils von einem europäischen Spitzenclub zu Vereinen im europäischen Mittelmaß.</p>
<p>Gleichwohl dürften ihre heimlichen Klagen bei den folgenden Herren als Jammern auf hohem Niveau abgetan werden:<br />
So sah sich Theofanis Gekas zu einem Wechsel innerhalb der Bundesliga genötigt, dessen Gefälle größer nicht hätte sein können:  Von Bayer Leverkusen, dem potentiellen Meisterkandidaten, wechselte er zu Hertha BSC Berlin, dem nach einer historisch schlechten Vorrunde abgeschlagenen Tabellenschlusslicht.<br />
Arouna Koné traf es da noch schlimmer: Dem ruhmreichen FC Sevilla kehrte er den Rücken, um nun im tristen Hannover mitzuerleben, wie sein neuer Verein von Niederlage zu Niederlage stolpert.<br />
Das ist zwar nur schwer zu toppen, lässt Zoran Tosic aber doch nur müde lächeln. Er verließ in der Winterpause den weltweit erfolgreichsten Verein der letzten Jahre, Manchester United, und wechselte ausgerechnet zu FC nach Köln. Die WM-Teilnahme scheint ihm sehr, sehr wichtig zu sein.</p>
<p>Und was macht Thomas Hitzlsperger? Auch er hatte keine Lust mehr – noch mal im übertragenen Sinne – auf dem Flur zu stehen und wechselte die Klasse. Er spielt nun bei Lazio Rom, dem 16. der Serie A. Kaum angekommen, durfte er sich schon von der italienischen Presse kritisieren lassen, einen Trainerwechsel miterleben und sitzt wieder nur auf der Bank. Sein Bangen um die WM-Teilnahme dürfte nicht kleiner geworden sein. Daher gibt es vermutlich niemanden, der sich bereitwilliger als Lieblingsschüler des Trainers verspotten lassen würde als er. Dann hoffen wir für ihn, dass bald das ganze Stadion ruft: „<em>Hitzlsperger, l’allievo prediletto</em><strong>!“</strong></p>
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		<title>Walt Whitman über Thomas Hitzlsperger</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Dec 2009 20:43:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hennes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschländer]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitän]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Hitzlsperger]]></category>
		<category><![CDATA[VFB Stuttgart]]></category>

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		<description><![CDATA[Ob die Spieler des VfB Stuttgart Walt Whitman kennen? Oder sogar dessen Gedicht über Abraham Lincoln? Vielleicht kennen sie aber auch einfach den Film “Der Club der toten Dichter“. 
Dann könnte es sogar sein, dass sie sich nach dem Training am Dienstag in der Umkleidekabine, noch außer Atem von der Übungseinheit, verschwitzt und erschöpft, erhoben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ob die Spieler des VfB Stuttgart Walt Whitman kennen? Oder sogar dessen Gedicht über Abraham Lincoln? Vielleicht kennen sie aber auch einfach den Film “Der Club der toten Dichter“. <span id="more-288"></span></p>
<p>Dann könnte es sogar sein, dass sie sich nach dem Training am Dienstag in der Umkleidekabine, noch außer Atem von der Übungseinheit, verschwitzt und erschöpft, erhoben haben, einer nach dem anderen, sich verstohlen nach links und rechts umblickend, unsicher erst, skeptisch, im Herzen aber längst wild entschlossen, dass sie also aufgestanden sind, als Thomas Hitzlsperger die Kabine betrat, jener Thomas Hitzlsperger, der nur Minuten zuvor davon in Kenntnis gesetzt worden war, nicht länger als Mannschaftskapitän fungieren zu dürfen, der von der sportlichen Leitung abserviert, beschnitten, degradiert worden war, und der nun die Tür zur Umkleidekabine öffnete, schon den</p>
<div id="attachment_299" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.photocase.com"><img class="size-full wp-image-299" title="Gedichte" src="http://stadion-wurst.bplaced.net/wp-content/uploads/2009/12/Gedichte_boing_pc_web2.jpg" alt="© boing" width="300" height="201" /></a><p class="wp-caption-text">© boing</p></div>
<p>Schweißgeruch in der Nase, die eigene Seele ob der Hiobsbotschaft in einem inneren Meer der Traurigkeit ertrinkend, den Fuß über die Schwelle setzend, bis er plötzlich in der Bewegung stockte, die Hand fest um die Türklinke geklammert, seinen Augen nicht trauend beim Anblick der Kameraden, die sich alle erhoben, einer nach dem anderen, und die Worte <em>„Captain, mein Captain“</em> erfüllten den Raum, erst geflüstert, mit zittrigen Stimmen, als entsprängen sie bebenden Mündern verschüchterter Schulbuben, sich dann von allen Seiten nähernd, sich mischend, noch kakophon, mit dem Anwachsen der Masse zugleich an Lautstärke gewinnend, weil ein jeder beflügelt vom beispielgebenden eigenen Handeln aufstand und nicht nur sich erhob, sondern auch die Stimme erhob, den ungleichen Chor anschwellen ließ, bis die Stimmen im regen Fluss der Rhythmik sich vereinend, <em>„Captain, mein Captain“</em>, aus aufgerissenen Münder entsprudelnd, <em>„Captain, mein Captain“</em>, einen reißenden Strom des Stakkatos bildeten, der, eskortiert von wilden Blicken des Mutes und einer bis zur Verzweiflung gesteigerten Kühnheit, beflügelt von Gemeinschaft, Treue und Zusammenhalt, in Richtung des Anführers schwappte, <em>ihres </em>Anführers, der noch in Starre der Ungläubigkeit geeist einem antiken Helden gleich im Türrahmen stand, nach außen fest, unerschütterlich, doch längst bebend im Innern, aufgewühlt vom Bild, das sich ihm bot und seinen Augen zugleich gebot, sich nicht abzuwenden, sondern den tränenerfüllten Glanz der Dankbarkeit an die Kameraden auszusenden, auf dass jener stille, mit Stummheit geschlagene Dank mehr bedeute als stumpfe, sinnentleerte Worte, derer viel zu viele gewechselt worden waren in diesen Tagen der Tristesse.</p>
<p>Äh…ja…da habe ich mich wohl ein wenig treiben lassen. Eigentlich wollte ich über die Bürde des Kapitänsamt schreiben, über Oliver Kahn, Milivoje Novakovic und eben über Thomas Hitzlsperger. Doch das lasse ich jetzt lieber sein – stattdessen werde ich gleich bei der Videothek vorbeischauen, um mir „Club der toten Dichter“ auszuleihen.</p>
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