<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>StadionWurst - Das Fussball Blog &#187; Torschützenkönig</title>
	<atom:link href="http://www.stadion-wurst.com/tag/torschutzenkonig/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.stadion-wurst.com</link>
	<description>Das Fussball Blog - Ein etwas anderer Blick auf Bundesliga, internationalen Fußball und die Geschichten rund um den Rasensport.</description>
	<lastBuildDate>Wed, 08 Sep 2010 19:10:44 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.8.5</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<image>
<link>http://www.stadion-wurst.com</link>
<url>http://stadion-wurst.bplaced.net/wp-content/mbp-favicon/favicon.ico</url>
<title>StadionWurst - Das Fussball Blog</title>
</image>
		<item>
		<title>Seit 58 Minuten ohne Torerfolg&#8230;</title>
		<link>http://www.stadion-wurst.com/2010/03/seit-58-minuten-ohne-torerfolg/</link>
		<comments>http://www.stadion-wurst.com/2010/03/seit-58-minuten-ohne-torerfolg/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 10 Mar 2010 19:43:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hennes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschländer]]></category>
		<category><![CDATA[1.FC Köln]]></category>
		<category><![CDATA[Lukas Podolski]]></category>
		<category><![CDATA[Torschützenkönig]]></category>
		<category><![CDATA[Video]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.stadion-wurst.com/?p=585</guid>
		<description><![CDATA[Am Samstag, dem 06. März 2010, um 16.32 Uhr war es endlich soweit: Im Rhein-Energie-Stadion brach ein Vulkan unbändiger Freude aus und fegte in einer schier weltumspannenden Welle über den ganzen Erdteil hinweg. Mütter warfen ihre Kinder in die Luft, Rocker ihre Bräute und alle tanzten vor Freude auf einem Bein. Wer jetzt sagt, ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_588" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://www.photocase.com"><img class="size-full wp-image-588" title="Uhr_II" src="http://stadion-wurst.bplaced.net/wp-content/uploads/2010/03/Uhr_II_wgernot_pc_web.jpg" alt="© wgernot" width="200" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">© wgernot</p></div>
<p>Am Samstag, dem 06. März 2010, um 16.32 Uhr war es endlich soweit: Im Rhein-Energie-Stadion brach ein Vulkan unbändiger Freude aus und fegte in einer schier weltumspannenden Welle über den ganzen Erdteil hinweg. Mütter warfen ihre Kinder in die Luft, Rocker ihre Bräute und alle tanzten vor Freude auf einem Bein. Wer jetzt sagt, ich übertreibe, ist ein Spaßverderber. Denn ich selbst hüpfte vor dem heimischen Fernseher ausgelassen auf einem Bein, als Lukas Podolski im Spiel gegen den FC Bayern München in der 32. Minute mit einem fulminanten Freistoss den Ball ins Netz des verdutzen Torhüters Jörg Butt feuerte. Wäre ich Mutter oder Rocker, würden Kind respektive Braut noch immer in der Umlaufbahn ihre Kreise ziehen. <span id="more-585"></span></p>
<p>Nach schier nicht enden wollenden 1420 Minuten ohne Tor hatte Lukas Podolski wieder einen Treffer erzielt. Dass er gegen seinen Ex-Verein traf, dass er gegen den Tabellenführer traf, dass er nach einem zuvor unglücklichen Lattentreffer traf, dass er im heimischen Stadion traf – all das, spielte keine Rolle. Wichtig war nur, dass er traf!</p>
<p>Man hatte schon fast vergessen, wie es aussieht, wenn Podolski ein eigenes Tor feiert. Kaum berührt der Ball das Tornetz, rennt er, die Beine im rasenden Tempo dahinfegend, auf die Südtribüne zu, den Mund zu einem infernalischen Schrei aufgerissen und die Finger am Wappen auf dem eigenen Trikot zerrend, als wollten sie es in einem Ruck von der Brust reißen.</p>
<p>Mich hätte es nicht verwundert, wenn ihm in bester Popeye-Manier der Dampf aus den Ohren herausgeschossen wäre, so sehr konnte man das Adrenalin in seinem Körper kochen sehen. Kaum hatte ich mich beruhigt, mein Gewicht wieder auf das zweite Bein verlagert und mittels der anschließenden 27.000 Zeitlupen ein wenig an Abstand gewonnen, konnte ich beobachten, dass selbst Podolski kaum mehr wusste, wie sich ein eigener Torerfolg anfühlte. Da war keine Routine mehr im Torjubel, kein zuvor einstudiertes Mätzchen, sondern nur die archaische Freude, die ihn fast vergessen ließ, den Namen des Sohnemanns auf dem Schuh zu streicheln.</p>
<div id="attachment_593" class="wp-caption aligncenter" style="width: 610px"><a href="http://www.photocase.com"><img class="size-full wp-image-593" title="Uhr" src="http://stadion-wurst.bplaced.net/wp-content/uploads/2010/03/Uhr_wagg66_pc_web2.jpg" alt="© wagg66" width="600" height="274" /></a><p class="wp-caption-text">© wagg66</p></div>
<p>Einer gut geschüttelten Cola-Flasche gleich konnte man erst jetzt, im Moment der Druckentweichung, erkennen, wie groß die Belastung für den Stürmer gewesen war. Auch er hatte sich dem Sog der Statistik in den Wochen zuvor nicht entziehen können. Was wäre der Fußball ohne Statistik und mehr noch, was wäre er ohne die heißgeliebten Serien?</p>
<p>Leverkusen verlor am vergangenen Spieltag nach 24 Spielen ohne Niederlage, Hannover 96 konnte nach sechs sieglosen Spielen in Folge endlich wieder gewinnen, der BVB blieb gegen Gladbach neunmal in Folge daheim unbesiegt, Freiburg hat nun seit elf Spielen nicht mehr gewonnen, Bremen schoss siebenmal hintereinander mindestens zwei Tore…</p>
<p>An jedem Spieltag werden Serien beendet und alte Serien fortgeführt. Dabei ist es ganz gleich, ob sie positiver oder negativer Natur sind – Hauptsache, die Ereigniskette reißt nicht ab, denn je länger eine Serie dauert, desto mehr Aufmerksamkeit wird ihr zuteil und desto größer wird die Vorfreude auf ein Ende der Serie.<br />
Auch Spieler können rasch zu (meist unfreiwilligen) Serientätern werden: Dabei haben die Stürmer allerdings einen schweren Stand. Während fast jeder interessierte Fußballkenner weiß, dass Timo Hildebrandt 884 Minuten hintereinander ohne Gegentor blieb und damit den Bundesligarekord hält, müssen die meisten allerdings passen, wenn es um den Fakt geht, dass Kevin Kuranyi <del datetime="2010-03-11T17:23:25+00:00">erst der dritte Stürmer (nach Manfred Burgsmüller und Gerd Müller) in der Bundesligahistorie ist, dem in acht aufeinander folgenden Spielzeiten mindestens zehn oder mehr Tore gelangen.</del> <em>(Das muss man auch nicht wissen, denn es ist falsch: siehe <a href="http://www.stadion-wurst.com/2010/03/knackwurst-2-%E2%80%93-mit-kuranyi-nach-sudafrika/#comments">Kommentar</a>)</em></p>
<p>Der Stürmer hat immer damit zu kämpfen, dass ein Tor im temporären Sinne als singuläres Ereignis im Verlauf eines Spiels oder einer Saison einzuordnen ist. Erst das Ausbleiben dieses Ereignisses wird als Kontinuum wahrgenommen und schon geht das Zählen der torlosen Minuten los. Im Umkehrschluss profitiert davon der Torhüter – oder weiß jemand aus dem Stehgreif, wie häufig Jaroslav Drobny, Torwart von Schlusslicht Hertha BSC Berlin, in dieser Saison schon ohne Gegentor geblieben ist? In 25 Spielen konnte er insgesamt nur fünfmal den Torerfolg des Gegners verhindern – davon endeten gleich drei Begegnungen 0:0. Doch das alles bleibt nicht mehr als eine Randnotiz.</p>
<p>Tröstlich erweist sich für die Stürmer immerhin, dass sie für herausragende Leistungen am Ende der Saison eine etablierte und anerkannte Auszeichnung einheimsen können: die kicker-Torjägerkanone. Das vom DSF vor drei Jahren ausgelobte Pendant für den besten Torhüter hat dagegen noch keinerlei Renommee. Das könnte allerdings auch am Namen der Auszeichnung liegen: die weiße Weste von SCHÖNER WOHNEN Polarweiß.</p>
<p>Für Lukas Podolski bleibt die Torjägerkanone in dieser Saison so unerreichbar wie die weiße Weste. Doch das wird ihm momentan ziemlich egal sein…schließlich hat er am Wochenende endlich wieder getroffen. Bleibt nur zu hoffen, dass er rasch nachlegen und den nächsten Treffer erzielen kann. Schließlich ist er nun schon wieder 58 Minuten ohne Torerfolg. Dabei ging es in der Vergangenheit doch auch so einfach:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="480" height="385" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/dR7t8lNqoFs&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="480" height="385" src="http://www.youtube.com/v/dR7t8lNqoFs&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.stadion-wurst.com/2010/03/seit-58-minuten-ohne-torerfolg/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>„King For A Day, Fool For A Lifetime“</title>
		<link>http://www.stadion-wurst.com/2009/11/%e2%80%9eking-for-a-day-fool-for-a-lifetime%e2%80%9c/</link>
		<comments>http://www.stadion-wurst.com/2009/11/%e2%80%9eking-for-a-day-fool-for-a-lifetime%e2%80%9c/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 16 Nov 2009 19:51:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hennes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wurstsalat]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesligageschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Grafite]]></category>
		<category><![CDATA[Torschützenkönig]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.stadion-wurst.com/?p=93</guid>
		<description><![CDATA[Wenn man in diesen Tagen aus dem Fenster schaut, erhellt sich rasch, in welcher Jahreszeit wir uns befinden. Allerdings kann von wirklicher Erhellung keine Rede sein, denn der Herbst zeigt sich von seiner dunklen Seite: grauer Himmel, anhaltender Regen, und nur die bunten Blätter der Bäume sorgen dafür, dass sich die Augen ob der trüben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_125" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.photocase.com"><img class="size-full wp-image-125" title="Heute ein König..." src="http://stadion-wurst.bplaced.net/wp-content/uploads/2009/11/Koenig_matthias_the_dread_web1.jpg" alt="©matthias_the_dread" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">©matthias_the_dread</p></div>
<p>Wenn man in diesen Tagen aus dem Fenster schaut, erhellt sich rasch, in welcher Jahreszeit wir uns befinden. Allerdings kann von wirklicher Erhellung keine Rede sein, denn der Herbst zeigt sich von seiner dunklen Seite: grauer Himmel, anhaltender Regen, und nur die bunten Blätter der Bäume sorgen dafür, dass sich die Augen ob der trüben Tristesse nicht mürrisch nach innen kehren. Beneidenswert sind da jene, die dem buchstäblich grauen Alltag den Rücken kehren und in die warme Sonne entfliehen können. Nach Australien vielleicht, in die Karibik oder nach Brasilien.</p>
<p>Dem Fußballer Grafite wurde vor zwei Wochen eben jenes Privileg zuteil – sein Verein VfL Wolfsburg gab ihm eine Woche frei zum Heimaturlaub in Brasilien. <span id="more-93"></span>Doch nicht etwa als Belohnung für grandiose Leistungen und für Tore en masse – ganz im Gegenteil: Grafite bestach, bis auf die Ausnahme seiner Drei-Tore-Galavorstellung im Champions League-Hinspiel gegen ZSKA Moskau, in dieser Saison fast ausschließlich durch seine Teilnahmslosigkeit im Spiel, seine technischen Stockfehler, seine fehlende Durchschlagskraft im Strafraum und durch die daraus resultierende persönliche Frustration, die sich erst im kraftlosen Hängenlassen der Schultern manifestierte, bis diese dann im CL-Hinspiel gegen Besiktas Istanbul plötzlich reaktiviert, erst den linken Arm, dann die linke Hand im harmonischen Zusammenspiel dazu veranlassten, dem Gegenspieler Ibrahim Kas eine feiste Backpfeife zu verpassen. Die folgende rote Karte nahm Wolfsburgs Trainer Armin Veh zum Anlass, Grafite zur außerplanmäßigen Erholung in die brasilianische Heimat zu schicken. Einziger Arbeitsauftrag: RELAX!</p>
<p>Zeitgleich suchte der Trainer Armin Veh intern das Gespräch mit seinem Sportdirektor und dem Manager, um über die Misere ihres Stürmerstars zu beraten. Laut ging es dabei nicht zu; immerhin erbte Veh als Nachfolger von Felix Magath nicht nur den Spind in der Trainerkabine, sondern auch dessen so erfolgreich ausgefüllte Dreifaltigkeit der Macht, die den Trainer Veh zugleich zum Sportdirektor Veh und zum Manager Veh macht. Die innere Diskussion hätte er sich allerdings auch sparen können, liegt die Ursache für die Grafites Probleme doch klar auf der Hand:</p>
<p>Er ist amtierender Torschützenkönig. Dieser Titel macht nämlich nicht nur die versammelte Verwandtschaft in Brasilien stolz, sondern bringt leider auch eine Menge Probleme mit sich, wie ein Blick in die Geschichte beweist.</p>
<p>Früher war bekanntlich noch alles besser. Das scheint zumindest für die Empfänger der Torjägerkanone zu gelten, denn dem sportlichen Glück war der Gewinn der Trophäe einst nicht abträglich. Uwe Seeler, mit 30 Toren erster Torschützenkönig der Saison 1963/64, brachte es zwar nur zu einer einzigen Kanone auf der Anrichte, brannte sich aber durch eine erfolgreiche Karriere in der Nationalmannschaft und Treffer mit dem Hinterkopf in eben jenen vieler Fußballfans ein.<br />
Ihm folgten zahlreiche weitere Stürmer, die mit ihren Erfolgen dafür sorgten, dass noch heute jeder Fußballfan beim Klang ihrer Namen leuchtende Augen bekommt: Gerd Müller, der primus inter pares, Jupp Heynckes, Dieter Müller, Karl-Heinz Rummenigge, Horst Hrubesch, Klaus Allofs, Rudi Völler, Stefan Kuntz. Neben der Nachbarschaft im Wikipedia-Eintrag unter „Liste der Torschützenkönige der Fußball-Bundesliga“ verbindet die Genannten vor allem der Erfolg, der weit länger anhielt als ihre Regentschaft auf dem Thron der Knipser und Abstauber.</p>
<div id="attachment_148" class="wp-caption aligncenter" style="width: 610px"><a href="http://www.photocase.com"><img class="size-full wp-image-148" title="Traumstrand" src="http://stadion-wurst.bplaced.net/wp-content/uploads/2009/11/Traumstrand_daniel.schoenen_web.jpg" alt="©daniel.schoenen_web" width="600" height="398" /></a><p class="wp-caption-text">©daniel.schoenen_web</p></div>
<p>Doch die Saison 1986/87 fügt der bis dahin makellos bronzenen Kanone erste Kratzer zu. Uwe Rahn wird mit 24 Toren erfolgreichster Schütze der abgelaufenen Saison. Kein Schlechter, will man meinen, und das war er auch nicht. Erinnert sei nur an seine Einwechslung im ersten Länderspiel 1984 unter Teamchef Franz Beckenbauer. Erste Ballberührung, erstes Tor, so konnte es weitergehen. Es folgten weitere Einsätze in der Nationalelf, starke Bundesligaspiele, dann der Gipfel mit dem Gewinn der Torjägerkanone. Gipfel aber auch deswegen, weil danach der jähe Absturz folgte. Formtief, Ladehemmung, Vereinswechsel, ein paar vereinzelte Tore, aber der Erfolg blieb aus. Man konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, Rahn schleppe die 3,2 Kilogramm schwere Trophäe in jedem der folgenden Spiele als Ballast mit sich herum.</p>
<p>Einmal in ihrem Ansehen beschädigt, konnte die Goalgetter-Monarchie nie mehr jene Blüte längst vergangener Tage erreichen. Nach der kurzen Hochzeit unter Jürgen Klinsmann ging das Zepter an Thomas Allofs über, der nach der gewinnbringenden Saison beim 1. FC Köln gen Frankreich zog, dort gerade einmal 11 Spiele absolvierte und sich danach noch zwei mäßig erfolgreiche Jahre bei Fortuna Düsseldorf verdingte. Sein Nachfolger Roland Wohlfahrt, zweifacher Torschützenkönig, kann dagegen heute auf eine titelreiche Vereinskarriere beim FC Bayern München zurückblicken. Doch während es ihm bei seinem Club stets gelang, sich gegen die hochkarätige internationale Stürmerkonkurrenz durchzusetzen, hatte er im Nationalteam gegen die nicht minder hochkarätige nationale Stürmerkonkurrenz keine Chance. Zwei Freundschaftsspiele in 90 Minuten degradieren ihn zu einer Fußnote in der DFB-Historie.</p>
<p>1989/90 errang mit Jörn Andersen der erste Ausländer den Thron, 18 Tore reichten ihm zum Torschützenkönig. Er sollte fünf weitere Jahre in der obersten deutschen Spielklasse brauchen, um die nächsten 18 Tore zu sammeln. Torjäger kamen, Torjäger gingen. Fritz Walter, Anthony Yeboah, Mario Basler (der als Mittelfeldspieler in die Domäne der Strafraumwühler eindrang), Heiko Herrlich, Fredi Bobic, Michael Preetz, Martin Max – ihre Namen sind jedem Fußballfan ein Begriff, doch die Aufnahme ins kollektive Gedächtnis blieb ihnen verwehrt. Während die Torschützenkönige der siebziger und achtziger Jahre auch gleichzeitig die Strafräume internationaler Schauplätze bei Welt- und Europameisterschaften beherrschten, konnten die besten Liga-Stürmer in den Neunziger auf internationaler Ebene nicht überzeugen. Michael Preetz bestritt nur sieben Spiele in der Nationalmannschaft, Heiko Herrlich fünf und Martin Max kam ganze acht Minuten zum Einsatz.<br />
Selbst bei Ulf Kirsten, immerhin dreifacher Torschützenkönig, kann man sich rückblickend des Gefühls nicht erwehren, er sei stets zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen. Hatte die Nationalelf keinen Erfolg, wie beim frühzeitigen Ausscheiden im Viertelfinale bei den Weltmeisterschaften 1994 und 1998, lacht uns Kirsten vom Mannschaftsfoto entgegen. War die Mannschaft erfolgreich, wie beim Gewinn der Europameisterschaft 1996, sucht man Kirsten hingegen vergeblich. Zu allem Überdruss wurde er vier Jahre später bei der EM 2000 noch einmal in den Kader berufen und damit unter Erich Ribbeck zum Teil eines der dunkelsten Kapitel deutscher Fußballgeschichte, an das sich niemand mehr gerne erinnert.</p>
<p>Mit dem Beginn des neuen Jahrtausends vollzog sich dann ein Paradigmenwechsel, der sich schon vorher abgezeichnet hatte – die deutschen Stürmer gerieten gegenüber ihren ausländischen Konkurrenten ins Hintertreffen. Doch auch ihnen brachte die Trophäe nur selten Glück. Ebbe Sand und Sergej Barbarez, die sich 2000/01 den Thron teilten, stemmten sich noch halbwegs siegreich gegen den „Fluch“ der Torjägerkanone. Sie spielten auch nach der Siegerehrung erfolgreich, hatten jedoch Pech, dass sowohl ihren Vereinen als auch ihren Landesauswahlen der ganz große sportliche Wurf nie gelingen sollte.</p>
<p>Doch erging es ihnen weitaus besser als Nachfolger Marcio Amoroso, den man nur noch als überteuertes Missverständnis in Erinnerung hat. Noch heute gilt er (gemeinsam mit Franck Ribéry) als zweitteuerster Einkauf in der Bundesligageschichte. Den spanischen Dänen Thomas Christiansen, Torschützenkönig 2002/03, hat man hingegen gar nicht mehr in Erinnerung. Er teilte sich den Titel übrigens mit Giovane Elber, dem man allerdings nicht nachsagen könnte, er habe keinen Erfolg gehabt. Kein ausländischer Spieler hat mehr Tore erzielt, er gewann Meisterschaft, Pokal und die Champions League. Doch auch er kam nach der Krönung zum besten Torschützen nicht mehr in Schwung – das folgende Engagement in Lyon fand nach Streitigkeiten ein verfrühtes Ende, danach saß er für Borussia Mönchengladbach fast nur noch auf der Bank.</p>
<p>Die Geschichte von Nachfolger Ailton ist schnell erzählt. 2004 Double-Gewinn mit Werder Bremen, dazu Torschützenkönig mit 28 Toren. Danach der Wechsel zu Schalke 04, der Wechsel zu Besiktas Istanbul, der Wechsel zum HSV, der Wechsel zu Roter Stern Belgrad, zu Grashoppers Zürich, nach Duisburg, nach Donezk, nach Altach in Österreich, in die zweite brasilianische Liga und schließlich nach China. Der Kugelblitz ist längst verglüht.<br />
Marek Mintal, siegreich in der darauf folgenden Spielzeit, ließ seinem Titel als Torschützenkönig immerhin den Gewinn des DFB-Pokals mit dem 1. FC Nürnberg folgen. Zudem wurde er noch einmal Klassenprimus der besten Torjäger, allerdings in Liga 2. Eben auch deshalb, weil er mit dem „Club“ das Kunststück vollbracht hatte, als amtierender Pokalsieger abzusteigen. Heute erweist er sich mehr denn je als würdiger Träger seines Spitznamens „Das Phantom“, weil man bisweilen selbst nach 90 Minuten seines Zutuns in einem Spiel nicht mehr weiß, ob er überhaupt dabei gewesen ist.</p>
<div id="attachment_150" class="wp-caption alignright" style="width: 410px"><a href="http://www.photocase.com"><img class="size-full wp-image-150" title="Tor_zum_Winter" src="http://stadion-wurst.bplaced.net/wp-content/uploads/2009/11/Tor_zum_Winter_web.jpg" alt="©Mr.Nico" width="400" height="239" /></a><p class="wp-caption-text">©Mr.Nico</p></div>
<p>Die Erfolglosigkeit der Torschützenkönige war also längst zur Regel geworden, als mit Miroslav Klose 2005/06 die bestätigende Ausnahme den Titel errang. Seinen 25 Toren bei Werder Bremen ließ er fünf weitere bei der anschließenden WM im eigenen Land folgen und errichtete damit eine Doppelmonarchie von interkontinentalen Ausmaßen. Obwohl sein Wechsel zum FC Bayern so manches Formtief nach sich zog, ist seinem Porträt schon jetzt ein prominenter Platz in der Ahnengalerie des deutschen Fußballs reserviert.</p>
<p>Doch die Ausnahme blieb Ausnahme: Theofanis Gekas verwunderte erst die Liga mit 20 Toren in seiner Bochumer Debütsaison 2006/07, wechselte dann zur Verwunderung aller nach Leverkusen und wundert sich seitdem, dass er dort nur auf der Bank sitzt. Auch sein italienischer Kollegen Luca Toni ließ in seiner ersten Saison in Deutschland 2007/08 sämtliche Verteidiger alt aussehen und zeigte ihnen, wie man als Weltmeister Tor um Tor schießt. Nach vielen Verletzungen, Trainerwechsel, Einsätzen in der Dritten Liga und dem erzwungenen Abschied aus der Nationalmannschaft fühlt er sich inzwischen selbst ziemlich alt. Da passt es ja ganz gut, dass er sich häufig auf der Auswechselbank ausruhen kann.</p>
<p>Und so schließt sich der Kreis dann bei Grafite, der inzwischen aus seinem außerplanmäßigen Erholungsurlaub in Brasilien nach Deutschland zurückgekehrt ist und am vergangenen Spieltag sogar wieder ein Tor erzielte. Ob er jedoch die Bürde des Torschützenkönigs erfolgreich schultern kann, wird die Zukunft zeigen. Zumal uns ein abschließender Blick aus dem Fenster verrät, dass der Winter sein Kommen ankündigt. Eine Jahreszeit, in der sich nicht nur Südamerikaner schwer tun, unter freiem Himmel ihrem Tagwerk nachzugehen. Vielmehr wünscht man sich angesichts sinkender Temperaturen und matschigem Schneetreiben, man könnte in wärmere Gefilde entfliehen. Nach Australien vielleicht, in die Karibik oder nach Brasilien…</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.stadion-wurst.com/2009/11/%e2%80%9eking-for-a-day-fool-for-a-lifetime%e2%80%9c/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
