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	<title>StadionWurst - Das Fussball Blog &#187; Uli Hoeneß</title>
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	<description>Das Fussball Blog - Ein etwas anderer Blick auf Bundesliga, internationalen Fußball und die Geschichten rund um den Rasensport.</description>
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<title>StadionWurst - Das Fussball Blog</title>
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		<item>
		<title>Hommage an Udo Lattek (und Diana)</title>
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		<pubDate>Wed, 11 May 2011 22:13:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hennes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wurstsalat]]></category>
		<category><![CDATA[Doppelpass]]></category>
		<category><![CDATA[Jörg Wontorra]]></category>
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		<description><![CDATA[Schlägt man heute die Zeitung auf, dann lernt man Diana kennen. Diana steht auf Luxus, träumt vom Fliegen und würde gerne als reiche Göre wiedergeboren werden. Außerdem ist Diana, sieht man mal vom gepunkteten Slip-Socken-Ensemble ab, nicht gerade üppig bekleidet.
Um Diana kennenzulernen, muss man, um genau zu sein, die Zeitung auch nicht aufschlagen. Es reicht, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schlägt man heute die Zeitung auf, dann lernt man Diana kennen. Diana steht auf Luxus, träumt vom Fliegen und würde gerne als reiche Göre wiedergeboren werden. Außerdem ist Diana, sieht man mal vom gepunkteten Slip-Socken-Ensemble ab, nicht gerade üppig bekleidet.</p>
<p>Um Diana kennenzulernen, muss man, um genau zu sein, die Zeitung auch nicht aufschlagen. Es reicht, sich mit der Titelseite zu beschäftigen, denn Diana ist eines jener täglich grüßenden und gleich vergessenen Seite-1-Mädchen in der BILD-Zeitung. Damit ist Diana gewissermaßen eine Ikone, Teil einer Institution, der Institution &#8220;Nacktes-Mädchen-auf-Seite-1&#8243;, die seit vielen Jahren die BILD-Zeitung prägt.</p>
<p>Udo Lattek ist ebenfalls eine Ikone. Als Trainer sowieso, da muss man die zahlreichen Titel gar nicht erst aufzählen. Nein, auch als Talkshowdauergast im ehemals DSF-, heute sport1-Doppelpass am Sonntagvormittag. Er ist eine Ikone, eine Institution in jener Sendung, deren Zielgruppe zu 99 % aus verkaterten Fußballjunkies besteht und der ich mich ein bisschen zu häufig zugehörig fühle. Er ist die personifizierte &#8220;Ehemaliger-Trainer-redet-viel-und-erntet-abwechselnd-Respekt-und-Mitleid&#8221;-Institution.</p>
<p>Natürlich fällt es auf den ersten Blick schwer, Udo Lattek mit Diana, Diana mit Udo Lattek zu vergleichen. Während Diana nicht reden, dafür aber schön aussehen soll (und diesen Job wenigstens zur Hälfte erfolgreich meistert), ist Udo Lattek im Doppelpass nur deswegen anwesend, weil er so viel redet. Das Schön-Aussehen ist seine Sache hingegen nicht. Doch eines verbindet die beiden: Sie sagen wenig!</p>
<p>Diana aus erwähnten Gründen der Zugeknöpftheit oberhalb und der Freizügigkeit unterhalb des Kinns, Udo Lattek aus Gründen, die niemand so richtig kennt, für die sich aber auch gar keiner interessiert. Folgender, Arndt Zeiglers wunderbaren Fußballwelt zu verdankender Videoclip liefert einen eindrucksvollen Beweis:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="349" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/D5nOe_WWqrM?fs=1&amp;hl=de_DE" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="349" src="http://www.youtube.com/v/D5nOe_WWqrM?fs=1&amp;hl=de_DE" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object><br />
<span id="more-1785"></span><br />
Mehr als 750 Sendungen beherrschte Udo Lattekt die Szenerie in der einzigen Fußball-Talkshow im deutschen Fernsehen und wachte nicht nur mit eiserner Knute über das Phrasenschwein, das seine Körperfülle allein Udos Aufmerksamkeit verdankt, sondern grätschte auch jederzeit, wann immer er wollte, jenseits der guten Erziehung und des Anstands seinen Mitdiskutanten ins Wort. Dabei ging er auch einem verbalen Schlagabtausch nie aus dem Weg:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="349" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/mOp_z494Eo8?fs=1&amp;hl=de_DE" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="349" src="http://www.youtube.com/v/mOp_z494Eo8?fs=1&amp;hl=de_DE" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Am 22. Mai heißt es dann: letzter Doppelpass mit Udo Lattek. Mit 76 Jahren geht er in Rente, und die hat er sich (Achtung Wortspiel!) redlich verdient. Wahrscheinlich werde ich ihn nicht vermissen, doch so manches Mal beim verkaterten Aufwachen auf dem Sofa an ihn denken. Immer dann, wenn sein ewiger Kompagnon Jörg Wontorra auf der Bildfläche erscheint und einfach nicht wieder verschwinden will.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="349" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/lILlyJx88E0?fs=1&amp;hl=de_DE" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="349" src="http://www.youtube.com/v/lILlyJx88E0?fs=1&amp;hl=de_DE" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object><br />
Warum hat Lattek ihn nicht mitgenommen, werde ich denken. Den pochenden Kopfschmerz ignorierend werde ich dann die Augen schließen, langsam einschlummern, von Udo Lattek oder Diana oder beiden träumen und beim Erwachen erleichtert feststellen, dass ich den Doppelpass mal wieder verschlafen habe.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Tri-tra-trullala, der Hoeneß der ist wieder da</title>
		<link>http://www.stadion-wurst.com/2011/04/hoeness_van_gaal_entlassung_pressekonferenz/</link>
		<comments>http://www.stadion-wurst.com/2011/04/hoeness_van_gaal_entlassung_pressekonferenz/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 12 Apr 2011 15:36:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hennes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wurstsalat]]></category>
		<category><![CDATA[FC Bayern]]></category>
		<category><![CDATA[Louis van Gaal]]></category>
		<category><![CDATA[Pressekonferenz]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Kraft]]></category>
		<category><![CDATA[Trainerentlassung]]></category>
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		<category><![CDATA[Video]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie aufgeregte Kinder sitzen und stehen die Journalisten am Sonntag im Presseraum an der Säbener Straße und können den Beginn der Vorstellung kaum erwarten. Mancher tippelt mit den Füßen, einer wippt mit dem Stuhl, ein paar von ihnen flüstern und kichern hysterisch.
Dann ist es endlich so weit: Der Kasperl Hoeneß mit dem roten Kopf kommt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1688" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Lothar_Meggendorfer_Kasperl.jpg&amp;filetimestamp=20060724114430" target="_blank"><img class="size-full wp-image-1688 " title="Kasperl" src="http://stadion-wurst.bplaced.net/wp-content/uploads/2011/04/Lothar_Meggendorfer_Kasperl_web.jpg" alt="© Lothar Meggendorfer" width="200" height="282" /></a><p class="wp-caption-text">© Lothar Meggendorfer</p></div>
<p>Wie aufgeregte Kinder sitzen und stehen die Journalisten am Sonntag im Presseraum an der Säbener Straße und können den Beginn der Vorstellung kaum erwarten. Mancher tippelt mit den Füßen, einer wippt mit dem Stuhl, ein paar von ihnen flüstern und kichern hysterisch.</p>
<p>Dann ist es endlich so weit: Der Kasperl Hoeneß mit dem roten Kopf kommt auf die Bühne, begleitet vom Wachtmeister Rummenigge und dem langweiligen Seppl Nerlinger. Aber die <span style="text-decoration: line-through;">Kinder</span> Journalisten sind ja ohnehin nur für den Kasperl gekommen, und sie werden nicht enttäuscht: Louis van Gaal, das böse <span style="text-decoration: line-through;">Feier</span>Biest, wurde vom Hof gejagt. Und Kasperl Hoeneß, bekannt für seinen Hang zu markigen Worten, denkt gar nicht daran, den gefeuerten van Gaal mit dem sonst branchenüblichen freundlich-unverbindlichen Nachruf zu verabschieden. Er wirft den Trainer nicht nur in hohem Bogen raus, sondern läuft auch noch hinterher und verpasst ihm einen letzten, verbalen Arschtritt:</p>
<blockquote><p>„Der Spaß hat seit langer Zeit gefehlt.“</p></blockquote>
<p>Noch Fragen? Kein Wunder, dass van Gaal entlassen wurde, wenn beim FC Bayern München, dem Spaßverein Nummer 1 in Deutschland, bei dem Freude und Vergnügen am Ballsport so viel mehr zählen als nüchterne Erfolge, der Spaß fehlte. Schließlich trägt man seit Jahrzehnten mit stolzgeschwellter Brust das vereinseigene Motto vor sich her: „Mia san <span style="text-decoration: line-through;">mia</span> spaßig!“<br />
<span id="more-1683"></span></p>
<blockquote><p>„Dass die Spieler hinter ihm standen, das ist ein Märchen.“</p></blockquote>
<p>Es war einmal der wichtigste Mittelfeldspieler des FC Bayern München namens <a href="http://www.tagesspiegel.de/sport/schweinsteiger-hilft-van-gaal/3620760.html" target="_blank">Bastian Schweinsteiger</a>, der öffentlich sagte: <em>„Die Verlängerung [meines Vertrages] war auch eine Entscheidung für den Trainer.“</em> Vor gar nicht allzu langer Zeit stellte sich der Kapitän Philipp Lahm vor den <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-77531690.html" target="_blank">Spiegel</a> (und hinter den Trainer) und sprach: <em>„Zwischen Mannschaft und Trainer stimmt es.“</em> Und wenn sie nicht gestorben sind, dann beteuern sie noch heute gemeinsam mit <a href="http://sportbild.bild.de/SPORT/bundesliga/vereine/fc-bayern-muenchen/2011/03/23/thomas-mueller/mit-van-gaal-verliert-bayern-einen-grossen.html" target="_blank">Thomas Müller</a>: <em>„Mit ihm verliert der FC Bayern einen großen Trainer.“</em> Ein schönes Märchen…und so real…</p>
<blockquote><p>„Mit der Entscheidung, Jörg Butt aus dem Tor zu nehmen, ging die Scheiße los…!!!“</p></blockquote>
<p>Heißt übersetzt: Thomas Kraft ist ein Versager. Ein weiteres Kapitel in Hoeneß´ Lieblingsbuch: How to bash a talented young keeper! Vor Jahren rief er Michael Rensing vorschnell zur kommenden Nummer 1 im Bayerntrikot und in der deutschen Nationalmannschaft aus, nur um ihn nach einigen Patzern medienwirksam zu demontieren. Mit Thomas Kraft nun das gleiche Spiel, nur diesmal gar ohne Vorschusslorbeeren – was bleibt, ist die öffentliche Demontage. Hoeneß Entschlossenheit, Manuel Neuer für viele Millionen vom Ligakonkurrenten Schalke 04 einzukaufen, ist bekannt. Doch was passiert, wenn Neuer sich entgegen aller Prognosen doch für einen Verbleib in Gelsenkirchen ausspricht? Ein Rückgriff auf die Kraft-Reserve? Wahrscheinlich steht dieser aber dann schon im Tor des HSV und überzeugt durch herausragende Leistungen. Hätten sie sich damals bloß die Handynummer von Michael Rensing gemerkt…</p>
<p>Die vorzeitige Entlassung von van Gaal ist grundsätzlich nachvollziehbar: Zu groß waren die Gräben zwischen Vorstand und Trainer, zu erfolglos die laufende Saison, zu egoman der sozial inkompetente Holländer. Doch die Pressekonferenz geriet zum Kasperletheater oder besser gesagt: zur Farce. Mal wieder zeigt sich, dass die scheinbar überprofessionalisierte Welt des FC Bayern immer noch genug Raum für haarsträubenden Dilettantismus bietet. Hoeneß als Speerspitze der ulkigen Troika schlüpft auch als Präsident lieber in die Rolle des polternden Kaspers als in die des Elder Statesman. Dann schimpft er, dass die <span style="text-decoration: line-through;">Kinder</span> Journalisten ganz rote Ohren bekommen, ohne Rücksicht auf Spieler, Trainer, Menschen.</p>
<p>Was kommt danach? Am Ende steht der FC Bayern auf Platz 4 der Tabelle, sämtliche Torhüter der FCB-Jugendmannschaften haben aus Perspektivlosigkeit den Dienst quittiert, und beim Championsleague Finale 2012 in München zwischen Real Madrid und Borussia Dortmund begrüßt Hans-Joachim Watzke auf der Tribüne den anwesenden Bayernpräsidenten mit den Worten: „Hauptsache, Ihr habt wieder Spaß an der Sache!“</p>
<p><strong>Video der Pressekonferenz (Ausschnitt)</strong><br />
<object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="640" height="390" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/EELSfv4gtwg?fs=1&amp;hl=de_DE" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="640" height="390" src="http://www.youtube.com/v/EELSfv4gtwg?fs=1&amp;hl=de_DE" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
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		<title>Die Weisheit wird mit Füßen getreten&#8230;</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Apr 2010 18:49:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hennes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Chorizo, Mortadella, Krakauer & Co]]></category>
		<category><![CDATA[1. Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[Uli Hoeneß]]></category>

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		<description><![CDATA[Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft. Das erfahren Ralf Rangnick und Bruno Labbadia gerade mal wieder am eigenen Leib. Während der erste noch in der letzten Saison als Pfiffikus der Trainergilde gefeiert wurde, gilt er inzwischen Fans und Presse als Abschusskandidat Nummer eins. Noch schneller vollzog sich der Stimmungswandel bei Labbadia, der vor zwei Wochen schon [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_710" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://www.photocase.com"><img class="size-full wp-image-710" title="Blumenkind" src="http://stadion-wurst.bplaced.net/wp-content/uploads/2010/04/Blumenkind_maspi_pc_web1.jpg" alt="© maspi" width="200" height="266" /></a><p class="wp-caption-text">© maspi</p></div>
<p>Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft. Das erfahren Ralf Rangnick und Bruno Labbadia gerade mal wieder am eigenen Leib. Während der erste noch in der letzten Saison als Pfiffikus der Trainergilde gefeiert wurde, gilt er inzwischen Fans und Presse als Abschusskandidat Nummer eins. Noch schneller vollzog sich der Stimmungswandel bei Labbadia, der vor zwei Wochen schon fast arbeitslos schien, nun aber nach zwei Siegen in Folge wieder fest auf seinem Trainerstuhl sitzt.</p>
<p>Selbst als außenstehender Beobachter kann man sich des Gefühls nicht erwehren, man säße in einem Achterbahnwagen namens „Professioneller Fußball“ und rausche in höllischem Tempo die Schienen entlang; von Gipfeln der Glückseligkeit stürzt man in tiefste Tränentäler hinab und zwar nur, um wieder Anlauf zu nehmen zum rasanten Aufschwung zu neuen Höhepunkten der Entzückung. So brettern Vereine (Hertha BSC), Spieler (Mesut Özil), Trainer (Rangnick/Labbadia) oder ganze Landesauswahlen (DFB-Elf) atemlos von Erfolg zu Fehlschlag und wieder. Rauf und runter, rauf und runter, was gestern gut war, ist heute schlecht und morgen super und übermorgen schon gar nicht mehr der Rede wert.<span id="more-708"></span></p>
<p>Doch zum Glück gibt es jene unabänderlichen Fußballweisheiten, die es sich in ihrem Nest der Allgemeingültigkeit gemütlich gemacht haben, stoisch jeder Widerlegung trotzen, seit Jahren und Jahrzehnten von sämtlichen beteiligten Akteuren widergekäut werden und so dem außenstehenden Betrachter eine wohltuende Orientierungshilfe bieten. <em>„Der Ball ist rund“, „Ein Spiel dauert 90 Minuten“, „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“, „Engländer können keine Elfmeter schießen“, „Abseits ist, wenn der Schiedsrichter pfeift“</em>…wer etwas zur Erweiterung des Sammelsuriums beitragen möchte, ist herzlich willkommen, weitere Weisheiten per Kommentar beizusteuern.</p>
<p>An dieser Stelle soll vielmehr ein Blick auf jene Weisheiten geworfen werden, die zwar in Stein gemeißelt scheinen, sich bei näherer Betrachtung jedoch als eingeritzte Zeichen im porösen Sandstein entpuppen. So erfährt der Klassiker <em>„Geld schießt keine Tore“</em> seit ein paar Jahren eine vorsichtige Revision.</p>
<p>Zwar geriert sich Real Madrid als hartnäckiger und zuverlässiger Bewahrer und Beschützer des Ausspruchs, indem der Verein seit Jahren aberwitzige Millionenbeträge in neue Spieler investiert, nur um am Ende einer Saison mal wieder ohne Titel dazustehen. Doch hat sich vor allem seit dem Triumphzug der englischen Premierleague-Clubs auf europäischer Bühne die Ansicht verfestigt, dass Geld einen erheblich positiven Einfluss auf die sportliche Entwicklung eines Vereins ausübt. Überraschungserfolge von Mannschaften mit vergleichsweise geringem Etat sind selten, sei es in der Bundesliga oder in den europäischen Pokalwettbewerben. Neue ernstzunehmende Konkurrenten für nationale Platzhirsche wie Bayern München oder Schalke 04 erwachsen heute höchstens einer kräftigen Anschubfinanzierung, wie sie beispielsweise der TSG Hoffenheim oder dem VfL Wolfsburg zuteilwurde.</p>
<div id="attachment_711" class="wp-caption aligncenter" style="width: 610px"><a href="http://www.photocase.com"><img class="size-full wp-image-711" title="Kapitalisten" src="http://stadion-wurst.bplaced.net/wp-content/uploads/2010/04/Kapitalisten_morgenroethe_pc_web.jpg" alt="© morgenroethe" width="600" height="401" /></a><p class="wp-caption-text">© morgenroethe</p></div>
<p>Bayern München hat jüngst ein weiteres Indiz für die Ungültigkeit des Spruches ins Feld geführt: Arjen Robben, der Flügelflitzer und Garant für die wichtigen Tore, konnte im August 2009 für schlappe 24 Millionen von Real Madrid verpflichtet werden.<br />
Eigentlich war man in der Scoutingabteilung auf der Suche nach einem vielversprechenden Außenverteidiger, aber als Robben auf dem Markt war, sah sich der Rekordmeister sozusagen gezwungen, einfach zuzugreifen. Wohl dem, der für diese Handlungsschnelligkeit auch das nötige Kleingeld besitzt. In der laufenden Saison zeigt sich schon jetzt, dass eben jene 24 Millionen Euro nicht nur Tore en masse schießen, sondern gleich auch neues Geld generieren.</p>
<p>Robben schoss die Mannschaft ins DFB-Pokalfinale sowie ins Viertel-, später dann ins Halbfinale der Championsleague. Mit diesen jeweils spielentscheidenden Toren hat er seinem Verein allein an Prämien 9,3 Millionen Euro beschert &#8211; zusätzliche Heimspieleinnahmen, TV-Gelder und Sponsorenboni nicht mit eingerechnet, ganz zu schweigen von der neuerlichen Chance, eine weitere Wettbewerbsrunde zu überstehen. Geld schießt also nicht immer Tore, aber immer öfter.</p>
<p>Anlässlich der zweiten zweifelhaften Fußballweisheit ist es für die Stadionwürste an der Zeit, Rudi Völler nachträglich zum 50. Geburtstag zu gratulieren. Denn auch der Ex-Teamchef hat zu seiner Zeit als Betreuer der Nationalmannschaft ein Bonmot geprägt, das allerdings niemals sein Alter erreichen wird: <em>„Es gibt keine Kleinen mehr.“</em></p>
<p>Mit diesem Ausspruch wurden deutsche Fußballfans über Jahre hinweg eingeschüchtert, wenn die deutsche Nationalmannschaft im Zuge eine EM- oder WM-Qualifikation gegen Länder wie Aserbaidschan oder Armenien antreten musste. Erst unter Jürgen Klinsmann konnte man Spiele wie gegen Zypern wieder entspannt auf dem Sofa lümmelnd erleben. Diese erträgliche Leichtigkeit des Seins verwandelte sich gelegentlich in unerträgliches Unwohlsein, sobald sich ein Unentschieden oder eine Niederlage am Endergebnishorizont abzeichnete. Denn beides fasste man jetzt wieder als Blamage und nicht länger als alltägliche Selbstverständlichkeit auf. So folgte einem 13:0 gegen San Marino auch schon mal ein 1:1 gegen Zypern – war eingangs nicht die Rede von der Achterbahnfahrt im Fußballgeschäft?</p>
<p>Im Herbst 2009 war es schließlich Uli Hoeneß vorbehalten, mit dem Finger auf die so genannten „Kleinen“ zu zeigen und ihre hartnäckig geleugnete Existenz nun also doch nachzuweisen:</p>
<blockquote><p>„Diese Länderspiele gegen Aserbaidschan und Südafrika &#8211; das ist ja langsam Kokolores.“</p></blockquote>
<p>Vehement forderte er eine Vorqualifikation zu Großturnieren für die „kleinen“ Fußballnationen:</p>
<blockquote><p>„Wenn man gegen Liechtenstein spielt, kann man auch gegen den FC Tegernsee spielen!“ (zitiert nach <a href="http://www.sportgate.de/fussball/bundesliga/artikel/hoeness-das-ist-kokolores-50038/" target="_blank">Sportgate</a>, vom 12.09.2009)</p></blockquote>
<p>Wir lernen also, dass die Kleinen wieder leben – und wahrscheinlich so lange klein bleiben, bis ein reicher Onkel mit dem Geldsäckel vorbeikommt, um sie mal ordentlich aufzupäppeln.</p>
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		<item>
		<title>Uli Hoeneß wehrt sich verzweifelt&#8230;</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Feb 2010 10:59:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Juenter</dc:creator>
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		<category><![CDATA[FC Bayern]]></category>
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		<category><![CDATA[Sportstudio]]></category>
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		<description><![CDATA[Da tut mir der gute Uli Hoeneß ja schon fast leid. Aber wer nur eine Hose zur Meisterfeier mitbringt ist ja bekanntlich selber Schuld. Und die Ausrede mit der Trainingshose zieht ja auch nicht mehr, seit Mark van Bommels dieses modische Kleidungsstück bei seinem Sportstudiobesuch trug.

]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da tut mir der gute Uli Hoeneß ja schon fast leid. Aber wer nur eine Hose zur Meisterfeier mitbringt ist ja bekanntlich selber Schuld. Und die Ausrede mit der Trainingshose zieht ja auch nicht mehr, seit Mark van Bommels dieses modische Kleidungsstück bei seinem <a href="http://www.youtube.com/watch?v=4KWzE8E9zDI">Sportstudiobesuch</a> trug.</p>
<p><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/VWpuPxQP5gI&#038;hl=en_US&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/VWpuPxQP5gI&#038;hl=en_US&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></p>
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		<title>Sag doch mal was du meinst!</title>
		<link>http://www.stadion-wurst.com/2009/12/sag-doch-mal-was-du-meinst/</link>
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		<pubDate>Tue, 01 Dec 2009 12:36:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Juenter</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Bayer an sich ist ja ein gemütlicher Mensch, dem traditionelle Werte, Kirche und Ruhe im eigenen Stall besonders am Herzen liegen. Auch der kecke Kuhbauer Josef mag es eigentlich eher beschaulich – aber mit der Beschaulichkeit ist es seit einigen Wochen etwas schwieriger geworden. Narumol ist auf dem Hof eingeschlagen! Die tuffige Thailänderin aus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-222" title="narumol" src="http://stadion-wurst.bplaced.net/wp-content/uploads/2009/12/narumol-300x166.jpg" alt="narumol" width="300" height="166" />Der Bayer an sich ist ja ein gemütlicher Mensch, dem traditionelle Werte, Kirche und Ruhe im eigenen Stall besonders am Herzen liegen. Auch der kecke Kuhbauer Josef mag es eigentlich eher beschaulich – aber mit der Beschaulichkeit ist es seit einigen Wochen etwas schwieriger geworden. Narumol ist auf dem Hof eingeschlagen! Die tuffige Thailänderin aus dem kargen Kiel versucht mit allen Mitteln, das Herz des burschikosen Bauern zu erobern. Die sprachbegabte Südostasiatin putzt sich täglich durch Haus und Hof, um den bierseeligen Bayern Josef von ihren Fertigkeiten zu überzeugen. Wird ihr Vorhaben gelingen? Werden Josef und Narumol eine gemeinsame Zukunft haben? Ich wage an dieser Stelle noch kein abschließendes Urteil, da es ein entscheidendes Hindernis zu geben scheint – die Kommunikation.<span id="more-218"></span></p>
<p>Wenige Kilometer entfernt, an der Säbener Straße, wohnt und arbeitet der urige Uli. Seit mehr als dreißig Jahren versucht der witzige Wurster Ordnung in seinem eigenen Stall zu halten. Das hat bisher auch ganz gut geklappt. Aber jetzt hat der Uli Probleme – auch mit der Kommunikation.</p>
<p>Sein früherer Lieblingsmitarbeiter, der torhungrige Toni, mag den lurchigen Luis nicht. Die beiden sprechen auch nicht miteinander, sondern nur übereinander. Der Toni hat die Nase voll vom ewigen Bank- oder Tribünedrücken und will weg – am besten dahin, wo es warm ist. Und der Luis hat eigentlich andere Sorgen und besseres zu tun, als sich um den listigen Luca zu kümmern. Irgendwie scheint ihn bisher einfach keiner zu verstehen. Auch der flinke Franck wollte eigentlich schon lange in die spanische Hauptstadt aufgebrochen sein, dann aber doch nicht, und jetzt vielleicht doch noch, oder nicht? Eigentlich will der Louis ja nur, dass die Jungs ordentlich Fußball spielen – da muss man dann auch mal streng sein dürfen. Beim Kalle hat das wohl gefruchtet, als der entschuldigend äußerte: &#8220;Es ist viel Kritik auf dich, lieber Louis, eingestürzt, aber wir tun alle gut daran, dass Wort Geduld auch zu leben.&#8221; (<a title="van gaal" href="http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/startseite/517748/artikel_Van-Gaal-jubelt_Wir-sind-zurueck.html" target="_blank">kicker</a>).  Wenigstens einer versteht den Luis&#8230;</p>
<p>Vielleicht wird ja jetzt auch alles wieder besser bei den Bayern; Optimismus wird seit dem Wochenende jedenfalls wieder groß geschrieben. So ruft van Gaal nach dem Sieg gegen Hannover „Wir sind zurück!“ und der Uli hofft darauf, den Anschluß an die Tabellenspitze noch bis Weihnachten zu schaffen.</p>
<p>Da kann man nur Glück wünschen und mit den Worten des großen Philosophen Ivan Ergic schließen: „Ohne Gel in den Haaren akzeptieren sie dich nicht!“ – denkt mal drüber nach!</p>
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